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Bd. 15 (1879) Radegast - Schießscharte
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523
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Saveilins Sabiner Gebirge. 523

Professor der Bcredtsamkeit in Udine, 1484 in Ve-nedig, auch Bibliothekar an der Marcns-Biblio-thek,u. starb 1506. Er sehr.: Ds votnsbato ^gui-Isjas I. VI.; Ds rsrnm st nrtiuin invsukoribus,Straßb. 1500; Ds Vonotas nrbis situ I. III.; Di-storia Vsnsta, Venedig 1487, Fol., n. A. 1718(ital. von M. Visconti de S. Canciano, ebd. 1507,n. von Dolce, ebd. 1534); Ds vsnotis imiAisbra-iibns, ebd. 1488; Dliapsoäias Iiistoriarnm, ebd.1498 sf.,Fol.; LxsmpIornmI.X.; Dpistolao krmi-liaros, orabionss sbposmata, ebd. 1502, Fol.; gabheraus den Valerius Maximns,Sueton, Justin, Flo-rns, schrieb Aninerknngeii zu Catnll,Horatius, Lncan,Statins, Plinius n. A.; Merke, Venedig 1560, 4Bände, Fol., Basel 1560 (. 6nrio); Leben vonApostolo Zeno, im 1. Bd. der Loript. rsr. Vsnst.,1718. -4-

Sabcllius, Häretiker des 3. Jahrh., einer derpatripassiaiiischcn Monarchianer, geb. in Pentapolisin Afrika; wurde in seiner Jugend zu Rom von Kal-listus anfangs begünstigt, dannverstoßsn, stelltehier-anf als Presbyter in Ptolemais (250 260) eineLehre über die Trinität u. Christus ans, die anfangsals kirchlich galt, später verdammt wurde. SeineLehre scheint zuerst der des Noetns ähnlich gewesenzu sein: Vater u. Sohn seien an sich eins, im Sohneaber nur das unsichtbare Wesen des Vaters sichtbargeworden (r>^o7rarwp). Später bildete I. seine Lehredahin fort, daß er znm Vater und Sohn den Geisthinzunahm und nun das Eine göttliche Wesen, dieMonas, von der Trias des Vaters, Sohnes n. Gei-stes unterschied. Seine Vollendung erhielt der Lehr-begrifsdes S., indem er den Logos als Princip dergöttl. Selbstofsenbarung, als die lebendige Beweg-ung zwischen Monas n. Trias dachte: der Eine Gott,schweigend in sich verschlossen, werde durch den Logosznm redenden, der je nach dem Bedlirfniß der Weltein dreifaches Antlitz (irpoawTror-) als Vater, Sohn,Geist zukehre. Mit Paul von Samosata (269272)wurde auch S. verdammt. Seine Anhänger bilde-ten keine Secte, doch derSabellianismns wurdeeine typische Form für eine gewisse, nämlich die mo-dalistische Form der Trinitätslehre, die bei Joachimvon Floris im Mittelalter, bei Schleiermacher inder neueren Zeit fast in ursprünglicher Form wieder-kehrte. Löffler.

Säbelschnäbler, Dsenrvirostra. L., Vogelgat-tung aus der Fam. der Schnepfen. Schnabel flach,znsammengedrückt, pfriemensörmig, an der Spitzeaufwärts gekrümmt. Beine sehr lang und dünn;Vorzehen mit weil ausgeschnittenen Schwimmhäu-ten; Gefieder weiß n. schwarz. Meeresküsten.Art: D.avoesbta L., Avoselte, Säbler, 40 ein lang, weißmit schwarzem Scheitel n. drei schwarzen Flügelbin-den; Beine blaßblau. Nordseeküsten bis nach In-dien, auch am Cap. Außerdem noch 2 Arten: D.amsrioaan, in Amerika, und L. rubrioollis in Au-stralien. Farwick.

Sabier, Ssabier, so v. w. Johanuisjllnger.

Sabina (Sadebaum), s. ännipsras.

Sabine, 150 icin langer seichter Fluß, entspringtim Hunt County des Nordamerika!!. UnionsstaatesTexas, bildet die Grenze zwischen Texas und Loui-siana n. mündet mit seeartiger Erweiterung (S. Lake)in den Mejicanischen Meerbusen.

