627
Salviren
krosporangien, od. aus mehreren, zahlreiche Mikro-sporen einschließenden Mikrosporanzien. Bei derKeimung ragen die wenigzelligen Prothallien nurwenig aus denselben hervor. Engter.
Salviren (v. Lat.), retten, sichern.
8slvis (lat.), vorbehaltlich der . . ., unbeschadetdes...; so 8. ourialikns (abgekürzt oalv. our.), derFörmlichkeiten unbeschadet. 8. exesptioniduo, vor-behaltlich der Einreden. 8. omissis, mit Borbehaltdessen, was etwa weggelassen od. vergessen wordenist, bes. auf Rechnungen, Käufen, Pachten rc. vor-kommend.
8alvo (lat.), mit Vorbehalt des . .., unbeschadetdem . . .; so 8. errors valouli (abgekürzt 8. s. o.),mit Vorbehalt eines etwaigen Fehlers in der Rech-nung. 8. srrors et omnuooicms (abgekürzt 8. s. s.o.), mit Vorbehalt von Jrrthnm u. Auslassung. 8.Iionors, der Ehre, der gebührenden Achtung unbe-schadet. 6. zurg, mit Vorbehalt seines NeckNcs. 8.sure gnoeungus, mit Vorbehalt alles Rechtes. 8.wsliöri, mit Vorbehalt eines besseren Unheils vonSeiten eines Anderen. 8. titnio (abbrevirt 8. t.),dem Titel unbeschadet, wenn man Len Titel dessen,an den man schreibt, nicht weiß.
8slvus conlluotns (lat.), sicheres Geleit, s. Geleit.
Salwen, s. Salnen.
Salyer (Sallnvier), der mächtigste lignrische,mit keltischen Elementen vermischte Volksstamin imNarbonensischen Gallien, ans der linken Seite desRhodanns an der Küste des Mittclmeeres wohnend.Die Römer, denen sie die Straße nach Spaniensperrten, unterwarfen sie unter M. Fulvius Flaccusu. C. Sextius Calvinus (125—123 v. Ehr.) Städtein ihrem Gebiet, meist von den Römern angelegt:Arelate, Aqnae Sextiae, Massilia u. Ä.
Salz (Kochsalz, Küchensalz, 8al vulinarv) istChlornatrium — IstaOI. Es kommt in der Natursehr verbreitet vor, theils fest, theils gelöst in denSalzsoolen u. im Meerwasser. Außerdem findet essich in allen Pflanzen u. in allen Thcilen des thieri-schen Organismus; sogar in dcrLnjtist es enthalten,namentlich in der Nähe der Meere n. Salinen; ingeringer Menge ist es in allen Brunnen- u. Fluß-Wässern, sowie in der Ackererde enthalten. DasStein-S. hat eine körnige, zuweilen blätterige, sten-gelige oder faserige Struktur, ist weiß, grau in ver-schiedenen Rllancen, fleischroth, ziegelroth,gelb, seltengrün od. blau. Es findet sich in Lagern u. Stöckenvon zum Theil kolossaler Mächtigkeit u. Ausdehn-ung, in Begleitung von Anhydrit, Gips, Thonrc.,in fast allen Formationen. Selten steht es zu Tage,gewöhnlich ist es durch mehr oder minder mächtigeGebirgsmassen bedeckt. Die Hauptfnndorte in Eu-ropa sind: Galizien (Wieliczka), Deutschland (Staß-furt, Jnowrazlaw, Sperenberg, Segeberg rc.), Eng-land (Grafsch. Chester rc.), Spanien, die Insel Sici-lienrc. Anderweitig in Nord-».Mittelasien, Japanu. Arabien, in Australien, in NAmerika, am TobtenMeere, der NKüste vonAfrika, in Abessinien rc. DasWasser des Großen Oceans enthält 2,^, des Atlant.Oceans 2,75, der Nordsee 2,55 des Mittelmeeres 2,94Proc. Kochsalz, s. Meer. Der Gehalt an S. steigtin den Binnenseen oft sehr bedeutend; so enthaltendie S-seen der Kirgisensteppe u. der Krim zwischen13 n. 14 Proc. S.; in Gegenden, wo die Verdunst-ung des Wassers stark ist, setzen solche S-seen das 2.
