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Bd. 15 (1879) Radegast - Schießscharte
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Sachsen

sinnung gezeigt. Denn er unterstützte nicht nur 1480bis 1482 u. noch viel nachdrücklicher 1485, als dieUngarn einen großen Theil der Erbstaaten des Kai-sers Friedrich besetzt hatten, diesen gegen MatthiasCorvinus, sondern machte dem Kaiser dazu bedeu-tende Geldvorschüsse, als Friedrich für die Truppenkeine Bezahlung schaffen konnte. Trotzdem hierfürkeine Entschädigung geboten wurde, war Albrecht1488, als der Kaiser die Gefangennahme seinesSoh-nes Maximilian mit den Waffen rächen wollte, einerderErsten, welche znmKriege mit den Niederländernbereit waren. Nach dem Beiträge vom Oct. 1489mit denHanptstädten der Niederlande ernannte dennauch Maximilian mit dem Grafen von Nassau unddem Prinzen von Chimay den Herzog Albrecht zumGeneralstatthalter in den Niederlanden, wo er alskaiserlicher u. Reichsstatthalter blieb, bis er 1500 inEmden während der Unruhen in Friesland starb.Zufolge eines 18.Febr. 1499 geschlossenen Erbver-trags , wonach eine Landestheilung nicht stattfindensollte, erhielt Albrechts ältester Sohn, Georg derBärtige od.derReiche, dieAlbertinischenLande,der jüngere, Heinrich, die Erbstatthalterschaft inFriesland, die er aber später (1505) seinem Bru-der gegen Entschädigung überließ. ImmerwährendeHändel daselbst brachten aber auch Georg 1515 dazu,die Erbstatthalterschaft an den Erzherzog Karl vonÖsterreich für 200,000 Gulden abzutreten. HerzogGeorg ist der Reformation sehr abgeneigt gewesen;ein persönlicher Feind Luthers, ist er von diesem inSchriften mit derselben Erbitterung behandelt wor-den, wie der Papst, Heinrich VIII. von England u.Andere. Er Vertrieb mehr als 1000 Anhänger derEvangelischen Lehre aus seinem Lande, ohne dochdem Umsichgreifen der Reformation steuern zu kön-nen. Durch den Vicekanzler des Herzogs, Otto vonPack, der seines Herrn wilde Wuth gegen das Luther-Ihum kannte, wäre es 1528 säst zu einem Religions-kriege in Deutschland gekommen. Derselbe spiegeltenämlich 1528 dem Landgrafen Philipp von Hessenvor, daß der Herzog Georg mit dem Kaiser u. meh-reren katholischen Fürsten ein Bündniß zur Vertilg-ung der Lutherischen Lehre geschlossen habe. JenerBund ist nie geschlossen, der Landgraf aber konntenur schwer durch die Vermittelung der Kurfürstenvon Trier und derPfalz und Johanns von S. voneinem Angriffe abgehalten werden. Georg gestand,da seine Kinder sämmtlich gestorben waren, seinemBruderHeinrich u. dessen Söhnen Moritz ».Augustdie Erbfolge zu, wenn sie zur Römischen Kirche zu-rückkehrten, im Weigerungsfälle sollte ihm der Rö-mische König Ferdinand I. snccediren. Er st. aber1539, bevor er das Testament unterschrieben hatte.Georgs Bruder, HeinrichderFromme, war demLutherthnm geneigt, er begünstigte dessen Ausbreit-ung aus allen Kräften, führte bald nach Antritt sei-ner Regierung dis Reformation in Leipzig und diekurfürstliche Kirchenordnung in seinen Landen ein u.veranstaltete eine Kirchenvisitation. Er halte kurzvor seinem Tode 1541 seinem Sohne Moritz durchTestament die Regierung abgetreten und gegen dieAlbertinische Hausordnung eine Landtheilung unterfeine beiden Söhne verordnet. Moritz verglich sichaber 6. Mai 1544 mit seinem Bruder August durchAbgabe einiger Ämter u. Städte sowie der Admi-nistration des Hochstists Merseburg. Mit dem Kur-

