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Bd. 15 (1879) Radegast - Schießscharte
Entstehung
Seite
614
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(!14 Salmanassar

in deutsche Prosa übertragen, Nllrnb. 1446 u. ö.,niederdeutsch o. O. u. I. G. Z.

Salmanasiar, König von Assyrien, gemäß denassyrischen Eponymenlistcn von 727—722 v> Chr.regierend, Nachfolger Tiglath Pilesars, unternahmeinen Zug gegen das Reich Israel und machte denKönig Hosea zinspflichtig; als dieser aber in Ver-bindung mit dein ägyptischen Könige So den Tributverweigerte, zog S. Mieder gegen ihn, eroberte nachZjährigcr Belagerung die Stadt Samaria u. führtetue Israeliten in die Assyrische Gefangenschaft. Auchunterwarf er einen Theil Phönikiens, aber auf Tyruswar sein Angriff vergebens. Außer der Bibel ver-danken wir diese Nachrichten einem Thontäselchcndes Britischen Museums. Anderseits wird jedoch aufden Inschriften als der (schließliche) Eroberer Sa-marias nicht er, sondern sein Nachfolger Sargon(s. d.) genannt.

Salnmnnen, s. Lala.

Salmasius, Claudius (eigentlich Claude deSaumaise), berühmter Polyhistor, geb. 15. April1588 in Semnr en Anxois; studirte seit 1604 inParis Philologie u. seit 1606 in Heidelberg Juris-prudenz n. wurde Protestant. Obgleich er bei seinerRückkehr nach Frankreich 1610 auf den Wunsch sei-nes Vaters, eines Parlamcntsraths, in den Advo-catenstand trat, so erschien er, durch seine Vermähl-ung mit der Tochter Merciers ein wohlhabenderMann geworden, doch nie in einem Gerichtssaale,sondern trieb die gelehrten Studien fort n. wurde,nachdem er verschiedene.Berufungen an italienischenUniversitäten abgelehnt, 1632 Professor in Leyden.Eine Denkschrift: Osksnsio rstz'is, pro Onrolo I.rvon England) 1649, zog ihm eine bittere AntwortMiltons Namens des englischen Parlaments u. selbstdie Mißbilligung seiner republikanischen holländischenBeschützer zu. Er nahm deshalb 1650 eine Einlad-ung der Königin Christine nach Schweden an, kehrteaber, da ihn das- Benehmen der launenhaften Kö-nigin absticß n. ihm das dortige Klima nicht zusagte,1651 nach Holland zurück n. st. 3. Sept. 1653 inSpaa, wo er die Bäder brauchte. Er schr.: Oxor-ertaticmss Oliuiarms in Lolinum, Par. 1629, 2Bde., u. A. Utrecht 1689; gab heraus den Florus,Hcidelb. 1609; die Hist. ilmAust. svriptorss, Par.1611; Tertnlliau ckspallio, ebd. 1622, Leyd. 1656;Achilles Tatius, Leyd. 1640; des Simplicius Oom-rnsntatiouss in Opiststnm, ebd. 1640; u. schriebaußerdem Os usuris, ebend. 1638; Os inoäo usu-rarum, ebd. 1639; Os losnors trapWitiss, ebend.1640; Os inutno non ssss alisnationom, ebd. 1640;Os priinatn Oapas, 1645; Os UnAua Usllsuistioa,Leyd. 1643; ikunus kinZnas Usllsu., 1643; Osannis elimastsriis, 1658; Os ro militari Ikoina-noruin, 1657; Opistolas, 1656 u. v. a.

Salmeron y Alonso, Don Nicola, span.Staatsmann, geb. 1838 in Alhama lo Seco (Al-mena), studirte in Granada u. Madrid Rechtswissen-schaft u. Philosophie, wurde Assistent an der Facul-tät der Philosophie u. Literatur in Madrid, dann amInstitut San Jldefonso, arbeitete dabei aber für dasOrgan der demokratischen Partei Im Oiseusion u.dann für Castelars Osmoeraeia, und trat schließlich1865 selbst in das demokratisch-republikanische Co-mitc von Madrid. Nachdem er 1868 als demokrati-scher Verschwörer 5 Monate lang im Gefängniß ge-1

