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Salz — Salzburg.
der Römer stand neben den Laren auch außer derZeit des Mahles ein S-fäßchen, welches in der Fa-milie sorterbte n. den Ort, wo cs stand, heiligte, da-her ernste Beleidigungen über Tisch als Frevel gegendas Gastrecht angesehen wurden. Das Verschüttendes S-es bei Tische galt als ein böses Vorzeichen.Bei den Germanen waren S-quellcn heilig und ihrstreitiger Besitz eine höchst gerechte Ursache znm Krieg.Sie hielten salzreiche Orte dem Himmel näher undGebete in ihrer Nähe ausgesprochen viel wirksamerals anderswo. Eine bedeutende Rolle spielte späterdas S. (bes. das geweihte) im Zanberwesen n. nochheute gilt es in manchen Gegenden als Zanbermittel.Es wurde sowol allein, als in Verbindung mit an-deren Gegenständen, unter allerlei Ceremonien an-gewendet gegen Behexung, gegen den bösen Blick,gegen Krankheit, Blitzschlag, gegen das Wiederkom-men Verstorbener, gegen Verlänmdnng, VerführungvonMädchenrc. FernerzurErgründnngderZukunft,zur Erkennung von Hexen, zur Erwirkung von Se-gen bes. bciHochzeiten,Neubauten, beimEinsäenderFelder rc. Vgl.Wnttke,Der deutsche Volksaberglaubeder Gegenwart, 2. A. Berl. 1869. Die Unentbehr-lichkeit des S-cs als Nahrungsmittel hat bei seinemlocalen Vorkommen, wenigstens als großen Massen,zu den ältestenZeiten schon durch den Handel zu einemregen Bölkervcrkehr gesührt. Es muß ihm daher einehohe cultnrhistorischc Bedentnng beigemcssen werden.Die S-production beträgt nach Brachelli in Europaetwa 95—160 Mill. Ctr. Davon kommen auf:Großbritannien und Irland (1813) 20,015,051Frankreich (187V) 15,000,000
Rußland (1872) 11,508,000
Deutsches Reich <187S> 10,080,189
Oesterreich-Ungarn (1873) ; 8,870,803
Spanien (Durchschn.) 8 , 0 V 0,000
Italien (Durchschn.) 7,000,000
Portugal 5,000,000
Rumänien 1,500,000
Türkei 1 , 000,000
Schweiz 500,000
Griechenland 300,000
Diese Ziffern haben sich jedoch seit den betr. Jahrenbedeutend geändert, so betrug nach dem Berg- undHüttenkalender die S-production in Großbritannien1875 49,105,695 Ctr., im Deutschen Reich 187513,996,151 Ctr.,iuRußland 1873 16,510,416 Ctr.,Österreich producirte 1877 nur 5,021,154 Ctr. rc.Für die Nordamerika». Unionsstaateu wird die jähr-liche Production ans 187 Mill. Bnshel L 56 Psd. —104„ Mill. Ctr. geschätzt. Die Gesammtproductionder Erde würde, nach Maßgabe des statistisch ermit-telten Verbrauchs von 30 Pfd. pro Kopf, etwa 420Mill. Ctr. jährlich ausmachen. Diese Ziffer ist jedochviel zu niedrig, da ein unermitteltes Quantum zuchemischen, technischen u. landwirthschastl. Zwecken(s. o.) Verwendung findet. Vgl. Schmidt, Das S.,eine volkswirthschaftliche n. finanzielle Studie, 2. A.Leipz. 1874; Schleiden, Das S., seine Geschichte,seine Symbolik und seine Bedeutung, ebd. 1875.
Jungck. (Culturgesch. rc.) Schroot.
Salz, englisches, so v. w. Bittersalz.
Salza, ein altes thüringisches Dynastengeschlecht,welches sich urkundlich bis 932 hinauf verfolgen läßt;aus ihm stammte der berühmte Hochmeister desDeutschen Ritterordens Hermann von S. (s. u.Hermann 9). Sein Bruder Hn go von, bekannt alsMinnesänger, Pflanzte den Hanptstamm fort, bis die-ser micHermanu von, Herrn von Döllstädt, 1409
erlosch. Nebcnzweige erhielten sich in Braunschweig,der Obcrlansitz, Schlesien, Böhmen, Ehstland undSchweden. Vgl. Karl von S., Regesten des Herren-geschlechts von S., Lpz. 1853.
