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Bd. 15 (1879) Radegast - Schießscharte
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Sachsen

wiesen. Die noch unmündigen Söhne des gefange-nen Herzogs, Johann Kasimir und Johann Ernst,wurden durch den Erfurter Vertrag vom 6. Novbr.1572 in ihre Rechte eingesetzt n. erhielten von ihremOheim u. Vormund, Herzog Johann Wilhelm, Ko-bnrg, Heldburg, Eisfeld, Römhild, Lichtenberg,Veilsdorf, Sonnefeld, Sonneberg, Salzungen, Al-lcndcrf, Gerstungen, Breitenbach, Treffurt, Krenz-burg, Eisenach, Tenncberg, Gotha u. die Hälfte desGeleits von Erfurt, auch das Einlösnngsrecht aufdie vier assccnrirten Aemter und stifteten ^.a) dieLinie Koburg-Eisenach. Nachdem sie 4. Dec.1596 volljährig geworden waren, nahmen sie eineLandestheilung vor, in welcher Joh. Kasimir dasFttrsteuthnm Koburg u. von Thüringen das Gotha-ische, mit der Residenz in Koburg, Joh. Ernst aberLas Eisenachsche mit der Residenz erst in Marksnhl,dann in Eisenach bekam. Joh. Kasimir starb 1633ohne männliche Erben und sein Bruder Joh. Ernstfolgte ihm, starb aber 1638 auch ohne Nachkommen-schaft, u. nun fielen ihre Besitzungen wieder an dieNachkommen Johann Wilhelms von Weimar.

Ld) Johann Wilhelm, der Repräsentant derWeimarischcn Linie, hatte in der Theilnng mitseinem Neffen 1572 die Aemter n. Städte Weimar,Jena, Lcuchtenbnrg, Altenbnrg, Eisenberg, Bürgel,Dornbnrg,Kambnrg,Roda, Saalfeld, Kapeüendorf,Ningleben, Ichtershausen, Wachsenburg, Georgen-thal, Schwarzwald, Reinhardsbrnnn und die Hälftevom Geleit- u. Schutzgeld von Erfurt erhalten. Erveranstaltete zur Beilegung der Religionsstreitigkei-ten mit Zustimmung des Kurfürsten August ein Re-ligionsgcspräch in Altenburg, welches 21. Oct. 1568begann und resultatlos 9. März 1569 endigte, gabdann 1570 das tlorpns civekrinas ttinringaeniuheraus n. st. 2. März 1572. Er ist der Stammvateraller jetzt bestehendenErnestinisch-sächsischenFürsten-häuser. SeinebcidenSöhneFriedrichWilhelmI.u. Johann standen anfangs unter der Vormund-schaft des Kurfürsten August von S. Als 1583 dasHaus Henneberg ausstarb, machte der Kurfürst auf^ dieser Erbschaft Anspruch und führten nun beideHäuser S. bis 1666 die Regierung über Henneberggemeinschaftlich. 1584 kam das Haus Ronneburgganz au Las Ernestinische Haus. 1586 übernahmHerzog Friedrich Wilhelm I. die Regierung selbstän-dig für sich u. seinen Bruder Johann, erließ 1589eine Polizei - u. Landesordnung, wurde auch 1591zum Vormund der Söhne des Kurfürsten Christian I.u. zum Verweser des Kurstaats ernannt, weshalber seine Residenz von Weimar nach Torgau verlegte.Nachdem Kurfürst Christian II. mündig gewordenwar, kehrte Friedrich Wilhelm 17. Oct. 1601 in seinLand zurück, 'st. aber schon 7. Juli 1602 n. hinter-ließ vier unmündige Söhne, Johann Philipp, Fried-rich, Johann Wilhelm und Friedrich Wilhelm, mitwelchen nun ihr Oheim Johann 13. Nov. 1603 dieErnestinischen Lande theilte, wodurch zwei Negenlen-linieu, die ältere Altenburgische u. die neue Weimar-ische entstanden.

n) Zn demBesitz der älteren Altenbur gischenLinie gehörten die Aemter und Städte Altenburg,Ronneburg, Eifenberg, Dornburg, Kamburg, Henß-dorf, Roßla, Bürgel, Roda, Lenchtenburg, Orla-münde, Saalfcld, Propstzelle u. die Hälfte von All-stedt; die Grafschaft Hcnneberg, die Universität, das

(Gvsch.).

