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Salis —
große Salzwerke (jährlich ca. 60,000 Ctr.), Sool-väder, Kaltwasserheilanstalt, Gipsbrüche, Wollen-spinnerei, Fayence- u.Sodasabrikatwn,Papiermüh-len, Gerbereien, Weinbau, Handel mit Schiffbau-Holz, Getreide, Bieh, Pferden, landwirthschastlichenGeräthen undRothwein; 5577 Eiv. (Gem. 6271).1826 brannte ein großer Theil der Stadl ab. Berus.
Salis, eine altadeligc, in Granbünden verzweigteund vielfach einflußreiche Familie mit den Stamm-sitzen Soglio u. Secwis im N. u. S. des Kantons.Aus ihr stammt Freiherr Johann Gaudenzvon S.-Secwis, deutscher Lyriker, geb. 26. Dec.1762 ans seinem väterlichen Schlosse Bodmer beiÄkalans in Graubünden; trat 1785 in franz. Mi-litärdienste, stand bis zur Revolution als Haupt-mann der Schweizergarde zu Versailles, diente un-ter Moutesquiou in Savoyen, als die Franzosendieses Land eroberten, u. privatisirle hieraus in Chur ;weil ans seine Beranlassnng Granbünden sich mitder Schweiz vielsach angeseindet, ging er nach Zü-rich, wurde 1788 Generalinspector des MilizwejenSin der Schweiz n. Generaladjntant in Massenas Ge-neralstabe, später Cassalionsgerichlsrath in Bern.1803 kehrte er nach GranbünLen zurück n. wurdeOberst der Miliz; zuletzt zog er sich^nach Malanszurück, wo er 30. Jan. 1834 starb. Seine Gedichtezuerst von Matthisson, Zur. 1793, zuletzt Las. 1868heransaegcbcn.
Sausatio» (v. Lat.), die springende, hüpfende,zitternde Bewegung, des. des Herzens, der Augenod. anderer Muskeln.
Salisbury (New Sarnm), Hauptstadt der engl.Grafschaft Wilts, ans einer von Avon n. Bonrne ge-bildeten Halbinsel, an der Eisenbahn von Southamp-ton »ach Bristol und am Beginne des salisbnry-Southampton Kanals, mit der Vorstadt FishertonAnger aus dem linken User des Avon, regelmäßigund gut gebaut; Sitz eines Bischofs; Kathedrale insrühgothischem Stil (der östliche Theil 1220—1258,der westliche mit der Fa^ade etwas später erbaut),miteinem erst 1350 errichteten, 122 m hohenThnrme,LenihöchstenThnrmeEnglands,n.vielenDenkmäleruim Innern, von denen mehrere ans der Kathedralevon Old Sarnm stammen, und durch einen schönenKrenzgang mit dem achteckigen Capitelhaus (ausdem l3.Jahrh.) verbunden; bischöflicher Palast, Gc-richlshalle in dorischem Stil, Theater, Concertsaal,einige Hospitäler, Krankenhaus, Lateinische Schule,anglikanisches Seminar, Bibliothek, Museum, Gras-jchaftsgesängniß, Zucht- ».Arbeitshaus, DenkmalLord Herbert Leas (1862 errichtet), Fabrikation vonStahl- n. Messerschmiedewaaren (gegenwärtig nurnoch von weniger Bedeutung), lebhafter Handel mitVieh u. Getreide; 1871: 12,803 Ew. 2 5m von S.Old Sarum (Sorbiodunum der Römer), eine vonÄerschanzuugen umgebene Anhöhe, ursprünglich einrömisches Castell, später eine sächsische Stadt u. Re-sidenz der Sachsenkönige, wosrnherdieim13.Jahrh.nach S. verlegte Kathedrale stand; bis 1832 sandtendie Eigcnthümer Old Sarums zwei Mitglieder insParlament, Ferner in der Nähe von S. der seit1814 der Familie Nelson gehörige Trasalgarparkmit L-chloß (vorher Sandlynchhouse), Wiltonhouse(Schloß der Grasen von Pembroke mit Kunstschätzenu. Alterthllmern) u. das Stonehenge. H- Berns.
