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Bd. 15 (1879) Radegast - Schießscharte
Entstehung
Seite
617
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Salonichi -

setzten die Römer S. als einen strategisch wichtigenPunkt und vergrößerten den Hafen zur prächtigenStadt, so daß die Vorstädte bis zu dem BergpasseKlissnra reichten. Angustus erhob sie zur Colonie(Ooionia llulia Llartin). Hier war auch ein 6on-vontns jurilliouo und Dioclctians Palast, wo dieserKaiser sich anshielt, nachdem er die Negierung nie-dergelegt hatte. Viel litt S. in den Gothischen Krie-gen n. wurde 639 n. 641 von den Avaren zerstört,worauf die Bewohner nach Spalatnm übersiedelten;jetzt Spalato. Im 17. Jahrh. fand man noch Rui-nen von Amphitheatern, Tempeln rc. 1815 stellteProfessor Lanza ans Kosten des Kaisers von Oester-reich Nachgrabungen an. 1846 u. 1850 wurdenwie-der viele Ueberreste der alten Stadt aufgedeckt (einTheater, Amphitheater, Aqnädncte, Grabstätten, einaltehristlichcs Baptisterium, Neste einer Basilica,cyklopische Mauern rc.). Die hier gefundenen Alter-tümer sind zum Theil in Spalato ausgestellt. Aufden Trümmern liegt das kleine Dörfchen S. Vgl.Adam, Ruins oktlis palnes ok tlrs smp. Oioelotianab Lxalnbro, Lond. 1764; Carrara, Die Ausgrab-ungen von S., Lpz. 1854. 3) das alte Amphissa,Hauptstadt der ozolischen Lokrer; in der griechischenProvinz Phthiotis n. Phokis, am Fuße des Parnaß,in malerischer Lage um ein zerfallenes ans steilemFelsen stehendes Castell (im Alterthnm Akropolis),bedeutende Herbstmesse; 4463 Ew. Dronke.

Salonichi (Thessalonika, türk. Selanik, slav.Solnn), 1) türkisches Vilajet, umfaßt Theile desalten Makedoniens und Thessaliens; hat 51,649siZIem mit 1,028,000 Einw., von denen die HälfteChristen sind, der nördliche Theil gehört jetzt znmFllrstenthnme Ostrnmelien; S. ist gebirgig u. bildetnach Süden die Chalkidische Halbinsel; Hanptfluß istder Vardar; im Ganzen ist das Land fruchtbar undbringt Mais und andere Getreide, Gemüse, Tabak,Wein, Baumwolle, Öl, Südfrüchte, Opium, Gall-äpfel, Seide, Honig, Wachs u. m.; 3) Hauptstadtdarin, an der innersten Bucht des Meerbusens, ma-lerisch gelegen, innen schmutzig; hat altes Schloß(Zitadelle), Befestigung (Mauer mit Thürmen), 10große, vier kleine Moscheen, griechische Kirchen (Ro-tunde mit hohem Dom) ». Klöster, auch eine römisch-katholische Kirche, Synagogen, Hospitäler, jüdischeHauptschule (Hora), Bäder, Hane rc.; ist Sitz einesGencralgonvernenrs, eines griechischen Metropolitenu. der Consnln fast aller Nationen. Der Hafen (für300 Schiffe) ist geräumig u. sicher. Viele Fabrikenin Baumwolle, Saffian, Teppiche, Seidcnwaaren,Tabak, Metallwaaren; Färbereien u. Gerbereien.Handel mit diesen Kunstproducten und mit Weizen,Wolle, Öl, Opium, Gummi, Farben, Tüchern, Kasse».anderen Colonialwaarcn; verkehrt mit der ganzenTürkei und fast allen Rationen Europas, auch mitAmerika; nach Üsknb führt eine Eisenbahn, die ihreFortsetzung nach Belgrad erhalten wird; 1873wurdeder Werth der Einfuhr auf 19 Mill., derjenige derAusfuhr aufloMill.Frcs.veranschlagt; 60—80,000Einw. (darunter 35,000 Inden, von vertriebenenSpaniern abstammend u. 25,000 Griechen). In S.

! wie in der Umgebung viele Überbleibsel alter Denk-

! mäleru. Gebäudeder alten StadtThessalonike.Dronie.

! Salop, engl. Grafschaft, so v. w. Shrop.

