Salzburg.
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- 250 , 000 ) Ew.; der Erzbischof war Reichsstand undfortwährender Legat des päpstlichen Stuhles n. seit1750 Primas von Deutschland n. hatte die Snffra-ganbischöfe vonFreising,Rcgensbnrg, Brixen.Gnrk,Chiemsee, Seckau n. Lavant unter sich, ernannte dievier letzten auch selbständig; er führte mit dem Her-zog von Bayern das Directorinm im BayerischenKreise, im Reichstage die erste Stelle ans der geist-lichen Bank im Fürstenrathe und abwechselnd mitÖsterreich das Directorinm im Reichsfürsteucolleginm.Wappentein längsgetheilter Schild, rechts ein schwar-zer Löwe in goldenem Felde, das linke Feld warda-mascirt; hinter dem Schilde ragte das Lcgatenkreuzmit dem Cardinalshute, ein Schwert u. Bischofsstabhervor. Einkünfte IH—2 Mill. Fl., die Schulden5 Millionen. Als Begründer des Bisthnms S. wirdSt. Rupert genannt, der seine Missionsthätigkeitvom Bayernlande bis hierher erstreckte und in dervormalsJnvavnmgcnanntenStadt ein Kloster grün-dete, welches er mit Mönchen aus Worms besetzte,u. eine Kirche. Indessen hatte weder er noch seinSchüler Vitalis, welcher nach ihm im Laude wirkte,eine päpstliche Bestätigung als Bischof, viclmehrwurde als erster Bischof Johann I. vom Papst Gre-gor III. zwischen 731 u. 741 durch Bonifacins be-stätigt. Unter dessen zweitem Nachfolger Arno, derin hoher Gunst bei Karl d. Gr. stand, wurde 797(798) S. zum Erzbisthum erhoben. Nachdem im10. Jahrh. eine Zeit lang die erzbischöfliche Würdezwilchen S. u. Passan getheilt war, erhielt 971 Bi-schof Friedrich dieselbe ganz zurück n. blieb sic seit-dem bei S. Erzbischof Hartwig, Graf von Span-Heim n.Artenbnrg (991—1023), bekam vom KaiserHeinrich II. den Lungau sür das Stift geschenkt. Erz.bischofGebhard,Gras von Hclfcnstein (1060—1088),erhielt wegen seiner Anhänglichkeit an den Papst dieimmerwährende Würde eines Legaten aller deutschenKirchen. Adalbert II., welcher es mit dem PapsteAlexander III. gegen Kaiser Friedrich I. hielt, wurdevonLetzterem vertrieben; Eberhardll. (1200—1246)stiftete die Bisthümer Chiemsee, Seckan u. Lavant.Der 1266 znm Erzbischof gewählte Herzog von Kärn-ten, Philipp, wurde 1269 Patriarch von Aquileja u.nachherHerzog von Kärnten. Erzbischof Rndolf(1284bis 1290)war einAnhängerdesKönigsRudolf,des-halb verwüstete Ottokar von Böhmen das Stift; ergerieth durch Anstiften des Abts Heinrich von Ad-mont auch zu Streitigkeiten mit dem Herzog Al-brecht von Österreich u. wurde 1299 vergiftet. Im13. Jahrh. erwarb das Stift, nach dem Anssterbender Grafen von Plain, durch Kauf den Pinzgau u.Gastein. Rudolfs Nachfolger, Konrad IV., hattegleichfalls große Weiterungen mit Österreich wegender Salzpfannen u. einiger znm Hochstift gehörigenGebiete, wurde nach Wien gelockt u. mußte seine Frei-heit mit der Abtretung mehrerer Schlösser erkaufen;cr st.1312. Friedrich III. (1315—1338) leistete demH^og Friedrich von Österreich gegen Ludwig denBayer Beistand und erlitt, als Letzterer 1322 beiMühldorf siegte, große Verluste. Er brachte dasSchloß Bnrgstall u. die Grafschaft Dechsenbach andas Hochstift. Nach dem Tode Gregors 1403 ver-bündeten sich die Landstände, keinen Erzbischof eheranzuerkennen, als bis er ihre Rechte bestätigt habenwürde. Gegen die Hnsitische Lehre, welche früh indas Salzbnrgische eingedrungen war und sich hier
^ weit verbreitet hatte, erließ Erzbischof Eberhard IV.