Salisbury, ein alter englischer Adelstihel, wel-
Salisbury.
eher zuerst mit der Grafenwürde von der KaiserinMathilde Plautagenet an Patrick d'Evreux,Statthalter vonAquitanien, ertheiltwurde; derselbeerhielt zugleich von ihr das Schloß S., wurde vonHeinrich II. in derGraseuwürde bestätigt n. aus derRückkehr voneinerWaklfahrr nachSautiago deCom-postella 1167 ermordet. Seine Enkelin Ela verhei-rathete sich 1168 mitW ill iam Lo ngespee, einemnatürlichen SohnHeinrichs II. von der schönen Ro-samnnde (s. d.), ans wela-en nun Titel und Güterübergingen; von diesem gingen sie auf den Sohn,dann die Enkelin u. endlich durch deren Tochter aufThomas Plautagenet, Grafen von Lancaster,über, u. als dieser wegen Hochverraths 1321 seinerGütern.Titel verlustig erklärt u. hingerichtet wurde,ward William de Montacute, ein Nachkömm-ling Drogcsts von Monte-Acnto (welcher mit Wil-helm dem Eroberer nach England gekommen war)von Eduard II. mit dem Schlosse S. belehnt u.vonEduard III. 1337 zum Grasen von S. erhoben.Von dessen Geschlecht erbte durch seine GemahlinAlice, die Tochter d»6 4. Grafen von S., ThomasS., 1428 "Richard Neville Güter u. Titel, dessenEnkelinJsabella mitGeorge, Herzog von Clarence,Bruder Eduards IV. sich vermahlte, worauf dieser1472 Graf von Warwick u. S. wurde. Seine Toch-ter Margaret, die letzte Gräfin von S. aus demHause Plautagenet, geb. 1470, vermählte sich mitSir "Richard Pole, zog den ArgwohnHeinrichs VIII.auf sich u. wurde 1541 hingerichtet. Hiermit erloschder Titel der Grasen von S. bis Robert Cecil,Viscount Cranbourne, Lord Burleigh, 4. Mai 1605von Jakob I. zum Grafen von S. erhoben und da-durch der Stammvater dieses jetzigen ALelsgeschlech-tes wurde; er st. 1612. Aus diesemGeschtechte ist znerwähnen: 1) James Brownlow WilliamGascoigne - Cecil, zweiter Marquis von S.,Sohn des 7. Grafen v. S. u. des ersten Marquisv. S., James Cecil, geb. 17. April 1781, ver-mählte sich mit Miß Guscoigue n. fügte deshalb de-renNamen dem seinigen bei. Er war eifrigster Tory,im Ministerium Derby vom Februar bis Decemberl852Großsicgelbewahrer n. im Ministerium Derbyvom 26. Febr. 1858 bis 18. Juni 1858 Lord Prä-sident des Geheimen Raths u. st. 12. April 1868.
2) Robert Arthur Talbot Gascoyue Cecil,Marquis V.S., zweiter Sohn des Bor., geboren S.Februar 1830; war seit 1853 bis zum Tode seinesVaters zuerst als Lord Robert Cecil, dann nach demTode seines älteren Bruders als Viscount Lran-bonrne Vertreter seines HeimathkreifeS Stanifordim Unterhaus und erwies sich hier bald als einerder fähigsten Tories. Jur Juli 1866 trat er alsStaatssekretär für Indien in das Cabinet Derby, !schied jedoch, da er sich mitdenDisraelischenReform- >Projekten als Conservativer nicht befreunden konnte,mit Lord Carnarvon u. General Peel, März 1861aus. 1863 wurde er Kanzler der Universität Oxford.1874 im Januar nach dem Sturze des GlaLstone'-scheu Cabinets trat er wieder als Staatssekretär fürIndien ins Cabinct, mit dessen Haupt, Disraeli, ersich schon früher ausgesöhut hatte. Als die orienta-lische Frage Ende 1876 einer Conferenz in Constan-tinopel vorgelegt werden sollte, trat S. eine Rund-reise an die europäischeuHöfe an u. nahm dann alsaußerordentlicher Botschafter Englands an derselbe»