Salopp (v. Franz.), unsauber, unordentlich; da-her Salopperie, Unreinlichkeit, Unsanberkeit.

— Salpeter. 617

«alpen, f. Mantslthiere.

Salpeter, kubischer, so v. w. Chili-S.

Salpeter. 1) Kali-S. (Mtrum), ist salpeter-saures Kali — LdlOg; findet sich ans lockerem Erd-boden, ans Mauern, in Höhlen, auf Klüften lockererGesteine als Auswitterung. Die Bildung von sal-petersanren Salzen in der 'Natur erfolgt überall, woAmmoniak in Berührung mit alkalischen Erden tritt,daher namentlich da, wo stickstoffhaltige, organischeSubstanzen bei Gegenwart von alkalischen Basen inFäulniß u. Verwesung übergehen; die S-säure ent-steht dabeidnrch Oxydation des Ammoniaks, welcheseinen Bestandtheil der atmosphärischen Luft, na-mentlich in der Nähe sich zersetzender thierischerStoffe, ausmacht. Zur Entstehnngdes S-s sind außerden genannten Bedingungen noch Feuchtigkeit, einenicht zu niedere Temperatur und endlich eine poröseBeschaffenheit des Materials erforderlich, in welchemdie S-bildnng erfolgen soll. Alle diese Bedingungentreffen häufig ans der Erdoberfläche zusammen, na-mentlich ans mit thierischem Dünger gedüngter Acker-erde, welche in der Thal zuweilen außerordentlichreich an salpetersaureu Salzen ist. Ein großer Theildes in den europäischen Handel gelangenden S-swird in Bengalen auf der Ostseite des Ganges u. inCeylon gewonnen, wo er ans der Erde answittert;man sammelt nach der Negenzeitdie oberste Erdschicht,namentlich an Orten, wo die Hütten der Einwohnergestanden od. sich Vieh anfgehalten hat, laugt sie ausn. verdampft die Lauge zur Krystallisation; man er-hält kleine gefärbte Krystalle (S. vom ersten Sude),welche durch Umkrystailisirung gereinigt werden (S.vom zweiten Sude). Auf ähnliche Weise wird inÄgypten, Persien, Spanien u. Ungarn der S. ge-wonnen. Künstlich erzeugte man bes. früher den S. indcnsog.S-Planta gen,indemmanlockereAckcrerdemit Asche, Kalkschntt, pflanzlichen u. thicrischcn Ab-fällen, Unkraut und Dünger mischte, die Masse zuHansen bildete n. nach erfolgter Zersetzung die Masseunter Zusatz von Holz-od. Pottasche mit Wasser ans-zog n. den erhaltenen S. durch Umkrystallisircn et-was reinigte. In neuester Zeit ist jedoch diese Artder S-gewinnnng sehr znrückgegangen u. wird nurnoch an wenigen Orten Europas (Schweden, Un-garn) cnltivirt. Der in den S-plantagen u. der na-türliche (ostindische) rc. Roh-S., welche beide etwa 15bis 30 °/o fremde Bestandtheile, bes. Chloride undbraune organische (humöse) Stoffe, enthalten, mußnun noch raffinirt werden. Zu diesem Zweck löstman 24 Ctr. rohen S. in der Hälfte des Gewichtskochenden Wasser und setzt hierauf unter Umrllhrennoch 136 Ctr. S. hinzu; dadurch wird der sämmt-liche S. aufgelöst, nicht aber alles in demselben ent-haltene Kochsalz; dieses wird aus dem Kessel gekrückt,die Flüssigkeit mit Wasser verdünnt n., wenn sie wie-der zum Sieden erhitzt ist, 1—2> le§ Leim zugesetzt,welcher mit den färbenden Substanzen eine unlös-liche Verbindung bildet, welche als Schaum ans derOberfläche erscheint u. sorgfältig abgeuommen wird.Man läßt die Lösung sich klären, bringt sie in dieKrystallisationsgefäße u. verhindert durch Umrührendie Bildung großer Krystalle, welche Mutterlaugeeinschließen und daher unrein sein würden. Der S.krystallisirt nun in kleinen weißen Nadeln, als sogen.S - mehl, welches in dem Maße, als es sich bildet, ansden schrägen Rand der Gesäße gezogen u. dann iw