Salzach (Salza), 1) rechter Nebenfluß des Inn,entspringt auf dem Krimler Tauern au der GrenzeTirols alsKrimlerAche, die sich beiWald mit der anseinem Hochsee auf dem Salzajoche kommenden Salzavereinigt u. dann den Namen S. annimmt, durch-fließt den Pinzgau u. Pongau, wendet sich nördlichu. durchbricht die Kalkalpen (Paß Lueg), wird vonHallein ans schiffbar, bildet auf eine Strecke dieGrenze gegen Bayern, nimmt rechts die Kapruner,Fnscher, Ranriser u. Gasteiner Ache, den großen u.kleinen Arlbach, Fritzbach und Lämmer, links denSchwarzbach, die Königsseer Ache, Saalach (Salz-burger Saale) u. Snr auf u. mündet nach 315 Inalangem Lause bei Haining oberhalb Braunau. IhrThal ist durch Statur u. Kunst eins der reizendste,!in den Alpen. 2) (Steirische Salza), rechter Neben-fluß der Enns, entspringt am Göller, am Fuß desWisnerwaldgebirges, tritt nach Steiermark über n.mündet bei Reifling. , H- Berns.
Salzäther, l) leichter, ist Äthylchlorid; 2)schwerer, entsteht bei der Destillation von Alkoholmit Salzsäure u. Braunstein. Der schwere S. ent-hält kein Chloräthyl, sondern eine Reihe von Snb«stitutionsproducten des Alkohols, die je nach der Be-reitung und Dauer des Processcs in verschiedenenMengen vorhanden sind. Ähnlicher Zusammensetz-ung ist der Spiritus miiriatioo-aotiisrsus der Phar-makopöcn. Der schwere S. hat früher Anwendungin der Heilkunde gefunden. Er wird oft als Zusatzzu verschiedenen Spirituosen benutzt. Bwgiie.
Satzbilder, so v. w. Haloidc.
Salzbrumr, Dorf u. Badeort im Kreise Walden-burg des preuß. Regbez. Breslau, am Salzbach, ineinem gewundenen Thale der Sudetischen Vorberge,Station der Breslau-Schweidnitz-Freibnrger Eisen-bahn, 403 ui ü. d. Meere, besteht aus Ober-, Ke-tzer- und Neu-S.; 2 Kirchen (darunter eine schöneevangelische), Spiezelglasfabrik, Flachsspinnerei,Steinkohlengrnben,Ziegelbrennereien; 1875: 5837Einw. (davon 3397 in Ober-S.). — Die 10 hierentspringenden Mineralquellen sind alkalisch - sali-nische Säuerlinge von -i- 5,g bis -s- 7° L. Teni-peratnr. Als Trinkqnellen werden hauptsächlich derObersalzbrunneu von -s-6"L. Temperatur und derMühlbrunneu (4,g bis 5,g°) benutzt, während deralte u. neue Heilbrunnen, der alte u. neue Kramer-brnnnen, der Sonnenbrunnen und Wiesenbrunnen,in denen der alkalisch-erdige Charakter vorherrschendist, zum Baden benutzt werden. Die Heilquellenwerden bes. bei chronischen Hals- u. Brustlciden, lc>wie bei Unterleibsbeschwerden für vorzüglich wirk-sam gehalten. Jährliche Frequenz an 3000 Kur-gäste. Das Mineralwasser wird auch in Flaschenversandt (jährlich ca. 200,000). Seit 1819 bestehteine vortreffliche Molkenanstalt. Bgl. Biefel, DerKurort S., 3. A. Salzbr. 1872; Deutsch, SchlesiensHeilquellen und Kurorte, Bresl. 1873; Valentin»,Der Kurort Ober-S., 2. A. Berl. 1877. H.B-r»s.
Salzburg, ehemaliges Erzbisthum Deutschlands,
an Bayern u. Österreich grenzend; bei seiner Säcn-larisation 1802 180 UM mit 190,000 (vor dengezwungenen Auswanderungen der Protestanten