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Salmiakgeist
feucht in thönernen oder eisernen Kapellen am bestenvon 2^—3 m Durchmesser gedrückt, durch Erwärmenentwässert n. das Gefäß hierauf mit einer Haube vonThon, Eisen od. Blei, welche oben in der Mitte eineÖfsnnng hat, bedeckt; bei verstärktem Feuer snbli-mirt der S. u. setzt sich in Form einer faserig kry-stalliuischen glasigen Kruste an der Haube ab. Dieso erhaltenen Salmiaiknchen werden, nachdem mandurch Äbhobeln die äußerste schwärzliche Schicht ent-fernt hat, in den Handel gebracht. Neuerdings su-blimirt man auch viel S. in Glasretorten, welchevom S. beim Abtühlcn zersprengt werden. Der S.ist in kaltem wie in warmem Wasser gleich löslich, 1Theil S. löst sich in 2„ Theilcn Wasser; beim Auf-lösen in kaltem Wasser entsteht eine beträchtliche Kälte,daher die Anwendung des S-s zu Kältemischungen.Er snblimirt schon bei mäßig hoher Temperatur u.setztsich in Form eineslockerenPulvers, S-blnmen,od., wenn die Temperatur im Sublimirgefäß höherist, als eine faserig krystallinische glasige Masse anden kälteren Theilen des Apparates ab. In größererHitze wird der S-dampf in Ammoniak u. Salzsäurezerlegt (Dissociation), welche sich aber beim Abkühlenwieder zu S. vereinigen. Er besitzt einen scharfen,stechenden Geschmack, ist sehr zäh u. läßt sich daherschwer pnlverisiren. Mit anderen Chloriden ver-bindet er sich zu Doppclchloriden; Metalloxyde zer-setzen ihn theilweis unter Bildung von Ammoniak,Wasser und Metallchloriden, welche sich mit dem S.verbinden. Auch Eisen n. andere Metalle wirken inhöherer Temperatur zersetzend ans den S. Der S.wird in der Medicin zur Erzeugung künstlicher Kälte,als zertheilcndcs Mittel innerlich n. äußerlich, meistin Lösung, auch in Pillensorm angcwendet; er dien!ferner zur Darstellung des reinen Ammoniaks, zurBereitung von Rostkilt (s. Kitt und Eiscnkitt) zumLöthen und Verzinnen, wo er als Anslösnngsmittelfür die Metalloxyde n. als Reduktionsmittel wirkt;als Beize beim Färben, bei Bereitung des Schnupf-tabaks rc. — Der eisenhaltige S. der Apothekerist ein Gemenge von S. mit Eisensalmiak. Der Ei-sensalmiak bildet rothe
rhombische Krystalle. Jungs.
Salmiakgeist, so v. w. Ammoniakflüssigkeit, s.Ammoniak.
Salmlinge (franz. Lanmonsaux, engl. Oarr)werden am Rhein die jungen Lachse von 1—2 Jahr,in welchem Alter sie noch dunklere Querbinden tra-gen, genannt.
8almo (lat.), der Lachs, s. Lachse.
Salmünster, Stadt im Kreise Schlüchtern desprenß. Regbez. Kassel, an der Mündung der Salzain die Kinzig, Station der Franksurt-Bebraer Eisen-bahn; Amtsgericht, Oberförsterei, ehemaliges Colle-giatstist, Wollenweberei, Obstbau; 1875: 1247 Ew.S. erhielt 1344 Mauern n. gehörte ehemals znFnlda.
Salo, Marktflecken in herrlicher Lage am Garda-see in der italicn. Prov. Brescia; Gymnasium, Athe-näum mit Bibliothek, Fabriken in Hüten, Leder,Glas, Garnspinnerci (berühmter Zwirn), Handelmit Südfrüchten; 3467 Ew. (Gem. 4962). Hier 1.Aug. 1 796 Sieg der Franzosen über die Österreicher.
Salome (die Friedfertige), 1)Sta.S., Weib desZebedäos, Mutter der Apostel Jakobus u. Johannes;sie begleitete u. bediente Jesum aus seinen Lehrreisen.2) Tochter der Herodias, zuletzt vermählt mit Art-
— Salomo.
stobulos I., führte durch ihre Tanzfertizkeit die Ent-hauptung Johannes des Täufers herbei. Der Le-gende nach st. sie einen gleichen Tod.
