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Lan Salvador.
wolle, Kasse, Tabak, Gewürze, Cochenille,Silbererz.Die Handelsoerhaltnisse sind folgende (in Doll.):Einfuhr Ausfuhr
1873 — 74 2 , 835,070 3 , 841,257
1874 — 75 2 , 080,008 3 , 170,514
Hanptartikel der Einfuhr sind Baumwollen- n. Eisen-waaren, elftere mit L, letztere mit z der Gesammt-summc. Bei der Ausfuhr 1874—75 waren vertre-ten: Indigo mit 1,200,700, Kaffe mit 1,073,158Doll. Hanptverkchrsland ist England. — Die Ge-sammtbcvölkernng nach der Zählung von 1870:434,520, von denen die Hälfte Mischlinge, die üb-rigen Indianer und Weiße sind. Die Indianer vonS. S. (nach dem früheren Namen des Landes Cus-catlaner genannt) sind die civilisirtesten von ganzCcntralamerika. Die Verfassung des Staates ist repn-blikanijch; an der Spitze der Executive sieht ein ans4 Jahre gewählter Präsident (seit I.Febr. 1872 bis
1. Fcbr. 1876 General Gonzales; seitdem Zaldivar).Ihm steht eine legislative Kammer (Congreß) von24 Depntirten n. 12,Senatoren, die alljährlich zurHälfte neu gewähltwerden znr Seite. Staatsreligion:die römisch-kathol. (unter dem Bischof von S. S.).Bildung u. Erzichnngswesen stehen jedoch noch ansniedriger Stufe. Es bestehen außer einer Universität2 Normalschnlen. Die Zahl aller Schüler wird ans28,000,dieAusgabeznÜnterrichtSzweckenanf50,000Doll, angegeben. Das stehende Heer beträgt 1000Mann, die Miliz 5000 Mann. Eimheilnng in 10Departements; Hauptstadt: San Salvador. Mün-ze», Maße n. Gewichte wie in Costarica (s. d.).
S. S. wurde 1525 von Alvarado erobert, 1790zu einer Intendanz erhoben u. erklärte sich 1821 mitden anderen Staaten unabhängig von Spanien.Die weitere Geschichte bis 1845 s. n. Ccntralame-rika (Gcsch.). 1845 gcriethen jedoch S. S. n. Hon-duras in ofsenenKrieg; dagegenschloßS.S.4.April1845 einen Frenndschasts- und Allianzvertrag mitGuatemala und kamen überein, ans 30. Äug. Depu-tirte nach Sonsonate zu einem Nationalconvent zuschicken und dazu die anderen Staaten einznladen.Doch trennte sich 1847 Guatemala ganz von derUnion. Über die Wiederherstellung der ehemaligenFöderation brach 1850 zwischen S. S. n. Honduraseiner- und Guatemala anderseits ein Kampf ans,der durch die Niederlage der Verbündeten 2. Febr.1851 bei Arada (Chignimnla) ein Ende fand. Am25. Juli 1851 vereinigte sich S. S. mit Nicaraguau. Honduras wieder zur Errichtung einer Föderal-regiernng, und 1. März 1852 folgte an Vascon-cels Stelle Francisco Dnenas als Präsident derRepublik. Unter seiner Präsidentschaft erfreute sich
2. S. einer verhältnißmäßigen Ruhe; nächst CostaRica war es unter den Staaten Ccntralamerikasökonomisch und politisch am weitesten vorgeschritten,die Bevölkerung arbeitsamer n. friedlicher als in denNachbarstaaten, der Boden größtentheils cnltivirt u.der Export des Indigo, des.Hauptprodncts dcsLan-des, deckte in guten Jahren vollständig den Importder englischen Mauufactnrwaaren. Indes; bald nachdem Regierungsantritt des neuen Präsidenten D.Jose Maria San Martin (1854) traten schwereUn-zlücksfälle ein: ein furchtbares Erdbeben zerstörte inder Osternacht (16. bis 17. April) 1854 die ganzeHauptstadt S. S.; die Einwohner flüchteten u. eswurde etwa 3 Legnas von derselben entfernt in der
