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Bd. 15 (1879) Radegast - Schießscharte
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Sabinicmcr

Sabillianer (Sabiuianische Schule), s. u. Sa-binns 2).

Sabiniänus, geboren in Volaterra, war unterPapst Gregor dein Großen päpstlicher Apocrisiarinsbei dem Kaiser Mauritius in Coustantinopel, wurdeim Sept. 604 zum Papst (66.) gewählt n. starb 22.Febr. 606; er soll zuerst das Anzeigen der kanoni-sch»n Stunden durch Glockenschläge verordnet haben.

Sabnmm, das Landgut des Horatius im Sa-binerlande, welches ihm Mäcenas geschenkt hatte. Eslag wenige Meilen nördl. von Tibnr an der Digentia(j.Licenza,Nebenfluß desTiberis) zwischen den Ber-gen Lncretilis n. llstica. Vgl. die Karte n. Erlänter-ungen dazu der in Horaz-Ausgabe vonDillenbnrger.

«nbrnns, Name mehrerer Römer, bes. ans derOlauckia pons (s. Claudius); außerdem: 1) Aulns,römischer Dichter n. Freund des Qvidius, zu dessenHcroiden er poetische Anlwortepisteln schrieb. Dieseit 1480 in vielen Ovid-Ausgaben stehenden 4. 8a-i>ini spistokas Pros stammen jedoch, wie O. Jahnerwies, von Angelus Quirinus S., einem lat.Dichter des 15. Jahrh. 2 ) Masnrius, römischerRcchtsgclehrter ans Verona, lebte unter Liberias;Schüler des Capito, von welchem die Sabiuianeroder Sabinianische Schule, eine Rechtsschulcneben den Procnlianern (s. unter Rechtsschulen undProcnlns) den Namen erhielt. Seine kurzgefaßteudrei Bücher cks jurs oiviki wurden durch die vielenCommentare dazu und die nach dem Muster dessel-ben verfaßten Schriften die Fundgrube für das Ci-vilrecht. 3) Flavins, älterer Bruder Vespasians,war unter Vitellins Präsect von Rom; kam bei derErhebung der Legionen Mösicus n. Pannoniens 69n. Ehr. in Nom auf der Flucht nach vem Capitol um.

Snbttttls (eigentlich Schüler), Georg, deutscherGelehrter u. Dichter, gcb. 23. April 1508 in Bran-denburg; stndirte in Wittenberg alte Literatur undRechtswissenschaft, wurde 1538 Professor der Poesieu. Beredtsamkeit in Frankfurt a. O. u. 1544 Rectoran der in diesem Jahre gegründeten Universität inKönigsberg, trat aber 1555 wieder in die Dienstedes Kurfürsten Joachim von Brandenburg, ging1560 in einer Sendung des Kurfürsten nach Ita-lien u. st. 2. Dec. 1560 in Frankfurt. Er war Me-lanchthons Schwiegersohn. Seine Llarmtna erschie-nen Lpz. 1563; Lebensbeschreibung von P.Albinns,n. A. von Crusius, Liegnitz 1724; von Töppen (inseiner Schrift: Die Gründung der Universität zu Kö-nigsberg), Königsb. 1844, von Heffter, Lpz. 1844,von A. Fürstenhanpt, Berlin 1849.

Sabionctta, so v. w. Sabbionetta.

Sabis, der latein.Name der heut.Sambre (s. d.).

Sable, Stadt im Arr. La Flbche des franz. Dep.Sarthe, an der Erve u. Sarlhe, Station der Franz.Wcstbahn; großesSchloß.Commnnal-College, Lchr-course für gcwerbl. Zeichnen, Bocal- n. Instrumen-tal-Musik; Handschuh - u. Hntfabrikation, Wollen-spinnerei, Steinkohlengruben, Lohmühlen, Marmor-brüche, Marmorschneidemllhlen, ansehnliche Überrestealter Befestigungswerke; 1876: 5334 Ew.

Sckliler, Georg Thomas, Astronom, geb. 30.April 1810 zuHalljal in Ehstlaud, seit 1854 Direc-tor der Sternwarte in Wilna; machte sich hauptsäch-lich durch seine Theilnahme an den Messungen desHöhenunterschiedes zwischen dem Schwarzen u. demKaspischen Meere (183637) bekannt, schr. außer-

Luoeliai'oiii^'oss.

denn Beobachtungenüberiridische Strahlenbrechung,Dorpat 1839, n. st. 16. Dec. 1865. Specht.

