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Bd. 15 (1879) Radegast - Schießscharte
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Salpetersäure.

Salpcteräthcr —

Waschkästen gebracht wird. Die Waschkäsicn habeifteinen durchlöcherten Boden mit »erschließbaren Ab-flnßöfsnnngen. Wenn die Mntterlangc »on dem S-mehl vollständig abgetropft ist, verschließt niandie Ab-slnßöffnnngcn u.übergießt den S.mitWasscrod. bessereiner gesättigten reinen S-lösnng, ivclche einen großenTheit deS noch vorhandenen Kochsalzes anflöst; nachciitigen Stunden läßt man die Lösung vollständigabtropsen und verfährt ans gleiche Weise mit einen,zweiten und dritten Waschwasser. Die abfließendenLangen werden wieder verwendet, die von de», erstenWaschen werden in die Krystallisationsbecken zurück-gcgossen, die reineren von, zweiten „. dritten Wa-schen aber dienen statt des Wassers zum Waschen dernächstciiPortioncn desS-mchls. Derso erhalteneS.ist für alle Zwecke, außer für Schiehpnlversabrikationn. Fenerwcrkcrei, rein genug. Es enthält aber „och1 —2 "/o Kochsalz, was sich nicht durch Answaschenentfernen läßt. Man löst ihn daher für obige Zweckenochmals ans, krhstallisirt ihn zu sehr feinem S-,„ehl„in, u. wäscht ihn mit reinem chlorfreiem Wasser solange ans, bis er kaum »och Spuren von Chlor u.Natrium enthält. Nach Wagner wurden 1860 16 , 4 ,1865 27,2, 1870 39,-, 1874 44,2 Mill. ind. Roh-S.nach England eingeführt u. rasfinirt. Seitdem derNatron-S. zu einem bedeutend billigeren Preis alsder Kali-S. in den Handel kommt, hat man ange-saugen, diesen auf Kali-S. zu verarbeiten, indemman ihn ansangs mit Pottasche, später mit SchlempeKohle zersetzte. Jetzt wendet man hierzu fast nurnoch Staßfnrter Chlorkalinm an, und es hat dieseS-fabrikation sehr bedeutende Dimensionen ange-nommen. Die Zersetzung nimmt man in mit einerDampsschlangevcrsehenenhochsteheiidenLöscbottichenmit kochender Mntterlangc vor, wovon man abernur so viel anwendet, daß der gebildete Kali-S. ge-löst bleibt, während das entstehende Kochsalz sich alsKrystallpnlver abscheidet, u. sich in dem sogen. Salz-filter, einem mit doppeltem Boden versehenen Bot-tiche, in welchen die Lauge nun gelangt u. 10 Min.ruhig stehen bleibt, absetzt. Die klare, durch ans demoberen Boden des Salzfilters liegendes Jutegewebefiltrirte Lauge kommt dann in Krystallisirgefäße,wird dort umgcrnhrt u. setzt ein S-mehl ab, welchesnur 8—9 "/o Kochsalz enthält n. genau wie das ansRoh-S. erhaltene rasfinirt wird. Aus dem ans demSalzfilter znriickbleibenden Salze wird der noch zu-rückgebliebene S. durch Ansgießen von (wenig) heißemWasser gewonnen. Der S. krhstallisirt in farblosenlängsgestreiften Säulen, ohne Krystallwasser; er istim Wasser leicht löslich, 1 Theil Wasser löst bei 0 "13,2, bei 18° 29, bei 97° 236 n. bei 116°, dem Sie-depunkte der gesättigten Lösung, 335 Theile S.; erichmeckt salzig kühlend, etwas bitter; beim Auflösenim Wasser bewirkt er Kälte. Au der Lust veränderter sich nicht, schmilzt unter der Glühhitze zu einerfarblosen Flüssigkeit, welche beim Erkalten strahliglrystallinisch erstarrt; stärker erhitzt entwickelt er unterAnfschäumcn Stauerstofsgas, dann auch Stickstoff,u. cs bleibt salpctrigsanres Kali oder reines Kali zu-rück; das Prnnclleusalz ( 8 ak prunollao, Xibrnm ba-lmlatmm) der Officincn ist geschmolzener S. In derHitze wirkt derS. stark oxydirend, auf glühendeKoh-len geworfen verpufft er heftig, mit Metallen geglühtoxydirt er dieselben. Der S. dient zur Darstellungder S-säure, zu Kältemischungen, zu kalten Umschlä-