Ebene von SantaTecla eine neue projectirt. AnchdieHeuschrecken richteten große Verwüstungen im Landean. Deshalb in den Ver. Staaten geinachte Anleihenvermehrten den Einfluß der Nordamerikaner. Zwarwar S. S. nach seiner geographischen Lage an denHändeln wegen des Transitwegcs zwischen den bei-den Occanen und der Walkerschen F-libustierzüge inNicaragua weniger betheiligt, als die anderen mit-telamerikanischen Staaten; doch schloß cs sich (Der.1855)denVcrwahrungen derRegiernngen vouHon-duras n. Costa Rica gegen Anerkennung der Wal-kerschen Gewaltherrschaft in Nicaragua an u. sandteTruppen zur Befreiung Nicaraguas ab, welche imVerein mit denen der übrigen Nachbarstaaten dieCapitulation Walkers erzwangen. Nachdem Walkerznm zweiten Male vertrieben worden war, wurde aufeinem Congreß zu Rivas zwischen Nicaragua, CostaRica u. S. S. ein neuer Bnndesvertrag unterzeich-net, der aber nie zur Ausführung gekommen zu seinscheint; Nicaragua blieb vorläufig von den Verbün-deten besetzt. Im Juni 1857 wurde der 1856 er-wählte Präsident Rafael Campo ans knrzeZeit durchden General Barrios entsetzt, welcher mit einigenTruppen aus Nicaragua zuruckkehrte, wohin er zuspät zur Belagerung von Rivas gekommen war, u.in Cajntopeque denVicepräsidentDnmmas zum Prä-sidenten ausrief. Doch mißglückte diese Bewegung u.DummasverließselbstseinenBeschützer. Am6.Febr.1858 wurde als neuer Präsident Bk. Miguel San-ti» del Castillo eingesetzt. Er wurde 1859 durch denGeneral Gerardo Barrios gestürzt, nachdem dieoberste Gewalt vorübergehend durch mehrere Händegegangen tvar. Die Dauer der Präsidentengewaltwurde von 2 ans 6 Jahre (Decret vom 24. Jan.1859), dasMandat derKammern von2auf4 Jahreverlängert. Gegenüber den infolge dieser im Ja».1860 vollendeten Umwälzung unter Santi» vonHonduras aus die Ruhe des Staates bedrohendenFlllchtlinge,bekleideteudieKammernschonFebr.186lden Capitängeneral Barrios mit einer außerordent-lichen dictatorischen Gewalt zur Vertheidignng dernationalen Unabhängigkeit. Barrios verlegte denSitz der Regierung von Cajntopeque nach S. S.zurück u. suchte die Armee zu reorganisiren, konnteaber zu einem freundschaftlichen Einvernehmen mitLen Nachbarstaaten Costa Rica und Nicaragua nichtgelangen. Im 1.1863 kam es zwischen Barrios».Carrera, dem PräsidentenvonGnatemala, zum offe-nen Kampfe (vgl. Guatemala). Aber Barrios wurdebesiegt u. zur Flucht genöthigt und durch CarrerasEinfluß erlangte Francisco Dnenas, ein verbannterfrüherer Präsident von S. S. , 1864 erst die provi-sorische, dann die definitive Präsidentschaft in S. S.Nach Carreras Tode versuchte Barrios seine frühereWürde wiedcrzuerlangen; aber als seine Anhänger29. Mai 1865 bei La-Union geschlagen wurden, floher nach Nicaragua, das ihn an S. S. auslieferte.Dnenas ließ den Gefangenen, trotzdem er ihm dasLeben zngesichert hatte, vor ei» Kriegsgericht stellen,vernrtheilen und 29. Ang. erschießen. 1868 wurdeDnenas wieder znm Präsidenten gewählt, aber schonim solgenden Jahre durch eine Revolution gestürzt;an seine Stelle trat General Gonzales, der auch1. Febr. 1872 wieder gewählt wurde. März 1872verjagte S. S. im Bunde mit Guatemala Medina,denPräsidentenvonHondnras ».besetzte Comayagua.