Sabine, Sir Edward, Physiker und Mathe-

matiker, geb. 14. Oct. 1788; nghm Dienste bei derengl. Artillerie, betheiligte sich an mehreren Expe-ditione», so an Parrys Reise 1819 20, umsegelte1822 23 die Küsten von Afrika, Amerika, Spitz-bergen u. Grönland, n. beschäftigte sich dabei haupt-sächlich mit Pendelbeobachtnngen n. Untersuchungenüber den Erdmagnetismus. Die engl. Regierungerwählte ihn znm Redactenr der Beobachtnngsjour-nale der meteorologisch-magnetischen Stationen.1837 wurde er zum Major, 1846 zum Oberstlieute-nant der Artillerie u. 1859 znm Generalmajor amArsenal zu Woolwich ernannt u. 1869 in den Ritter-stand erhoben. Er schrieb: psuänlnm oxpsäitioii

sto., Land. 1825; Deport cm tlis variatious ok tlisLInAustio intsnsitzc obssrvsä ab äilksrsnt poinbsokblio oartlis snrkaes, ebd. 1838; LlaAiistieal andLlstsorolo^ioal obssrvabor^ ab 8t. Helena, ebend,1847; Oosinisal ksaturss ok tsrrsstr. inarxnotism.ebd. 1869; übersetzte WrangelS Reise nach dem nord-östlichen Sibirien, Humboldts Kosmos u. m. a. insEnglische. r.

Sabiner, Volk in Mittelitalien; ihr Land Sabinalag zwischen Latium, Etrurien, Umbrien, Piceuum u.dem Gebiete der Vestiner u. Marser, durchzogen voneinem Theile desÄpennin,demSabinerGebirge.Flüsse, des. der Tiber, mit den Nebenflüssen Star,Tolcuns, Anio und in. a.; Seen: Cntilia, Fucinns.Als ein Gebirgsland war es mehr zur Viehzucht alsznm Ackerbau geeignet, gleichwol aber fruchtbar. DieStädte des Landes, durch welches sich die Via 8ala-ria hinzog, waren: Amiternum, Reate, Cures, Nur-sia, Cntiliä n. a. Die S. bildeten mit den Umbreruden umbrisch-sabellischen Zweig des italisch. Volks-stammes, gehörten also zu deiiJnLo-Germanen. VonN. einwandernd, setzten sie sich an der WSeite Mit-telitaliens in der von ihnenSabina genannten Land-schaft fest. Von hier ans breiteten sie sich weiter aus,selbst nach Unter-Italien, der Sage nach durch dieSitte des heiligen Lenzes (vsr sasrnin), d. h. die zuZeiten der Gefahr dem Mars gelobten Kinder muß-ten, wenn sie erwachsen waren, über die Grenzeziehen u. sich neue Sitze erobern. Durch solche Aus-wanderungen der S. sollen die sabellischcn Völker-schaften, Picenter, Vestiner, Peligner, Marser, Mar-ruciner, Samniten u. a. entstaudensein. Die S.waren ein einfaches aber tapferes Bergvolk, das nurim Kriege sich ein Oberhaupt wählte, sonst in viele,in lockerem Zusammenhang stehende Gemeinden zer-splittert war. Ein Thcil des Volkes hatte sich schonfrüh, nach der Sage infolge des Raubes ihrer Wei-ber u. Töchter (Raub der Sabinerinnen) unter T.Tatius ans dem Qnirinalis bei Rom angesiedelt u.war mit den Römern zu dem Volke der Quintenverschmolzen (s. Nom, S. 294). Die in ihren Ber-gen gebliebenen S. führten häufige, hestige Kriegemit den Römern, so 494, 458, 450 v. Chr., bis sievon M. Curius Dentatns (270 v. Chr.) nach kurzerGegenwehr völlig unterworfen wurden u. das Bür-gerrecht ohne Stimmrecht erhielten. 268 v. Chr.wurden sie römische Vollbürger. Vergl. Gnattani,Llonnnisnbi sadini, Rom 1827, 3 Bde. Jähnke-

Sabiner Gebirge, ein durch Naturschönheitenberühmtes Gebirge in der ital. Provinz Rom, östl.von der Stadt Rom, steigt im Monte Gennaro 1269m hoch. Vgl. Bergso'e, Aus dem S. G., deutsch vonPeters, Bremen 1872.