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Bd. 15 (1879) Radegast - Schießscharte
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541
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Sachsen

Wenzel u.Albrecht, nach deren Tode der älteste Sohnod. Enkel des Herzogs Magnus, n. alsdann wiederder älteste Sohn der sächsischen Herzoge die Regier,ung des Fürstenthnms Lüneburg im Namen beiderHauser führen sollte. So regierten die Herzoge vonS.dasLünebnrgerLand, walteten zugleich als Fried-richs u. Bernhards Vormünder u. betrachteten Lü-neburg als mitS. vereinigt. Mit Erich von Braun-schweig, welcher den HerzogMagnusunterstützt hatte,schlossen die Herzoge von S. 1374 Frieden. Albrechtstarb 1385 ohne männliche Erben. Kurfürst Wen-zel gerieth dann mit Heinrich von Braunschweig inKampf, als dieser die Giltigkeit des Vertrages von1373 anfocht, an dein er wegen seiner Jugend keinenAntheil genommen. Während des Krieges starbKurfürst Wenzel bei der Belagerung von Celle undseine von den Braunschweigern 1388 bei Winsen ge-schlagenen Söhne mußten im Frieden vom 21. Jan.1389 ihren Ansprüchen ans Lüneburg entsagen. Derneue Kurfürst Rudolf III. verband sich im Juni1399 mit dem Kurfürsten Johannvon Mainz, Fried-rich von Köln u. Ruprecht III. von der Pfalz gegen^ König Wenzel, dessen Absetzung zu Mainz im Febr.

! 1490 auf einer zweiten Versammlung geradezu be-

schlossen wurde. Rudolf empfahl seinen Schwager,Herzog Friedrich von Braunschweig, als Nachfolger.Auf der Heimkehr aber wurden beide Fürsten ganzi unerwartet von Heinrich von Waldeck angegriffen,

! Friedrich erschlagen, der Knrfürst von S. gefangennach Waldeck geführt, aber nach vier Wochen wieverfrei gegeben. Grund des Ueberfalls war einzig einebedeutende Schnldsordernng Waldecks an Friedrich,dessen Person sich derselbe bis zur Zahlung zu ver-sichern suchte. In der Hitze des Kampfes aber fielFriedrich. Rudolf starb 1419 auf einem Feldzugegegen die Husiten, und ihm folgte, da feine beiden, Söhne vor ihm gestorben waren, sein Bruder Al-brecht III., mit dem die Wittenbergische Linie desAskanischchAnhaltinisch-)Sächsischen Hauses erlosch.

II. S. unter den Wettinern bis zur Länder-, theilnng 1422—1485. Anspruch auf das Erbe Al-> brechts III. erhob an erster Stelle Knrfürst Fried-^ rich I. von Brandenburg für seinen Sohn Johann,den er mit einer Nichte Rudolfs III. vermählt hatte.

, ^ Dann trat die Manische Linie zu Lanenburg mit

, Erbausprüchen auf; Kaiser Sigismund dachte jedochmit dem Lande die guten Dienste des Landgrafen vonThüringen und Markgrafen von Meißen gegen die, Husiten zu belohnen u. übertrug deshalb 6. Januar, 1423 die erledigte Kurwllrde an Friedrich I. den

, Streitbaren aus dem Hanse Wettin. Erst von

, dieser Zeit an geht der Landes- u. Volksname S.,

z der sich früher einzig auf Niedersachsen, dann auf diei wittenbergischen Lande bezog, ans Meißen über. Die

< ganze Regierungszeit des neuen Kurfürsten ist mit! Kämpfen gegen die Husiten angesüllt. Die Jnvasio-z nen, welche seit 1425 der Anführer der Böhmen>, nach ZiskasTode, Procop d. Gr., nach allen Seiten

< hin in Deutschland machte, trafen mit den furchdh barsten Verheerungen S. Die Husiten zerstörten diez beiden böhm. Grenzstädte Dux u. Brüx, welche Si-l- , gssmnnd dem Kurfürsten von S. überlassen hatte,r völlig u. erschlugen, als sächsischen, thüringische Trup-z Pen zur Hilfe herbeigseilt waren, in einem Treffend ^09» Feinde. Furchtbarer war die Niederlage beiji , Aussig, wo 15,000 Deutsche den Tod gefunden ha-

