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Bd. 15 (1879) Radegast - Schießscharte
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Sachja Sachsen.

Ler Beziehungen zwischen Griechenthum n. Jnden-thum sind seine Beiträge zur Sprach- u. Alterthnms-forschnng (Berl. 185254). Voll neuer anregenderAusschlüsse über Denken u. Dichtendes jüdischen Vol-kes im Mittelalter ist seine Religiöse Poesie der In.den in Spanien (Berl. 1845). Ferner: Uebersetzungder israelitischen Festgebete (Machsor) u. des Gebet-buches für Israeliten (Siddur) an (10. A. Berl.1877). Eine Auswahl aus S-s Predigten, Berlin1866. S. hinterlieb noch zahlreiche großartige Ent-würfe und znm Theil halbvollendete Arbeiten: eineUebersetzung u. Erklärung der Proverbien, eine neueUebersetzung der Psalmen, ein Wörterbuch der he-bräischen Sprache, neue Beiträge zur talmudischenSprachknuüe n. v. a. 3)Julius von, berühmterBotaniker, geb. 2. Oct. 1832 in Breslau, promo-virte in Prag 1856, habilitirte sich daselbst n. wurde1859 alsAssistentsür Pflanzenphysiologie andieForst-akademie in Tharand berufen, von da als Professorder Botanik 1861 an die landwirthschaftliche Aka-demiein Poppelsdorf, im Frühjahr 1867 an die Uni-sität Freiburg, im Herbst des folgenden Jahres nachWürzburg. Wicwol ihm hier die ehrenvollsten Rufenach Heidelberg als Nachfolger Hofmeisters, nachWien u. zuletzt nach Berlin zu Theil wurden, zog eres doch vor in Würzburg zu bleiben; ihm wurde inAnerkennung seiner großen Verdienste der Titel einesk.bayer.HosrathessowiederVcrdienstordender daher.Krone zu Theil; auch ward er bei dem Jubiläumder Universität Bonn zum Ehrendoctor der dortigenmedicinischen Facultät ernannt. Die Verdienste vonS. nm die Botanik sind ganz bedeutende, da er nichtbloß in verschiedenen Gebieten der wissenschaftlichenBotanik, namentlich der Pflanzenphysiologie zahl-reiche Entdeckungen machte, sondern auch, die Un-tersuchungen seiner Vorgänger und Zeitgenossen kri-tisch beleuchtend, vielfach neue Gesichtspunkte eröff-nete. Wie wenige andere Botaniker verstand es S.in seinen Schriften die Pointe gewisser Fragen zubezeichnen u. die Aufmerksamkeit jüngerer Botanikerdarauf hinzulenken. Diesen Eigenschaften von S. istes zu danken, daß seine beiden Hauptwerke (Hand-buch der Experimental-Physiologie der Pflanzen,Lxz. 1865 und Lehrbuch der Botanik, 1. A. Leipz.1868; 4. A. ebd. 1874) einen ganz ungewöhnlichenErfolg erzielten und der wissenschaftlichen Botanikzahlreiche Jünger zusührten. Durch sein Lehrbuchhalf S. einem dringenden Bedürfnisse ab, da be-kanntlich die zahlreichen, wie Pilze erscheinendenHandbücher über Botanik nur populär sind und dieGrundzüge der wissenschaftlichen Botanik von Schlei-den schon längst veraltet waren. Es wurde daherauch das Werk ins Französische, Englische und Rus-sische übersetzt. Trotz der raschen Auscinanderfolgeder 4 Auflagen seines Handbuches ließ S. es sichnicht verdrießen, jedesmal einzelne Theile desselbenbedeutend zu erweitern und umzuarbeiten, dieueuenliterarischen Erscheinungen zu berücksichtigen u. neueIdeen auszusprechen. In seinem Handbuch ver Ex-Perimental-Physiologie gab S. eine gründliche Dar-stellung der Lebenserscheinungen der Pflanzen, zer-legte dieselbe in ihre Einzelvorgänge u. führte sie aufihre Ursachen zurück; in diesem Werke tritt ganz be-sonders die scharfe Sonderung des wisseuschastlichFeststehenden von dem noch Zweifelhaften und durchweitere Untersuchungen zu klärenden Fragen hervor.

