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Salzburger Alpen — Salze.
Knaben, Dienstbotenerziehnugsaustalt, Kinderbe-wahranstalt, Waisenhans. Die ziemlich lebhafte In-dustrie erzeugt Pianofortes u. -Orgeln, Knnstwolle,Zündwaaren, Chokolade, Feigenkasfe, Kammacher-waaren, Spiegel, Leder, Eiseuwaareu rc. Der Han-del ist bedeutend; (1869) 20,336 Ew. einschließlichMilitär. Die Umgebungen von S. sind unstreitig dieschönsten aller deutschen Städte. Außer den bereitsgenannten Punkten sind bes. hervorznheben: Schloßund Park Aigen, der 1288 m hohe Gaisberg u. der1983 in hohe sageureiche Untersberg rc. mit reizen-den Aussichten auf die Salzburger Alpen rc.; etwasentfernter liegen die kaiserlichen Lustschlösser Hell-brnnn, 1614 durch Erzbischof Marcus Sittich erbaut,mit Park u. Wasserkünsten, sowie in den Felsen ge-hauenem Theater; Kleßheim, Lustschloß ander Salza,mitprachtvollerMarmortreppe,Fasaugarten,Parkrc.,Sommerrestdenzdes Erzherzogs Ludwig Victor. VonPrivatlnstschlösscrn zeichnet sich nächst Aigen beson-ders Leopoldskron aus, sonst gräflich FirmianschesLustschloß, jetzt einem Privaten gehörig; daselbstschöne Schwimmschule. — Salzburg, im AlterthumJuvavum, war eine alte Stadt in Noricum, wurdevom Kaiser Hadrian zur Colonie erhoben und wardie Residenz des römischen Statthalters von Nori-cnm; man hat hier viele römische Alterthümer undKunstwerke gesunden. Im 5. Jahrh. von den Heru-lern zerstört, wurde sie bereits in der zweiten Hälftedes 6. Jahrh. wieder hergestcllt, zu Ende desselbenhier Kloster und Kirche von St. Rupert gegründetu. die Stadt wurde hierauf Sitz eines Bischofs u.dann Erzbischofs (s. Salzburg, Erzbisth.). Am 16.Juli 1669 fand vom Mönchsberg ein Bergsturz stattwobei 500 Menschen umkamen. Vgl. Wühler, Führerdurch S., Neichenh. 1874; Ders., S., seine Monu-mente u. seine Fürsten, Salzb. 1873; Zauner, Chro-nik von S., Salzb. 1797—1810, 6 Bde., fortgesetztvon Gärtner, 1813—27, 5 Bde.; Zillner, Salzburg-ische Cultnrgeschichte, ebd. 1871. 3)(Bizakna) Stadtim siebenbiirg. Comitai Unter-Weißeuburg, Stationder klug. Ostbahn; großes Steinsalzbergwerk, Sool-bäder: 1869: 4104 Einw. 1> H. Berns. 2) Schroot.
Salzburger Alpen, s. Alpen 21) u. vgl. Salz-burg, Herzogthum.
Salzderhelden, Flecken im Kreise Einbeck derpreuß.LanddrosteiHildesheim, auderLcine, StationderHannov. Staatsbahn; altes Schloß, Saline, be-suchte Märkte; 1200 Ew.
Salzdetfurt, Marktflecken im Kreise Marien-burg der prcußischeuLanddrosteiHildesheim, an derLamme; Saline, Soolbad; 1875: 1442 Ew.