(Gesch.).

fürsten Johann Friedrich von S. stand Moritz inkeinem guten Vernehmen; 1542 wurde ein Kriegder Beiden nur durch die Vermittelung des Land-grafen Philipp verhindert. Um so vorzüglicher wardas VerhältuißdesHerzsgs, trotz seines LutherischenBekenntnisses, zu Karl V., dem er 1542 Beistandgegen die Türken leistete und 1543 u. 1544 auf denFeldzügen nach der Champagne folgte. Die beidenConsistorien in Leipzig ».Meißen (letzteres nachmalsnach Dresden verlegt) sind von Moritz gestiftet, dieUniversität Leipzig mit eingezogenen Älostergüternausgestattet, die Landesschulen in Meißen, Pfortaund Merseburg 1543 u. 1544 von ihm gegründet.Sein Streben ging auf den Erwerb der ^nrwürde,die er durch sein Verhältniß zum Kaiser zu erreichenhoffte. Dem schloß sich Moritz denn auch 1546 beimAusbruch des Schmalkaldischen Krieges an, nachdemihm in einem geheimen Vertrage 19. Juni 1546 inRegensburg Würde u. Erblande des Kurfürsten Jo-hann Friedrich zugesagt waren. Den Verlauf desKampfes u. die Wittenberger Capitulation s. obenL>. 542. Am 1. Juli 1547 erfolgte die Belehnungmit den Ernestinischen Landen, ausgenommen denÄmtern in Thüringen u. Franken.

IV. Nach dem Wechsel der Kurlinie 1547bis 1862. L.) Albertinische oder KurfürstlicheLinie, nachmals Königreich Sachsen. Der neueKurfürst Moritz, insgeheim dem Kaiser wegen dervertragswidrigen Gefangenhaltung seines Schwie-gervaters, des Landgrafen Philipp von Hessen, undwegen dessen Bestrebungen, inDentschland eine erb-liche Despotie zu errichten, grollend, dann aber auchdarauf bedacht, sich mit den Ernestianern, seinenVettern, u. seinen Glaubensgenossen auszusöhnen,schloß ein Bündniß mit König Heinrich II. von Frank-reich 5. Oct. 1551, in welchem er ihm gegen dessenUnterstützung in seinem Namen und dem des Land-grafen Wilhelm von Hessen, des Markgrafen GeorgFriedrich von Brandenburg-Ansbach u. desHerzogsJohann Albrecht von Mecklenburg die Besitzergreif-ung der znm Reiche gehörigen Städte Cambrai,Metz, Toul u. Verdun versprach, und trat, nachdemer der von ihm als Achtvollstrecker belagerten StadtMagdeburg einen günstigen Frieden unter demSchein einer Unterwerfung auflegenden Capitulationgewährt, mit den ihm zu Gebote stehenden Truppenoffen gegen den Kaiser auf. Er zwang ihn zum Ver-trag vonPassau 31.Jnli1552, worin der Kaiser deuProtestanten ungestörte Ausübung des Gottesdien-stes u. dem Landgrafen Philipp von Hessen u. demKurfürsten JohannFriedrich die Freiheit gab. Sei-nem bisherigen Verbündeten, dem Markgrafen Al-brecht von Kulmbach, welcher wider den PassauerVertrag den Krieg gegen die Bischöfe u. Reichsstädtefortfllhrte, lieferte er 9. Juli 1553 die Schlacht beiSievershausen im Lüneburgischeu, in der er, wolSieger, tödtlich verwundet wurde, so daß er 11. Julistarb. Moritz erwarb sich nicht allein durch Gründ-ung von gelehrten Schulen rc. Verdienste um dasLand, sondern auch durch die Unterstützung des Berg-baues u.Hüttenwesens; er befestigteDresden, Leipzigu. Pirna und organisirte das Heer. Ihm folgte seinBruder August, der sich mit dem seine Ansprüchewieder erhebenden entsetzten Kurfürsten JohannFriedrich 24. Febr. 1554 durch den unter Vermit-telung Dänemarks znStande gekommenen Raum-