Druckschrift 
Bd. 15 (1879) Radegast - Schießscharte
Entstehung
Seite
613
Einzelbild herunterladen
 

Salmakis — Salmcm u. N!orolt.

613

z

> im ersten Stande der Provinzialstände vom preußi-

> scheu Westfalen. Das Hans mit dem Wohnsitz An-I holt bei Bocholt hat jetzt znm Chef den Fürsten A l-

fred, geb. 26. Dec. 1814, snccedirte 2. Ang. 1816.Zu diesem Hause gehört noch die seit 1817 gräflicheNebenlinie,Salm-Hoogstraeten. DerLenzischeAst formirt das jetzige fürstliche Hans L) Salm-Kyrburg, das 1712 den Titel alsReichssürst und1763 als Fürst von Hornes und Overisque erhielt,

! 1811 seine Souveränität verlor, später unter pren-

^ ßische Landeshoheit kam u. außer dem westfälischen! Amte Kyrbnrg das Fnrstenthnm Hornes besitzt, mitdem Wohnsitz zu Nenneberg in der gleichnamigenGrafschaft am Rhein, gegenwärtiger Chef ist seit1859 Fürst Friedrich V. Ernst, geb.5.Nov.1823.j Der Dhannische Ast zu Grumbach formirt gegen-wärtig das fürstliche Haus 6) S.-Horstmar, wel-ches für die 1802 an Frankreich verlorenen Besitz-ungen auf dem linken Rheinufer das 12^ HfM Hai-tende Amt Horstmar im Bisthnm Münster erhielt,welches 1810 zu Frankreich n. 1815 unter preußischeOberhoheit kam. Das Haus erhielt 1817 die Für-stenwttrde u. 1821 eine Virilstimme im ersten Standeder Provinzialstände vom preußischen Westfalen,folgt der Lutherischen Confession n. hat CocSfeld zuseinem Wohnsitz. Jetziger Chef seit 1865 Fürst undNheingraf Otto, geb. 8. Febr. 1833. II. Die LinieRieder-S., welche Karl gegründet hatte, st. 1113Mit Heinrich IV. ans n. die Lande derselben kamenan die Dynasten von Neifferscheidt, welche nach undnach die Graf- n. Herrschaften Dyck, Alfter, Bedbnru. Hackenbroich erwarben. Unter den Urenkeln desStifters entstanden 1639 die beiden noch jetzt blühen-den Hauptlinien, welche den Titel Mtgraf und Alt-gräfin führen, obgleich sie dem fürstlichen Standeangchören. H) S.-Neifferscheidt, gestiftet vonErich Adolf, st. 1678, theilte sich unter den Enkelndes Stifters in die Äste: a) sonst S.-Bedbur, seit1803 S.-Reifserscheidt-Krautheim', genanntvon den gleichnamigen, 6 fUM haltenden Ländereienin Franken, welche dieser Ast für seine im LnnevillerFrieden verlorenen reichsständischen BesitzungenNeifferscheidt u. Bedbnr erhielt; 1801 wurden dieseLändereien zu einem Fllrstenthum Krautheim er-hoben, welches durch den Rheinbund unter die.Hoheitvon Württemberg n. Baden gestellt wurde u. späterdnrch Kauf an diese Länder kam. Wohnsitz ist SchloßHerschberg bei Mersburg am Bodensee und SchloßNen-Cilly in Steiermark. Jetziger Chef seit 1856Fürst und Altgraf Leopold, geb. 11. März 1833.d)S.-Reifferscheidt-Hainsbach,Lieserseit1455gräfliche u. gräflich gebliebene Ast erhielt 1797 dasErbsilberkämmereramt im Königreich Böhmen, wo erseine Besitzungen hat. Jetziger Chef seit 1817 Reichs-: u. Altgraf Franz, geb. 31. Mai. o) S.-Reiffer-

scheidt-Nieder-Krantheim, sonst Nieder- undAlt-S. in den Ardennen, erhielt 1781 die mährischenHerrschaften Raitz, Jedornitz und Blansko, wurde1790 in den Reichsfürstenstand erhoben u. für diein der Grafschaft Nieder-S. verlorenen Hoheitsrechtedurch eine Rente von 12,000 Gulden und die AbteiSchönthal in Württemberg entschädigt; Wohnsitz inNaitz bei Brünn. Chef seit 1836 Fürst u. AltgrafHugo, geb. 15. Sept. 1803. L) S.-Reisjer-! scheidt-Dyck, gestiftet von Ernst Florentin, (st.