Salze (Salz, war ursprünglich so v. w. Kochsalz),wurden in früherer Zeit alle in Wasser löslichenKörper genannt. Später dehnte man den Begriffin derÄrt aus, daß man alles, was Geschmack zeigte,und sich in weniger als 500 Thln. Wasser löste, alsSalz bezeichnte (Bergmann, Ende des 18. Jahrh.).So kam es, daß Körper der verschiedensten Eigen-schaften, wie Säuren, Alkalien, vegetabilische u. ani-malische Stoffe zu den S-n gezählt wurden. Späterbeschränkte man Len Begriff aus die Körper, welcheaus der Vereinigung von elektronegativen OxydenlSLuren) mit elcktropositivcn Oxyden (Basen) her-rorgingeu (Lavoisier). Davys Untersuchungen zeig-ten jedoch, daß es auch S. gebe, die wie das Koch-salz keinen Sauerstoff enthalten, u. Berzelius fand,
daß einzelne Sulfide sich zu anderen wie Sauerstoff-sänren zu Sanerstofsbasen verhalten. Dasselbe wurdebei Verbindungen von Selen u. Tellur nachgewie-sen. — S. im Sinne der modernen Chemie sindVerbindungen, welche aus einer Säure dadurch ent-stehen, daß der vertretbare Wasserstoff derselben durchein Metall oder überhaupt durch ein elektropositivesRadical ersetzt wird. So entsteht aus der Chlor-wasserstoffsäure (H61), wenn der Wasserstoff durchKalium ersetzt wird, das Salz Chlorkalium od. Ka-li u m ch l o r id(L(U); aus der Salpetersäure (IMO,)ebenso Kaliumuitrat oder salpeter saures Kali(LIisOg); aus der Schwefelsäure (Il.^OJ Kalium-sulfat oder schwesclsaures Kali (IÖ80J; ans derSulfocarbonsäure (kl^OLg) Kaliumsulfocarbo-nat (L^LLg); aus der Phosphorsänre (llgkOj)Kaliumphosphat oder phosphorsanres Kali(li^OJ. Je nachdem die Säure eineHaloidsäure(Wasserstofffänre), wie Chlorwasserstoff, oder eineOxysänre (Sauerstoffsänre), wie Salpetersäure,Schwefelsäure, Phosphorsänre, oder eine Sulfo-säure, wie Sulfocarbonsäure ist, entstehen bezw.Haloid-S., wie Kaliumchlorid; od. Oxy-S-, wieKaliumnitrat, -sulfat, -Phosphat; od. endlichSulfo-A., wie Kaliumsnlsocarbonat. N ferner die Säuredihydrisch oder trihydrisch, so kann auch ein Theildes vertretbaren Wasserstoffes durch ein elektroposi-tives Radical ersetzt werden; in diesem Falle entste-hen saure S.; diejenigen S. hingegen, welchedurchErsatz alles vertretbaren Wasserstoffes entstehen,heißen normale S. Die dihydrischen Säurenbilden außer den normalen S-u noch eine, die tri-hydrischcnnoch zwei Reihen saurer S.; so bildet dieSchwefelsäure außer dem normalen Kaliumsnlsatnoch einsauresKaliumsnlfat (Hydrium-Kalinm-snlfat, saures od. doppelt schwefelsanresKali, HL80,),die Phosphorsänre (s. d.) außer dem normalen Ka-linmphosphat noch Las secundäre und das pri-märe Kaliumphosphat (IZLgkO^ und II^LkO^).S. können n. a. entstehen durch Einwirkung einckMetalls auf eine Säure, wobei ersteres den vertret-baren Wasserstoff vertreibt, so daß dieser sich entwe-der frei entwickelt
2m -l- ll, 80 « — Hz -st 2118O4
Zinl- u. Schwefelsäure gibt Wasserstoff u. Ziuksulsat
oder einen Theil der Säure zersetzt; sie können fer-ner entstehen durch Vereinigung einer Säure miteiner Basis unter Abscheidnng von Wasser;
MOz -s- LOll -- LXOo -i- N-0Salpetersäure u. Kaliumhydroxyd geben Kalluuiuitrat u. WasserSollen hierbei normale S. entstehen, so müssenSäure u. Basis in solchem Verhältniß auf einandereiuwirken, daß beide gleich viel Wasserstoff enthal-ten. Normale S. sind ohne Wirkung aufPflauzen-farbe, wenn Säure u. Basis von gleicher Stärke sind.Saure S. bilden sich bei der Vereinigung normalerS. mit einem od. mehreren Molecülen Säure oderSäureauhydrid. S. endlich, welche ausderVereinig-ung normaler S. miheinem od. mehreren Molecülen,Basisod.Basisanhydrid hervorgehen(z. B.
— — Drittel-schwefelsaures Quecksilber),
nenut mau basische S.; Doppel-S. nennt man dieVerbindung zweier S., die in Form u. Zusammen-setzung verschieden sind, z. B. 2L01. ?t6l4 — Ka<linmplatinchlorid.