Salomo (hebr. 8okülomo1i, d. i. Fricdensfürst,Friedrich), Lieblingssohn Davids von der Bathseba,erzogen vom Propheten Nathan, der ihm den Na-men Jcdidjah (Liebling Gottes) beilegte; wurde,um den Herrschergelüsten seines älteren BrudersAdonia znvorznkommen, ans seiner Mutter und desPropheten Nathan Verwendung noch bei LebzeitenDavids znm Könige gesalbt, bestieg 1015 als 3. Kö-nig über das ungetheilte Reich den israel. Thron n.regierte40Jahre (bis975). Nachdem ereinigeAuf-stände in Edom, Damaskus u. Geschur (Gazer) un-terdrückt hatte, regierte er in Frieden u. erschloß sei-nem Volke alle Quellen des Wohlstandes durch För-derung des Großhandels u. der Industrie. Ersteresbes. durch Schifffahrt u. Anlegung von Städten alsWaarenstationen für die Karawanenzüge, so z. B.die Stadt Thadmor (Palmyra). Er eröffnet- seinemLande zuerst den Scehandel. An der Rhrde vonEzion Geber u. Ailat (am Meerbusen des RothenMeeres) rüstete er eine Flotte ans, die bis nachOphir (einem indischen Küstcnlandc, nach Anderenim südl. Arabien gelegen) segelte. Mit Hiram, demKönige von Tyrus, schloß er einen HanLelStractatu. vereinigte seine Schiffe mit den phönikischen zuden Fahrten nach Spanien. Auch Landstraßen ließer für den Verkehr anlegen u. sicherte dieselben durcheine Reihe von Festungen, Bethhoron, Megiddo,Baalat, Chazor, Gazer. Jerusalem befestigte er,versah es mit einer Wasserleitung u. erfüllte es miteiner Pracht von herrlichen Bauten, die einen bes.schönen Stadttheil (Millv) bildeten. Unter denPrachtbauten steht obenan der Tempel ans Moria,dessen Bau 7 Jahr mährte; die beiden Säulen des-selben (Jachin und Boas) spielen noch jetzt in derFrcimanrersymbolik eine hervorragende Rolle. DerBan des Palastes u. Zeughauses erforderte einenZeitraum von 13 Jahren. Besondere Sorgfalt ver-wendete er ans die Einrichtung der Gerichtshalle,worin der elfenbeinerne, als seltenes Wunderwerkgepriesene Thron S-s. Für seine Hanptgemahlin,die ägyptische Königstochter, ließ er einen eigenenPalast bauen. Nach ägyptischem Vorbilde gestalteteer auch das Heereswescn um, er schaffte 1400 Kriegs-Wagen, 12,000 Rosse, 4000 Ställe an. An seinemHofe entfaltete er eine große Pracht, dies erfordertegroße Summen. Er theilte das Land in 12 große,mit den 12 Stämmen nicht identische Kreise, vondenen jeder während eines Monats im Jahre alleHofhaltnngsbedürfnisse in Naturalien zu liefernhatte. Um seiner Glauzsucht zu genügen, legte erdem Volke schwere Abgaben auf n. weckte dessen Un-zufriedenheit, die in seinen letzten Rezierungsjahrcnzu inneren Unruhen führte, die er mit Gewalt er-stickte. Sprichwörtlich ist S-s Weisheit u. Gerechtig-keit; bekannt ist das S-ische Urtheil betr. die Er-mittelung der rechten Mutter eines streitigen Kin-des. Er pflegte die Dichtkunst, bes. das LlasolnU(Fabeldichtung) u. Odiäalr (Räthsel, Spruchdicht>ung). Seinen Glanz u. seine Weisheit zu bewun-dern, kam n. A. die Königin von Saba (Sabäa, ander arabischen Küste), die Sage nennt sie Belkis,nach Jerusalem n. erprobte S-s Geist durch Räthfel-sragen, die er zu ihrem Erstaunen sämmtlich richtig