'gen, zur Conservirung des Fleisches, zur Glasfabri-kation, bei der Fabrikation des Schießpulvers undsonstiger Fenerwerkskörper. Mit Ausnahme derletzteren Anwendung ist er jedoch vielfach von dembilligeren Natron-S. verdrängt. Als Düngemittelwird letzterer fast allein angcwendet. Den Alten warder S. nicht bekannt, was sie kstitrum nannten, warkohlensanres Natron. In den Schriften des ArabersGeber ( 8 . Jahrh.) findet sich der S. als 8 ak Pe-tras erwähnt; später wurde er 8 ai nitri, znin Un-terschied von 8 itrum der Alten, genannt. 2) Na-tron-S. (Kubischer S., Chili-S.), s. Chili-S.;slanimender S. ist salpetersaures Ammon; pris-matischer ist Kali-S. s. S. 1 ). Jimgck

Salpeteräther, s. Salpetrigsänreäther.

Salpetergas (Chem.), so v. w. Stickoxydgas.

Salpetergcist,v ersüßter (Salpeteräthergeist),ist größtentheils Salpetersäureäthyläther 628580 ,,wird durch Destillation von Salpetersäure u, Alkoholerhalten, riecht angenehm nach Borstorser Äpfeln u.wird in der Medici» gebraucht.

Salpeterplantagen, s. Salpeter 1).

Salpetcrsalzsänre, so v. w. Königswasser.

Salpetersäure (Salpetersänrehydrat, L.oi<Iiuiinitrionm, in verdünntem Zustande Scheidewasser,Lgua tortis), chemische Verbindung von Stickstoff,Wasserstoff und Sauerstoff von der Formel 880,.In reinem Zustande eine farblose, cigenthümlich sauerriechende, an der Luft stark rauchende, hygroskopischeFlüssigkeit von spec. Gew. 1 , 522 , die bei 86 ° siedet u.bei —50° fest wird. Sie färbt die Haut u. viele or-ganische Körper gelb u. zerstört sie. In starker Roth-glnth zerfällt sie in ihre Elemente, bei schwacherRothglnth, theilweise auch im Lichte, zerfällt sie inUntersalpetersäure, Wasser u. Sauerstoff; im Lichtesärbt sie sich daher durch aufgelöste Untersalpeter-säure gelb. Mit Wasser läßt sie sich in allen Verhält- snissen mischen, u. erhitzt man eine stärker verdünnteSäure, so verdampft anfänglich fast reines Wasser,indem der Siedepunkt fortwährend steigt; endlichdestillirt bei etwa 120 ° eine Säure von constanterZusammensetzung über, deren Säuregehalt von dem ,jeweiligen Luftdrucke abhäugt (bei gewöhnlichemDrucke ca. 70°/« Säuregehalt, spec. Gew. 1 , 4 »)-Die S. ist ein kräftiges Oxydationsmittel. Kohle,Schwefel, Phosphor u. andere Metalloide zersetzensie namentlich beim Erwärmen, indem sie ihr einen lTheil ihres Sauerstoffs entziehen n. sie in salpetrige )Säure verwandeln; ist Wasser vorhanden, so zerfällt (die letztere in Stickoxyd u. S. Die meisten Metalle(ausgenommen sind Gold, Platin, Iridium, Rh»-dium, Ruthenium) greifen die S. stark an und der- !-wandeln sich in S-salzc. Eisen u. Blei wirken ans sconcentrirte Säure gar nicht, auf verdünnte sehr jheftig ein. Da die S. wol Silber, aber nicht Geld 1anflöst, so benutzte man sie früher zur Trennung ;(Scheidung) beider Metalle und nannte sie deshalb )Scheidewasser; da die Trennung aber nur in lgewissen Fällen vollständig ist, so bewirkt man die-selbe jetzt auf anderem Wege. Auch auf organisch»Substanzen wirkt die S., oft mit großer Heftigkeit,ein; dieselben werden entweder oxydirt, oder es ent-stehen Nitroverbindungen (s. d.). Die Prüfung ansS. s. u. S - salze. Die S. wird im Großen dar-gestellt, indem man in gußeisernen Kesseln oder Etz- 1lindern Chilisalpeter mit Schwefelsäure erhitzt ^