Sablcs-d'Olonne, L es, Stadt u. Hanptort indem 11 Cantone n. 84 Gemeinden mit 119,272 Ew.umfassenden, gleichuam. Arr. des franz. Dep. Ven-dee, am Atlantischen Ocean, Station der Orlcans-bahu; Gerichtshof erster Instanz, HydrographischeSchule, öffcntl. Bibliothek; Hafen, durch einige Bat-terien und Festungswerke geschützt; Fischfang (Sar-dellen, Stockfische bei Nen-Fnudland), Salzschläm-merei, Schifsswerfte, sehr besuchte Seebäder, Schiff-fahrt,HandelmitVieh, Fischen, Salz, Getreide, Wein,Conserven, Nordholz, Theerrc.; 9347Ew. H- Berns.

Sablja, ein zerrissenes Felsengebirge, westlichdes nördlichen Ural, das sich ans 1566 m erhebt.

Sabrcijana (Ussa), Hanptuebenfluß der Pet-schora (rechts), entspringt auf dem SamojedischenUral u. bildet mit seinem nach W. gerichteten Thaledie nördl. Baumgrenze; er nimmt ans rechts: Wor-kuta, Seida, Chnsnior, Chymor, Kolwa; links:Lemwa, Kossjn, Siuja.

babülum (lat.) Gries, welcher mit dem Harn abgeht.

Saburralzustand , Anhäufung faulig zersetz-ter Substanzen im Magen mit mehr oder wenigerErscheinungen von acutem Magenkatarrh (reichlicheAbsonderung u. Anhäufung von Schleim im Magen,Appetitlosigkeit, Brechneigung und selbst Erbrechen,Kopfschmerz, allgemeine Abgeschlagenheit). Die an-zuwendenden Mittel sind Brechmittel u. nach diesendie gährungShemmenden u. zwar vorzugsweise diebitteren Mittel (China, Calmus rc.). Kimze.

Sacatepeques (S.JnandeS.), Departements-hanptort im centralamerikan. Staate Guatemala;3000 Einw.

8aooÄus, sackförmig. Irz-äroxs s., Sackwasserfucht.Lnmor s., Balggeschwulst.

Saccharate, salzartigeVerbindungendes Zuckersmit Basen.

Saccharification , Verwandlung in Zucker,Znckerbildung, z. B. Umwandlung des Stärkemehlsin Zucker mit Hilfe von Schwefelsäure.

Snccharimetrie, die Bestimmung desGehaltesau reinem Rohrzucker in einer Znckersorte, Flüssig-keit, Runkelrübe rc. Es geschieht dies stets mittelsgewisser Polarisationsapparate, s. Polarisation.

8soobaeom^oos (Hefepilz, Sproßpilz), einzelligePilze, welche sich vorzugsweise dadurch vermehren,daß sie an einer oder 23 Stellen durch Sprossungneue Zellen bilden, so daß bisweilen verzweigte Co-lonien entstehen. Diese Art der Vermehrung findetsehr rasch und namentlich dann statt, wenn die Pilzein der Nährflüssigkeit nntergetaucht sind. Wenn je-doch 8. bei geringer Feuchtigkeit, z. B. auf Möh-renscheiben cultivirt wird, dann werden die einzel-nen Zellen kuglig und bilden in ihrem Innern we-nige Äouidien. 8. wächst vorzugsweise in Zucker-lösungen u. bewirkt die Moholgährung (zerlegt denZucker in Alkohol n. Kohlensäure). Mit dem Wachs-thnm des Pilzes schreitet die Vergährung der zucker-haltigen Flüssigkeit vor. Uebrigens muß dieselbeauch phosphorsanre Salze enthalten, welche zur Er- !Nahrung der neugebildeteuZellen dienen. Wenn dieGährung bei niedriger Temperatur (410" 6) vorsich geht, sind die Zellen des Hefepilzes mehr kugligund häufen sich am Boden des Gefäßes an (Nuter-gährnng); bei höherer Temperatur (1418'') sind