^ 1681), besitzt die Herrschaften Dyck, Hackenbroich,

Alster, Ramersdorf und Bainit, wurde 1816 in denpreußischen Fürstenstand erhoben und erhielt 1827eine Virilstimme im ersten Stande der preußischenRheinprovinz; Residenz Dyck bei Neuß am Rhein.Jetziger Chef seit 1861 Fürst Alfred, geb. 31. Mai1811 . Den fürstlichen Linien des Geschlechtes S.kommt infolge BundesversammlnngSbeschlusses vom13. Ang. 1825 das Prädicat Durchlaucht zn. Vgl.Fahne, Geschichte der Grasen, jetzigen Fürsten znS.-Neifscrscheidt, Köln 1858, 2 Bde. Der Linie S.-S. entspang Prinz Felix, jüngster Sohn des »er-storbenen Fürsten Floremin u. Bruder des jetzigenFürsten Alfred, geb. 25. Dec. 1828, stand erst inpreußischen n.dann in österreichischen Kriegsdiensten.;ging im Bürgerkriege nach NAmerika und wurdeOberst bei einem New-Iorker Freiwilligenregimencu. dann Brigadegcneral bei der Cnmberlandarmce:darauf trat er in die Dienste des Kaisers Maximilianvon Mejico n. begleitete denselben im Febr. 1867nach Qneretaro, wo er sich im Kampfe gegen dieRepublikaner anszeichnete, im März Oberst n. baldBrigadegeneral, Flügeladjntant des Kaisers u. Chefdes kaiserlichen Hauses wurde; nach des Kaisers Tode,

1867, kehrte Prinz Felix nach Europa zurück, wurdeMajor in dem 1. preuß. Gardegrenadierregiment u.fiel 18. Ang. 1870 beiGravclotte. Er schr.: Qneretaro,Blätter aus meinem Tagebuchs in Mejico, Stuttg.

1868, 2 Bde. Seine Gemahlin Agnes, Tochter

des amerikan. Obersten Le Clerq, geb. 26. Dec.1810, begleitete ihren Gatten (seit 1862) auf allenseinen Reisen und Feldzügen, spielte in Mejico einehervorragende Rolle, worüberihre höchstinteressantenMemoiren: Zehn Jahre aus meinem Leben, 1862bis 1872, Stuttg. 1875, 3 Bde., schr. n. vermähltesich 1878 in Stuttgart mit Charles Hencage. Ausder Linie S. - Reifferscheid stammte Niklas,Graf von, kaiserl. Feldhauptmann, geb. 1458 inNiedersalm (Ardennen), focht als Kaiserlicher beiGranson und Murten gegen Karl den Kühnen vonBurgund, 1488 in den Niederlanden und unterFrnndsberg seit 1509 in Italien; bei Pavia nahmer 20. Febr. 1521 in persönlichem Kampfe KönigFranz I. von Frankreich gefangen, schlug dann dieParteides ZapolyainUngarnl529, vertheidigte alsoberster Feldhauptmann Wien gegen Suleiman II.23. Sept. bis 15. Oct., ward aber an diesem Tagedurch einen Steinwnrf derart verwundet, daß er denOberbefehl abgeben mußte u. infolge der Wunde ausseinem Gute Salmhof bei Marchegg 4. Mai 1530starb. Karl V. u. Ferdinand I. ließen ihm ein Denk-mal errichten, das jetzt auf der Salmschen HerrschaftRaitz bei Brünn steht. Lagai.

Salmakis, s. n. HalikarnassoZ.

Salinan u« Morolt, mittelhochdeutsches Ge-dicht des 12. Jahrh., nur in einer Ueberarbeitungdes 14. Jahrh. vorhanden, das Werk eines fahren-den Sängers, Entführungsgeschichten. Ausgabenvon Hagen im 1. Bde. der Gedichte des Mittelalters;von K. Bartsch, Wien 1869. Ein zweites, nach einemlateinischen Werke verfaßtes, ebenfalls nur in einerUmarbeitung des 14. Jahrh. vorhandenes Gedicht:Salomon u. Morolt, stellt mitrohem Humor denGegensatz der gelehrten Bildung zum gemeinen Ver-stände dar. Ausgabe von Hagen a. a. O.; Übersetz-ung von Simrock, Berl. 1839. Die Gespräche Sa-lomons mit Markolk wurden aus dem Lateinischen