Hofgericht, der Schöppenstnhl u. das Consistorinmin Jena blieben gemeinschaftlich, doch wurde 1612für jede Linie ein besonderes Consistorinm in Alten-bürg n. in Weimar errichtet. Dieser Landestheil sielden vier Söhnen Friedrich Wilhelms I. zu, überwelche Herzog Johann bis an seinen Tod 1605 mitKnrillrst Christian von S. gemeinschaftlich, von Laan die Kurfürsten von S., Christian II. und dannJohann Georg I. die Vormundschaft führten, bisHerzog Johann Philipp, 1618 mündig gewor-den, in feinem n. seiner Brüder Namen die Regier-ung übernahm und auch, laut Vertrag, nach derenVolljährigkeit 1635 führte. Er kaufte 1621 die Herr-schaft Gräfenthal. "Nach Erlöschen der Linie Koburg-Eiscnach 1638 fielen zu Folge EisenbergerVergleichs(März 1634) K der Besitzungen desselben der Alteu-bnrgischen Linie zu. Johann Philipp starb 1. April1639, n. da die älteren Brüder, Friedrich 1629 u.Johann Wilhelm 1632, gestorben waren, so folgteder jüngste, Friedrich Wilhelm II., in der Ne-gierung. Am 13. Febr. 1640 erfolgte in Altenburgdie Theilnng der Kobnrgschen Erbschaft, die Alten-burgische Linie erhielt die Aemter und Städte Ko-bnrg,Rodach, Schalkan, Gestungshanscn, Römhild,Hildburghausen, Neustadt, Sonneberg, die Kloster-güter Sonnefeld und MünchröLen, das halbe AmtAllstedt u. die Stadt Pößneck. Die Streitigkeiten mitder Albertinischen Linie wegen Henneberg wnrdendurch Vertrag zu Weimar 9. Ang. 1660 verglichen, ^die vier verpfändeten Aemter Sachsenburg, Arns-haugk, Weida u. Ziegenrück nebst von Hennebergfielen an Kursachsen, die übrigens der Henneberg-Erbschaft wurden zwischen Altenbnrg und Weimargleichmäßig getheilt, ersteres erhielt davon die Äm-ter u. Städte Meiningen n. Themar, das Amt Maß-feld, die Kellerei Behningen, das Kammergut Heu-nebcrg u. den Hof Miltitz. Friedrich Wilhelm II.,dem sein Furstenthum eine Reihe trefflicher Anord-nungen verdankte, st. 22. April 1669 in Altenbnrg,n.ihm folgte sein Sohn Friedrich Wilhelm III.,noch nicht 12 Jahre alt, unter Vormundschaft seinermütterlichen Oheime, des Kurfürsten Joh. Georg II.von S. und des Herzogs Moritz von Naumburg-Zeitz, st. aber bereits 14. April 1672. Mit ihm er-losch die ältere Linie Altenbnrg, deren Besitzungennun an die Weimarische Linie fielen.

d)Diese neue Linie Weimar, von.HerzogJo-hann(s.oben) gestiftet, erhielt in der Theilnng 16V3die Ämter Weimar, Jena, Burgau, Kapellendorf,Ringleben, Ichtershausen,Wachsenburg,Reinhards-brnun, Georgenthal, Schwarzwald, Königsberg undOldisleben u. die übrigen Hoheitsrechte, Gerichte u.Einkünfte mit Altenbnrg gemeinschaftlich. Johannführte mit Kursachsen gemeinschaftlich die Vormund-schaft über seines Bruders Kinder, die vier Herzogevon Altenbnrg, und hinterließ bei seinem Tode 31.Oct. 1605 8 Söhne, über welche nach einander dieKurfürsten von S. Christian II. n. Johann Georg l.die Vormundschaft führten. Der älteste, JohannErnst, wurde 1615 volljährig n. übernahm die Re- ! ,gierung selbst u. gleichzeitig die Vormundschaft überseine 7 Brüder. Er war ein Gelehrter, stiftete 1617die Fruchtbringende Gesellschaft für Reinigung undFortbildung der Deutschen Sprache n. st., auch alsFeldherr ausgezeichnet, in St. Martin in Ungarn,wohin er mit dem Grasen Mansfeld gezogen. Lader