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Bd. 15 (1879) Radegast - Schießscharte
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Sachsen

die Thcilnilg so, daß Ernst zu seinem Antheil, derin der Hauptsache aus Thüringen, dem halben Oster-land mit Altenburg u. Eisenberg und dem was imVoigtlande u. in Franken zu S. gehörte, bestand,die Knrwürde, Albrecht aber Meißen mit einigenkleineren Besitzungen n. der zweiten Hälfte des Oster-landes erhielt. Er zahlte dazu dem älteren Bruder50,000 Gulden. Einige andere Gerechtsame, so dieSilbcrgruben des Erzgebirges, blieben gemein-schaftlich. Am 24. Febr. 1486 ertheilte Friedrich III.beiden Brüdern die Lehn über ihre Länder.

^.) Ernestinische Linie (Kurlinie) in Thü-ringen. Kurfürst Ernst starb 26. Aug. 1486; ihmfolgte sein ältester Sohn Friedrich III. der Weisein der Kurwürde u. dem Herzogthum S. allein, inden übrigen Besitzungen der Ernestinischcn Linie warsein Bruder Johann der Beständige, allerdingsjetzt noch minderjährig, Mitregent. Ein Freund derWissenschaften stiftete er aufAntrieb seines LeibarztesPollich die Universität zu Wittenberg 1502. Bedeu-tender noch ist sein Verdienst um die Reformationdurch den Schutz, den er Luther angedeihen ließ.Vergebens verlangte der Papst von dem KurfürstenFriedrich Luthers Sendung nach Rom, derselbe ver-mittelte nur das Religionsgespräch Luthers mit Ca-jetan zu Augsburg 1518, ließ, als dieses erfolglosblieb, die angefangene Reformation ihren Weg gehenu, schützte Luther allenthalben, besonders nach demReichstage zuWorms 1521, alsLuther indieReichs-acht erklärt war, durch die Aufnahme desselben aufdie Wartburg, blieb aber für seine Person, wenig-stens nach außen hin, der Katholischen Kirche treu.Dreimal ist Friedrich Reichsstatthalter in Abwesen-heit Maximilians gewesen, das letzte Mal nach desKaisers Tode, dessen Nachfolger zu werden er ab-lehnte. Friedrich starb, gerade als die Gräuel des1525 ausgebrochenen Bauernkrieges auch Thürin-gen erreicht hatten, 5.Mai 1525 zu Lochau. Er warnie vermählt u. so war sein Nachfolger sein BruderJohann der Beständige. Dieser schloß sich LenzurWiederherstellung dcrOrdnung gegen die Bauernim Felde stehenden Fürsten an, die dann auch durchden Sieg bei Frankenhansen 15. Mai 1525 erreichtwurde. Als ein eifriger Beförderer und öffentlicherBekenner der Reformation schloß er 1526 mit demLandgrafen Philipp von Hessen u. anderen Reichs-ständen das Bündniß zu Torgau zum Schutz gegenden von den Katholischen zu Dessau geschlossenenBund. Unter allen Unternehmungen aber, welchein Johanns Regierung fallen, ist keine wichtiger alsdie Organisation der neuen Kirche, welche Luther n.Melanchthou unter des Kurfürsten Schutz in S.durchführten. Dieselbe ist nachher von der Luther-ischen Christenheit bis in den hohen Norden zumMuster genommen. Entscheidend für diese Bemüh-ungen war die Visitation der Schulen und Kirchenin Kur-S. u. Meißen, welche 1527 durch Melanch-thon ihren Anfang nahm. Johann der Standhaftestand ander Spitze der auf dem Reichstage zu Speyer1529 protestirenden Reichsstände und ebenso derer,welche 1530 zu Augsburg die Confessio» überreich-ten. 1531 half er den Schmalkaldischen Bund (s. d.)stiften, zu dessen Haupt er nebst dem LandgrascuPhilipp von Hessen ernannt wurde. Diese AnstaltenderProtestanten, welchedemKaiseru. den katholischenReichsständen den Ernst der Lage zeigten, veranlaß-

(Gesch.).