(Gesch.).

bsn sollen; die Stadt wurde erstürmt u. eingeäschert,die Bewohner ermordet; Friedrich starb im Kummerüber diele Niederlage 1428. In der Kurwürde folgteihm sein Sohn Friedrich II. Ler Sanft müth ige(1428—4464), der auch das Herzogthum S. unbe-stritten allein besaß; über die Herrschaft in den übri-gen Ländern entspann sich ein langwieriger Streitmit seinem Bruder Wilhelm III., der noch gesteigertwurde durch den Tod ihres kinderlosen Vetters Fried,rich des Friedfertigen von Thüringen 1440. Alsmehrere Theilnngsverträge eine Einigung der Brü-der nicht zu Stande gebracht, kam es 1446 zu einemfünfjährigen Kriege, in dem die Brüder Vitzthumden leidenschaftlichen Herzog Wilhelm zu nnbcsonnc-neu Schritten, sogar zur Herbsirufung wilver böhm.Banden, Zebracken genannt, veranlaßten. Erst 1451kam es durch die Vermittelung Brandenburgs undHessens zu dem Vergleiche von Naumburg, der danneine dauernde Versöhnung der beiden Brüder be-gründete. Ein Zeichen der Verwilderung jener Zeitist der mit diesem Friedensschlüsse zusammenhängendePrinzenraub (s. d.). Da Herzog Wilhelm kinderlosstarb, so kam nach dem Tode Friedrichs des Sanft-müthigen 7. Sept. 1464 mit dem übrigen Erbe auchThüringen an die beiden SöhneFriedrichs, Ernstu. Albrecht, welche die Stifter der Ernestinischeun. Albertinischen Linien wurden. Sie regiertenanfangs gemeinschaftlich. 1466 überzogen sie denVoigt Heinrich von Planen mit Krieg und erobertenPlauen, Ölsnitz u. Adorf. 1471 wurde das ergie-bige Silberwerk bei Schneeberg entdeckt, welcheseine so reiche Ausbeute gewährte, daß davon 1472das Herzogthum Sagau in Schlesien für 50,000Goldguldeu, n. die Herrschaften Sorau, Beeskow u.Storkow 1477 für 62,000 Gulden gekauft werdenkonnten. (Die letzteren wurden aber schon 1510 ge-gen Wiederzahlnng derKaufsumme den früheren Pe-sitzern zurückgegeben, das erstere aber 1547 an Böh-men abgetreten.) Albrecht war selbst mit Hintan-setzung des eigenen Vortheils auf die Ehre des Rei-ches bedacht, er hatte die lleberzeugung, daß Kaisern. Reich nicht von einander zu trennen wären undLaß die Ehre des Kaisers auch die der Nation sei.So leistete er 1475 in der Kölner Fehde dem KaiserFriedrich treffliche Dienste, der ihm deshalb auch dasErzmarschall-Amt übertrug. Seine weiteren Ver-dienste um Kaiser u. Reich werden wir unten unterIkl. B) zu beachten haben. Bis 1480 hatten beideBrüder in Eintracht regiert, nun aber fand, einge-getretener Mißhelligkeiten halber, unter der Ver-mittelung des Bischofs von Meißen eine Auseinan-dersetzung statt. Albrecht erhielt einen Jahrgehaltvon 14,000 Gulden, das Schloß Tharand und dieStädte Dippoldiswalde, Dommitsch, Schilda undTorgau. 1483 fiel nach dem Tode Wilhelms, deSOheims beider, Thüringen an S., und nun wurdefestgesetzt, daß des Herzogs Albrecht Jahrgehalt um3000 Gulden erhöht werden u. die bisherige Regier-ung noch l O Jahre fortwähren sollte. In diesem Jahreerhielt Albrecht von dem Kaiser die Anwartschaft aufdie jülichschen Lande u. der Knrfürst Ernst die Mit-anwartschaft. Nene Mißhelligkeiten veranlaßten je-doch bald eine Theilnng der Länder unter die Brüder.

III. Von der Länvertheilung 1485 bis zurSchlacht bei Mühlberg 1547. Als Ernst undAlbrecht 28. August 1485 ihr Land theilten, geschah