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Bd. 15 (1879) Radegast - Schießscharte
Entstehung
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526
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SochibaroncL Sachs.

VerherrlichnngderSinnlichkeitvorgeworfen. Folgenließ er: Die Geschiedene Frau, 2 Bde., Lpz. 1870,2 .A.Halle 1872; FalscherHermelin,Nov.,Lpz. 1873;lieber den Werlh der Kritik, das. 1873, eine Streit-schrift; RnssischeHofgeschichten, 4Bde., das. 1873 bis1874; Liebesgeschichten ans verschiedenen Jahrhun-derten,das. 1874; Die Ideale unserer Zeit, 1.3.A.Bern 1875; Kains Nermächtniß, 2. Th. Das Eigen-thum, das. 1877; Jndengeich., Lpz. 1878 rc. SeineGemahlin,Aurora, geborene von Rümelin, geh.1846, schreibt ebenfalls, unter dem Namen Waudav. Duuajew. Stelter.

Sächliches Geschlecht, s. u. Osmis 2).

Sachs, 1) Hans, deutscher Dichter, geb.S.Nov.1494 zu Nürnberg als Sohn eines Schneiders,wurde, in einer dortigen lateinischen Schule gut vor-gebildet, Schuhmacherlehrling n. lernte nebenbei dieMcistersängerknnst beim Leineuweber Nuunenbeck;dann war er 5 Jahre laug auf der Wanderschaft.Nach seiner Heimkehr setzte er sich als Schnhmacher-meister u. verehelichte sich mit Kunigunde Kreuziger.Neben seinem Handwerk übte er fleißig die holdseligeKunst des Meistergesanges. An der Reformationnahm er begeisterten Antheil. 1523 stritt er für Lu-ther in einem Gedicht: Die Wittenbergische Nachti-gall; außerdem in 7 prosaischen Gesprächen; auchdichtete er geistliche Lieder in lutherischem Sinne.Nachdem der Tod seine glückliche Ehe getrennt hatte,schloß der Alte eine zweite Ehe mit Barbara Har-scher. Sein höchst thätiges Leben brachte er säst aus-schließlich in Nürnberg zu. Er war ein biedererHausvater n. Stadtbllrger, ein treuer Anhänger vonKaiser n. Reich, von sittlichem Ernste durchdrungen,gemüthvoll, dabei fröhlich u. zum Humor leicht auf-gelegt. Er dichtete nahezu bis an sein Ende, das20. Jan. 1576 erfolgte. Hans S. wird in der Frucht-barkeit seines Dichtertalentes von keinem Deutschenerreicht. In seinem 74. Lebensjahre stellte er einInventar davon auf. Danach fallen in diese Zeit:4275 Meistergesänge, 208 Komödien, Tragödien u.kurzweilige Spiele, 1700 Gespräche, Sprüche, Fa-beln, Schwänke, Psalmen, Kirchenlieder rc. Er selbstließ eine Auswahl in 3 Folianten drucken, denen baldnach seinemTode noch2folgten. Alleszusammennochnicht einDrittelderWerke. NamentlichstecktdiegrößteZahl der Meistergesänge noch in Handschriften, diesich in Zwickan, Jena, Leipzig, Dresden, Altdorf,Nürnberg befinden. H. S. hatin der Regeldie Stoffeaus seiner ungemein vielseitigen Lectüre geschöpft. Erbesaß aber viele glückliche Gaben, so daß er sich alsvorzüglicherDichterdarstellt, jedenfalls inDeutschlandder größte des 16. Jahrh. Seine Lebendigkeit, Naivi-tätu. Herzlichkeilsind ostnnwiderstehlich. SeineWerkelassen sich klassificiren als dramatische Stücke, Spruch -gedichte u. Meisterlieder. Die Verse reimen sich durch-weg; in Gedichten der ersten u. zweiten Art wird fastüberalldaLNeimpaar4mitHebungenin jedem Verseangewendet. 1 ) Dramen, theils geistliche, theilsweltliche. Znletzteren gehören die Fastnachtspiele,kleine Sccuenreihen ans dem Volksleben, von derbermimischer Kraft u. reichem Witz (ausgezeichnet: DasNarrenschneiden, Der Roßdieb zu Fünsing, DieNockenstube, Das Wildbad, Der Eulcnspiegel mitden Blinden, Der Teufel mit dem alten Weib). Auchdie eigentlichen Schauspiele sind von kleinem Um-fange. Sie heißen Tragödien od. Komödien,

je nachdem der Ansgang traurig od. heiter ist. Unterden weltlichen Spielen der Art sind mehrere ausVolksbüchern, Novellen od. sagen entnommen (so:

Die Markgrafin Griselda, Der FortnnatuS mit demWünschhütlcin, Der hörnerne Siegfried rc.). Vonden geistlichen Dramen war bes. beliebt: Die Ko-mödie von den ungleichen Kindern Evä, wie sieGott der Herr anredet. 2) Der Sprnchgedichtegibt es mancherlei Unterarten: Fabeln, Kampfgc-spräche (zwischen allegorischen Personen), Charakter-bilder (wie Das Schlaraffenland, Hans Wioerborst,

Das Kifferbsenkrant, Der Jungbrunnen), geistlicheGedichte, ernste n. humoristische Erzählungen, letztereSchwänke genannt, unter ihnen viele ausgezeichnete(z. B. Der Schneider mit dem Panier, St. Petermit der Geiß, Gespräch St. Peters mit den Lands-knechten). 3) Die Meistergesänge unterscheidensich durch ihre strophische Einrichtung u. sind ans denGesangvortrag berechnet. In diesem Felde ist Vielesgereimte Prosa. Im 17. Jahrh. erlosch Hans S.'Ruhm; allmählich kam er in den Ruf eines armseli-gen Reimschmiedes. Erst Wieland, noch mehr Goethe !(Erklärung eines alten Holzschnittes, vorstellend !Hans S.' poetische Sendung, 1776 gedruckt) brachte !ihnwiederzuEhren. Literatur: 1. Ansg. derWerke sAugsb. 1558, 1560 folgte der 2., 1531 der 3. Bo.Eine2.Ausg. erschien Nürnb. 1570, 7770 in 5 Fo-lianten. Eine 3. Ansg. Kempt. 161216, 5 Boe.;Angsb. 1712; Auswahl vonBertuch, Weim. 1778;von I. H. H. Häßlein, Nürnberg 1781, BL. 1; >

I. G. Büsching, cbd. 181624, 3 Bde. (moder- !nisirt); Konrad Spät, Pest 1818; I. A. 'Nasser, Kiel l1827; I. A. Göz, Nürnb. 182730, 4 Bochn.;

G. W. Hopf, cbd. 1856, 2 Bde.; Gödeke, DeutscheDichter des 16. Jahrh., BL.4 n. 5, Lpz. 1870; einen ;vollständigen WiederabdruckderaltenÄnsg.der Werke >hat A. v. Keller in der Bibliothek des Literar. Ver-eins Nr. 102106 begonnen. Vgl. Becker, H. I. .im Gewände seiner Zeit, Gotha 1821; M. S. Ra- !nisch, Leben des H. S., Altenburz 1765; Die Volks- >dichter H. S. u. Grübel, Nürnb. 1836; I. L. Hofs- smann, H. S-cns Leben u. Wirken, cbd. 1817, E.Weller, Der Volksdichter H. S. u. seine Dichtungen,ebd. 1868; K. A. Mayer, H. S. in Herwigs Archiv40, 241 ff. 2) Michael, Prediger n. Orientalist,geb. 3. Sept. 1808 in Groß-Glogan, stndirte in Ber-lin jüdische Theologie, Philosophie und Pyilologie, -erlangte die knonltns ckoesncii und ward 1836 alsPredigerder israelitischen Gemeinde nach Prag, 1814 jin gleicher Eigenschaft nach Berlin berufen, wo er bis izu seinem Tode (31.Jan. 1864) mit immer wachten-dem Ruhme lebte n. lehrte. S., eine seltene Person- nlichkeit, ansgestattct mit hinreißender Beredtsamkeit j gu. weit umfassender Gelehrsamkeit, wirkte im Sinne ! Zdesconserv.JudenthnmssegensreichalsMensch,Pre- > sdiger u. Gelehrter. Unter seinen zahlreichen anSge- ^zeichneten Werken ragen hervor: eine Uebersetzmig ^und Erläuterung der Psalmen (Berl. 1835), die in .innigem Anschluß an den Text den Leser in den Geist jder alten biblischen Dichtung entführen will, wie ^seine Stimmen von Jordan und Euphrat (2. Ä., > >Berl. 1868) das religiöse und ethische Leben spätererZeiten des Jndenthnms in freier poetischer Umbild-ung vergegenwärtigen. Für die von Znnz redigirteBibel für Israeliten (Berl. 1837) hat S. 15>cher übersetzt. Epochemachend für die Erkenntuiß