^ bereits 1427 strenge Verordnungen. Einer der be-! rühmtesten und verdientesten Erzbischöfe war Leon-chard II. (1495—1519); 1498 vertrieb er des Wn«
! chers wegen alle Inden ans dem Erzstifte. Er kaufte!aus den Bergwerkserträgnissei! Leipnitz, Gmunden,-die Herrschaft Rnpa zurück n. löste das Schloß Stallu. die Stadt Pettau wieder ein. Leonhards Hofpre-^iger war Johann Stanpitz, Luthers Freund, durchwelchen auch die ersten Keime der ProtestantischenLehre nach dem Erzbisthum verpflanzt wurden; die-selben wurden weiter gepflegt von dem dortigen Dom-Prediger Paul Speratns und unter Leonhards II.Nachfolger Mathias Lange durch dessen Hofpre-diger Stephan Agricola, welcher 1521 an Staupitz'Stelle kam. Dieser wurde aber bald eingekerkert u.erst bei einem Aufstande des Volkes 1524 wieder be-freit. Darauf fanden sich auch Wiedertäufer hier ein,welche von Lange n. seinen Nachfolgern, wie die Lu-therischen, fortwährend verfolgt wurden. ErzbischofWolfgang Dietrich (1587—1611), ein Verschwender,der das Land anssangte u. namentlich die Lutheri-schen, beschwor 1606 mit seinen Capitnlaren einStatut, welches österreichische u. bayerische Prinzensür immer ans dem Domcapitel ansschloß. Erzbi-schof Paris, Graf von Lodron (1619 bis 15. Dec.1653), erhob 1623 das von seinem Vorgänger Mar-cus Sittich, Grafen von Hohenems, gegrnndeteGym-uasinm in S. zur Universität, ließ die Verfolgungder Evangelischen ruhen und sorgte für die Hebungder Wohlfahrt des Landes. Unter seinen Nachfol-gern begannen jedoch selbst trotz des WestfälischenFriedens die Verfolgungen u. Austreibungen wieder,n. Erzbischof Leopold von Firmian(1727 —1744)suchte sie durch Jcsniten-Missionen zur KatholischenKirche zurllckzusühren, gestattete ihnen anszuwan-dern, aber Güter u. Kinder mußten sie znrücklassen.Das Oorpns LvanAolioornm verwandte sich verge-bens für seine Glaubensgenossen. Unter dem Schein,daß man ihre Beschwerden hören n. ihnen eine pri-vate Ausübung ihres Cnltus erlauben wollte, wur-den die Protestanten aufgefordert, ihre Namen an-zugeben; nachdem sie auf einer Versammlung iinSchwarzachthal3.Ang. 1731 denSalzbund (wo-bei die Anwesenden aus einem in der Mitte stehen-den Salzfaß Salz als Zeichen ihrer Gemeinschaftam Evangelium genossen) geschlossen hatten, gabenüber 20,600 ihre Namen an. Aber nun berief derErzbischof unter dem Vorwände, daß sie einen ^Auf-ruhr hätten erregen wollen, Sept. 1731 6000Öster-reicher in das Lanv, welche bei den Protestanten zurExecution eingelegt wurden, um dieselben dadurchznm Übertritt zur Rom. Kirche zu zwingen. Dannmußten alle, welche sich weigerten, zur Kath. Kircheüberzutreten, das Land verlassen (S-er Emigranten).Nach dem Emigrationspatent vom 31. Öct. 1731sollte es binnen 8 Tagen geschehen (doch wurde we-gen des bevorstehenden Winters Frist bis EndeAprilgegeben), ihre liegenden Güter sollten binnen dreiJahren verkauft sein. Ende Nov. begann die Aus-wanderung u. bis Ende April 1732 hatten 14,000Protestanten das Land verlassen, meist in armseli-gem Zustande; sie wie die nachfolgenden (noch an18,000) fanden im Auslande, in Preußen, Litauen rc.eine neue Heimath. Das Land S. selbst aber hatte^davon den größten Schaden, es verlor seine besten