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Salzburg.
Wichtigkeit ist auch die Torfgewinnung. Der Berg-bau auf Metalle ist unerheblich. Die noch unbedeu-tende Industrie liefert hauptsächlich Eisen-, Glas-,Marmor- und Holzwaaren, Chemikalien, Bleiweist,Zündwaaren, Cement, hydraulischen Kalk, Kunst-wolle, Papier, Tapeten, Bier rc. Eine ärarische Ci-garreufabrik besteht in Hallein. Der nur wenig leb-hafte Handel wird unterstützt durch gute Landstra-ßen u. Eisenbahnen (letztere zusammen 240 Icm); alsWasserstraße hat nur die Salzach (von Hallein ab-wärts) einige Bedeutung. DieBolksbildung stehtauf ziemlich hoher Stufe; etwa 88,4 °/o der schul«pflichtigen Kinder besuchen die Volksschule. Diesämmtlichen höheren Lehranstalten befinden sich inder Hauptstadt (s. d.). Au Humanitätsanstalten gibtes eine Jrrcnheilanstalt u. 13 Krankenhäuser. S.sendet in den Reichsrath 5 Abgeordnete (je 1 desGroßgrundbesitzes, der Städte u. Märkte u. der Han-delskammer n. 2 der Landgemeinden). Der Landtagbesteht aus 26 Mitgliedern, u. zwar aus dem Fürst-crzbischof von S., 5 Abgeordneten des Großgrund-besitzes, 10 der Städte, Märkte u. Jndustrialorte, 2der S-er Handelskammer und 8 der Landgemeinde;der Laudesausschuß aus dem Landeshauptmann u.4 Mitgliedern. An der Spitze der politischen Ver-waltung steht die k. k. Landesregierung mit dem Lan-despräsidenten, welcher der Landesschulrath, der Lan-dessanitätsrath, die Stadtgemeinde-Vorstehnng derHauptstadtu.LieBezirkshauptmannschastenuumittel-barunterstehen.PolitischeEintheilungindenStadtbe-zirk S. u. 4 Bezirkshauptmaunschasten, welche wie-der in 20 Gerichtsbezirke zerfallen. Landeshauptstadtist Salzburg. Das Wappen des Kronlaudes ist einvon Gold u. rother Farbe der Länge nach getheilterSchild, rechts mit einem schwarzen Löwen, links miteinem silbernen Querbalken. Die Laudesfarbensind Gold-Roth-Weiß. Vgl. Storch, Skizzen einernaturhistorischen Topographie des Herzogthums S,,Salzb. 1858; Abriß der Landeskunde des Herzog-thums S., Salzb. 1877; Mayr, Reise- u. Gebirgs-karte vom Lande S. 1 : 500,000, Regensb. 1878. 2)Hauptstadt darin, an beiden Ufern der Salza überwelche 4 Brücken, darunter eine Eisenbahubrücke,führen, zwischen dem steilen Schloß- und Mönchs-berge und dem Kapuziuerberge, Vereinigungspunktder Bayer. Staats- und der Kaiserin Elisabeth-und der Giselabahn; Sitz der Landesregierung, desLandesansschnsses, eines Fürsterzbischofs, des Dom-kapitels, des erzbischöflichen Consistorinms, des Lau-desgerichtes, der Bezirksbehörden, der Steuerbehör-den, der Forst- u. Domänendirection, der Handels-und Gewerbekammer rc. Die Festung Hohen-S.(Hohensalzburg) auf dem dort nach drei Seiten jähabfallenden Nonnenberg,dem nächsten Punkt des 502m hohen Mönchsbergcs, bildet die Citadelle, 1088aus den Trümmern eines römischen Castells entstan-den, dient zu Kaserne und Gefängniß; von ihr, na-mentlich vom sog. Neck(Folter)thurm hat man dieherrlichste Rundsicht in der Nähe von S.; trefflichist auch die Aussicht vom 620 m hohen Kapuziner-berge auf dem rechten Salza-Ufer. Auf dem lin-ken Ufer der Salza liegen die Vorstädte Nonnthalund Mülln, auf dem rechten außer dem kleinerenStadttheil der Kapuzinerberg u. die Vorstadt Stein.Merkwürdig ist das durch den Mönchsberg als Tun-nel gebrochene Sigmund- oder Neuthor. S. ist im