^ ab, andere überziehen sich mit einer zusammenhän-genden Kruste von S., wie der Eltonsee in der Kir-gisensteppe, od. sie trocknen gänzlich ans und lassenLas S. als krystallinische Kruste am Boden zurück.Das Kochsalz krystallisirt gewöhnlich in Würfeln,welche sich oft zu hohlen, vierseitigen Pyramiden mittreppenförmigcn Wänden grnppiren; enthält die Auf-lösung aber Harnstoff oder phosphorsanre S-e bei-gemischt, so schießt es in Oktaedern an. Die Kry-stalle sind wasserfrei, schließen aber immer geringeMengen Wasser ein, weshalb sie beim Erhitzen zer-knistern (decrcpitiren). Knister-S. ist eine SorteStcin-S. ans Wieliczka, welches verdichtete Gase(Wasserstoff, Kohlensäure, Kohlenoxyd rc.) einge-schlossen enthält u. daher beim Auflösen ein eigen-thümliches Knistern verursacht. Das spec. Gew. desKochsalzes ist 2,^. In Wasser löst es sich leicht auf,100 Theile Wasser lösen bei gewöhnlicher Tempera-tur 36, bei 100" 40 Theile Koch-S. Wenn maneine gesättigte Auflösung von S. in sehr niedererTemperatur stehen läßt, so krystallisiren große sechs-seitige Tafeln, welche 4 Äqniv. Wasser enthalten.Über —10" werden diese Krystalle unter Abscheid-ung von Wasser zersetzt, indem kleine Würfel vonKocb-S. entstehen. In Alkohol u. starkem Weingeist istdas S. sehr schwer löslich, mit dem Wassergehalt desWeingeistes steigt die Löslichkeit. Im reinen Zu-stande schmeckt es rein salzig, anhängende Magnesia-Verbindungen ertheilen ihm einen bitterlichen Ge-schmack , Chlormagnesium verursacht, daß es an derLuft feucht wird. Bei starker Nothglühhitze schmilztes ».verdampft bei noch höherer Temperatur. Außerals Würze der Speisen dient das S. als Futter, zumConserviren von Fischen, Fleisch, Vegetabilien, bes.auch von Viehfutter, zur Darstellung von Glanber-S. u. S-sänre, zur Soda- u. Glasfabrikation, zumGlasiren der Töpferwaaren, bei derSeifenbereunng,als Heil- u. Düngemittel, bei Metallurg. Processen,als Decke u. als Flußmittel schwerflüssiger Körper rc.Über die Gewinnung des S-es s. Salzgewinnung.
Cnltnrgeschichtliches. Welch hohe Wichtigkeitman schon im hohen Alterthnm dem S. beilegte,geht bes. ans seinem Gebrauch beim Cultns n. einemgewissen Grade von Heilighaltnng zur Genüge her-vor. Bei den Israeliten mußten nach dem MosaischenGesetz alle Opfer gesalzen sein, bei den Griechen ge-hörten Bohnen und Linsen mit S. vermischt zu denReinigungsopsern. Die kräftige, schmackhaften, unterUmständen beißende Eigenschaft des S-es führte zuverschiedenen VersinnbilLlichnngeu, so bes. der inGriechenland entstandenen Redensart Attisches S.für beißenden, treffenden Witz. Eigenthllmlicherweiseaber erscheint das S. bei den griechischen Götternbezw. deren Mahlen verpönt, wie es (hiermit imZusammenhänge) imMittelalter auch bei denHexen-gelagen ausgeschlossen war. Bei der Schließung vonBündnissen, bes. im Morgenlande, war es u. ist esheute noch Sitte, daß beide Parteien etwas S. ge-nießen u. dadurch die Giltigkeit desselben anerkennen.So wurde auch der Fremdling mit Darreichung einerQuantität S. begrüßt und dadurch gegen alle Be-leidigungen geschützt. Dagegen wurde auch über eineStätte, welche verflucht worden war, S. gestreutzum Zeichen, daß fortan darauf nichts mehr wachsensollte, eben weil der mit S. geschwängerte Bodendurch Unfruchtbarkeit verrufen ist. Auf den Tischen
40 *