ten 1532 den ersten Neligionsfrieden in Nürnberg.Johann starb 16. Aug. 1532 u. hatte seinen ältestenSohn, JohannFriedrich denGroßmüthigeu,znm Nachfolger in der Knrwürde. Dieser, wenigerFürst als Theologe, regierte die Kurlande allein u.fand seinen jüngeren Bruder Johann Ernst, nach,dem er nach dem väterlichen Testamente seit dessenVolljährigkeit 1539 die Regierung mit ihm geniein,schaftlich geführt hatte, 1542 mit der Pflege Koburgund mit einem Jahrgehalt von 14,000 Gulden ab. -lieber den Kadaner Vertrag vom 29. Juni 1534, >wegen Anerkennung Ferdinands I. als RömischenKönigs, erhoben sich Mißverständnisse mit Kaiser ;Karl V-, doch erhielt Johann Friedrich von diesem j1535 in Wien die Belehnung mit der Knrwürde u. jden gesammten Landen, welche der Kaiser seinem !Vater verweigert hatte u. die durch Johann Fried-richs Vermählung mit Sibylle von Kleve 1526 er- iworbenen Ansprüche ans das Herzvgthnm Kleve an- serkannt. Inzwischen hatten nach dem Nürnberger j!Frieden, als das damit in Aussicht gestellte Couch :nicht zu Stands kam, Haß ».Feindseligkeit von Jahr ! Izu Jahr zugenommen u. endlich beschloß der Kaiser, ' lauf Drängen des Papstes, der Geld und Truppenversprach, zur Wiederherstellung der kirchlichen Ein- : iheit den Krieg (Schmalkaldischen Krieg, 1546—47). fDie Häupter des Schmalkaldischen Bundes wurden (in die Acht erklärt; die Achtsvollstrecknug gegen Io- jHann Friedrich wurde seinem Vetter, dem Herzog ^Moritz von Sachsen, der mit dem Kaiser ein gehei-mes Bündniß abgeschlossen hatte, aufgetragen; die- ^ser drang in die Kurlande ein, während der Kurfiirf!in Sllddeutschland äußerst unentschlossen mit denBer-bündeten den Krieg führte. Zwar eroberte der Kur-fürst 1547 seine Staaten zurück, nahm 2. März denMarkgrafen Albrecht von Bayreuth, einen Verbau- ideten des Herzogs Moritz bei Rochlitz gefangen undbesetzte auch einen großen Thcil der Lande des Her- jzogs, wurde aber in der Lochaner Heide bei Muhl- sberg 24. April 1547 von dem kaiserlichen Heere ge- tschlagen und gerieth in Gefangenschaft des Kaisers, <in der er 18. Mai unter Vermittelung Joachims II. ivon Brandenburg die Wittenberger Capitula-tion einging, s. unter Schmalkaldischer Bund. Io- iHann Friedrich entsagte der kurfürstlichen Würde u.deuLänderu, welcheerbisheralsHaupt derEruestin-ischen Linie beherrscht hatte, zu Gunsten des HerzogsMoritz, dem dieses für seine Hilfe im geheimen Äer-trag vom Kaiser zngcsichert war. Den Kinder» Zo-hannFriedrichs mußte Moritz jedoch ein Einkommensichern; es wurden ihnen daher gewisse Städte,Flecken und Aemter, namentlich Eisenach, Weimar,Jena, Gotha, Saatfeld eingeräumt. Der BruderJohann Friedrichs, Johann Ernst, behielt Koburg.Die neue Theilung des Landes S. war noch vorEnde Mai geschehen, der kleinere n. minder einträg-trägliche Theil von S. kam damit an die Nachkom-men des abgesetzten Kurfürsten, an die Herzöge vouS., der größere n. bessere an Moritz, später au seinen

Bruder August, d. i. au die uunmehrigeKurliuie dessächs. Fürstenhauses, an die Albertinische Linie.

L) Die Albertinische Linie (HerzoglicheLinie) in Meißen. Herzog Albrecht der Be-herzte, welcher in der Theilung von 1485 Meißen ^n. die Hälfte des Osterlandes erhalten hatte, hat bei sallen Gelegenheiten eine wahrhaft patriotische Ge-