Ganzen schön und stattlich gebaut, die Häuser habenmeist flache Dächer, die, sowie die zahlreichen Brun-nen u. Denkmäler, an Italien erinnern u. der Stadtden Beinamen des deutschen Rom verschafft haben.Unter den öffentlichen Plätzen sind bes. erwähnsns-werth: der Residenzplatz, geziert mit Springbrunnen(Hofbrunnen) aus weißem Marmor, 1664 erbaut; derDomplatz mit Säule der unbefleckten Empfängnißaus Bleiguß von 1771; auf dem Mozartplatze stehtdas Denkmal des in S. 1756 geborenen Mozart vonSchwanthaler. Unter den Kirchen u. Kapellen S-szeichnet sich der Dom, von Sautino Solari 1614 bis1628 im Stil der Peterskirche erbaut, aus; fernerSt. Peter mitdem Grabedes St.Rupertus n. HaydnsMonumente; in dem Hof des zugehörigen Klostersein schönerMarmorbrunnen; die Margarethenkapellemit schönem Kirchhof, die Kathariuenkirche mit Grabdes St. Vitalis, die alte Kreuzeskapellc dicht an demMönchsberg, in welchem die kleine Ägidiuskapelleeingehauen ist, dabei steigt man in die Felseneinsie-delei des St. Maximus, hoch oben im Mönchsbergeeingehauen, empor; die Franciscaner-, ehemaligeUniversitäts-, Cajetaner-, Nounberg-, St. Erhards-Spitalkirche, die Müllnerklostcrkirche, die Dreifal-tigkeitskirche, die St. Sebastianskirche mit Fried-hof, auf welchem das Grabmal des TheophrastusParacelsus, dessen Wohnhaus noch hier gezeigt wird,die neue evangelische Kirche rc. Sonstige Gebäude:das Resideuzschloß am Nesidenzplatze, 1592 aufge-führt; ihn: gegenüber der Neubau (für die Kreis-behörden eingerichtet), dabei das Glockenspiel dieHauptwache; das Schloß Mirabell, am rechten Uferder Salza, von Wolfgang Dietrich u. Marcus Sittichzum Sommeraufeuthalte gebaut; der verschwender-isch ansgestattete Marstall, jetzt Cavaleriekaserne, dieReitschule u. Sommerreitschnle, letztere 1693 erbaut,im Freien; die am Felsen gelegene Seite besteht auseinem Amphitheater mit 3 Reihen Arcaden über ein-ander; Theater u. die großartige Wasserleitung, diestädt. Badeanstalt mit Kurhaus u. Kosmoramenge-bäude mit Sattlers Bildern, Unterrichts ».wis-senschaftliche Anstalten: S. hatte sonst eine Uni-versität, 1620 gestiftet, 1625 vom Papste bestätigt,1804 erweitert, später aufgehoben, jetzt eine theo-logische Facultät, Obergymnasinm, Oberrealschule,Staatsgewerbeschule, Lehrerbildungsanstalt, Mäd-chenschnlederUrsnlinerinnen.fürsterzbischöfl. Priester-seminar, OoUsZümn Lorromasum (erzbischöfl. Pri-vaterziehnngsaustalt), gräflichLodronschesOolloglumLla.r1a.nnm (gest. 1645) u.Lnxsrkinuin (gest. 1653),Mädchenerziehungsanstalten der Ursnlineriuuen, basadelige Benedictinerstift Nonnberg; Bibliotheken:die öffentliche Stndienbibliothek von 62,500 Bdn.,4626 Jncuuabeln n. 1270 Manuskripten ans dem 8.u. 9. Jahrh., die Bibliothek des Laud-smuseums u.die Bibliothek des BeneLictinerstifts zu St. Peter(40,000 Bände, 600 Jncuuabeln, 224 Pergament-manuscripte), das Museum 6aroIino-L.u8n8tsnm,Sammlung von archäologischen, historischen Kunst-gegenständen u. Naturalien, Bibliothek von 20,000Bdn., Mozartarchiv Medicinisch-chirnrgischer Lese-verein, Knnstverein, Dom-Musikvereiu, Mozarteum,Theater rc. Wohlthätigkeits'anstälten: k. k.Militärhospital, 2 Civilspitäler, Lcptosenhans fürUnheilbare, Irrenhaus, Stadtbrüderhaus, Kron-haus, Schulvereiu, Rettungsanstalt für verwahrloste