Außerdem publicirte S. zahlreiche Abhandlungenüber pflanzenphysiologische Fragen in botanischenZeitschriften, in den Schriften der physikalisch-medi-cinischen Gesellschaft inWürzburg rc. Endlich lieferteS. im Auftrag der historischen Commission bei derkgl. AkademiedcrWissenschaften inMünchcn eine Ge-schichtederBotanikvom l6.Jahrh.bis 1860, Münch.1875. Auch in diesem Werke zeigte sich der kritischeGeist von S., der vorzugsweise auf die Ideen ein-ging, welche in den verschiedenen Epochen der bota-nischen Wissenschaft zur Geltung kamen, währenddiejenigen Forscher, welche nur zum Ausbau desbereits Feststehenden beitrugen, mehr in den Hinter-grund traten. 1) G- Zimmmemmi. 2 ) Rahmer. S) Engter.

Sachsa, Stadt im Kreise Nordhausen des preuß.Regbez. Erfurt, am Harze; Fabrikation von Chemi-kalien; 1875: 1368 Ew. In der Nähe der Sach-senstein, ein hoher u. blendend weißer Gipsfels u.der Wartenberg mit Steinbrüchen.

Sachsen (lat. u. griech. iiaxönsa, Volksstamm u.altes Herzogthum des Deutschen Reiches). S. vonder Saxe, Sahs, dem ihnen cigenthllmlichen kurzenSchwert benannt, werden zuerst von dem griechischenGeographen Ptolemäos im 2. Jahrh. n. Chr. alsein kleines Volk erwähnt, das an der Nicderelbe u.in Holstein zwischen Eider, Elbe und Trave wohnt.Ihr Vordringen in das Land zwischen Elbe u. Weserläßt sich historisch nicht feststellen. Geschichtlich be-glaubigt erscheinen sie zuerst 286 als Seeräuber ander gallischen Küste. In der Folgezeit ist ihre Be-deutung in den anhaltenden Kämpfen mit den Rö-mern gestiegen, sie sind im 4. Jahrh nebst den Fran-ken die gefürchtetste germanische Völkerschaft. Vonweittragenden Folgen ist dann ihre etwa 449 (derSage nach unter Hengist u. Horsa) erfolgte Besetz-ung Britanniens gewesen, das die Römer aufgegebenhatten. Im Gegensatz zu diesen, den Angel-S.,heißen die festländischen S. in ihren früheren Sitzenauch Alt-S. (s. d.). Diese hatten, nachdem sich dieStürme derVölkerwandernng gelegt hatten, zu ihrenNachbarn die Franken, Thüringer, Langobarden,Angeln, Slaven u. Friesen. In ihren Sitten wichensie von den übrigen Deutschen wenig ab; als ihr Na-tionalheros galt Saxnot, Sohn des Wuotau, welchensic nächst Wuotan u. Donar göttlich verehrt habensollen; ihr Nationalheiligthnm war die Jrmensäule.Nachdem die Kämpfe mit den Römern aufgehört,füllen stete Streitigkeiten mit den benachbarten Fran-ken die sächsische Geschichte. Nur einmal ist das Ber«hältniß ein freundliches. Die s. wurden nämlichBundesgenossen Theuderichs u. Chlotars (I.), desältesten und jüngsten Sohnes Chlodwigs, gegen dieThüringer unter Hermansried, schlugen diese 529an der Unstrut u. eroberten bis 534 ihr Reich. DenS. siel der nördl. Theil Thüringens (südl. bis zurUnstrut) als Antheil zu. Bald daraus jedoch trieb dieRaubsucht die Franken auch zu einem Kampfe mitden S., bei dem Chlotar eine schwere Niederlage er-litt. Minder glücklich waren die S. bei Erneuerungdes Kampfes; sie wurden 553 an der Weser besiegtu. zahlten infolge ihrer Niederlage einen Tribut von500 Kühen, den sie jedoch bei der Zerrüttung desFrankenreiches unter Chlotars Nachfolgern bald wie-der abschüttelten. Ein Theil der S. in den südüstl.Landstrichen an der Bode nnd unteren Saale schloßsich dem Zuge Mboins nach Italien (568) an; unzn-