— Salmiak.

büßt, wurde er nach der Septemberrevolution Mit-glied der provisorischen Rcgiernngsjnnta in Madrid,1871 auch endlich in die Cortes gewählt, wo er durchseine Rednergabe glänzte. Nach der Abdankung desKönigs erhielt er unter F-igneras das Justizmini-sterium, wurde dann Präsident der Cortes und 18.Juli 1873 Präsident der Execntivgewalt. Jndeß zuschwach u. zu kurzsichtig gegenüber der Internatio-nalen sowie den Carlisten, die im S. n. N. Spanienbedrohten, u. ärgerlich über die Ablehnung der Cor-tes , die Todesstrafe in die Kriegsartikel anfznneh-nien, nahm er 8 . Sept. seine Entlassung u. wurdePräsident der Cortes. Im Begriff, an der Spitzeder intransigenten Majorität seinen Nachfolger imPräsidium der Execntivgewalt, Castelar, zu stürzen,stürzte er selbst mit diesem 3. Jan. 1874 Lurch Pa-vias Staatsstreich n. trat seitdem ins Privatlebenzurück. Lagal.

Salmiak, (8a1 nmmoniaoum, .Ammonium IMI-riatisum), ist Chlorammonium (salzsanres Am-moniak)—HH 46 I, findet sich im Mineralreiche kry-stallisirt im regulären System, meist in Würfel»,Octaedern od. verzogenen Leucitoedern, erscheint auchfaserig, haarförmig, stalaktitisch, meist in kristallini-schen Krusten u. erdigen Überzügen; Härte 1 bis 2 ;spec. Gew. 1,5 bis 1,^; farblos, grau, durch Bitu-men gelb od. braun gefärbt, durchsichtig bis durch-scheinend. Findet sich in den Umgebungen von Vul-kanen; bes. häufig am Ätna nach der Eruption von1832, am Vesuv nach dem Ausbruch von 1794, woder S. centnerweise gesammelt wurde, in großerMenge auch 1806, 1822 und 1834; häufig in denvulkanischen Gegenden Amerikas und Asiens. DieBildung des S-s bei vulkanischen Eruptionen erfolgtdurch die Einwirkung freier Salzsäure oder in derLava enthaltener Chlorverbindungen auf organischeSubstanzen, daher findet man S. bes. da, wo Lavaüber bewachsenen Boden geflossen ist. Früher wurdeder S. vorzüglich ans Ägypten gebracht, wo er an»dem durch Verbrennen des Kainclmistes gewonnenenRuß durch Sublimation gewonnen wird. Jetzt be-reitet man ihn ans den Producten der Destillationstickstoffhaltiger, organischer Körper, wie sie bei derBeinfchwarz-, Knochenkohle- und Blmlangenfalz-fabrikation rc. erhalten werden, oder anS gefaulten:Harn durch Destillation, doch ist dies n. der zuweilenam Ätna, Vesuv rc. gesammelte S. lange nicht sobedeutend wie die aus dem sog. Gaswasser (s. Gas-beleuchtung) bei der trockenen Destillation von Stein-kohlen rc. behufs der Lenchtgasdarstellung erhal-teneu Mengen. Die Gewinnung des S-s aus den:betr. Destillat geschieht je nach dessen Bestandtheilcnauf verschiedene Art, z. B. man nentralisirt dieFlüssigkeit mit Salzsäure oder vermischt sie mit derMutterlauge von Salinen, dampft die erhaltene Lös-ung von S. ein u. erhitzt den zurllckbleibenden, starkbraun gefärbten, rohen S. zur Vertreibung od. Zer-störung des brenzlichen Öles, löst ihn in Wasser aufund läßt ihn auskrystallisiren. Nach einem anderenVerfahren erhitzt man die ammoniakhaltigen Flüssig-keiten mit Kalk in Destillirgefäßen u. leitet das ent-weichende Ammoniak in Salzsäure; durch Abdampfendieser Flüssigkeit erhält man den S. In der Regelwird der S., wie er durch Eindampfen oder A»s-krystallifiren aus seinen Lösungen erhalten wird, durchSublimationgereinigt.Zu diesem Zwecke wird er noch