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Bd. 15 (1879) Radegast - Schießscharte
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Sabbathai Z'wi Sabellicus.

SabbathaiZ'tvi u. die Sabbathäer od. Sabba-thianer. S. war nach dem Berichte seiner Gegner einJude aus Smyrna, geb. 1661, dessen Mutter vonjüdischen Kabbalisten die Kunde erhielt, daß sie denMessias geboren habe. Der bildschöne, hochbegabteKnabe kam durch das Studium des Talmud u. derKabbala zu der Überzeugung, daß er es sei, u. tratöffentlich als Messias auf. Von den Rabbinen inden Bann gethan, durchzog er seit 1659 die Türkeipredigend mit glänzendem Erfolge, begab sich dannin großartigem Aufzuge nach Jerusalem, wo er denreichen Juden Nathan benBenjamin aus Gaza fürsich gewann. Darauf setzte er in Alexandrien 50Apostel ein n. verheirathete sich mit der schönen aben-teuernden Jüdin Sara aus der Ukraine. Als ihmin Alexandrien durch die um ihr Schicksal besorgtenInden der Boden entzogen wurde, zog er wiedermit 5000 Anhängern nach Jerusalem, von da überSmyrna nach Constantinopel. Sultan Moham-med IV. nahm ihn glänzend auf, versicherte sich aberseiner Person. Als der Sultan aber, durch einenpolnischen Rabbi gegen ihn eingenommen, ihm einelebensgefährliche Probe seines Messiasthums zumn-thete, trat er zum Mohammedanismns über, wor-auf ihn der Sultan zum Kapidschi Baschi (Kammer-herrn) mit dem Titel Efendi und einer Pension er-nannte. Weil er heimlich zum Jndenthum hielt od.neue Versuche, als Messias auszntreten, machte, soller verbannt worden und im Schlosse Dnlcigno aufMorca1676(?) gestorben sein. Seine Geschichte hatLudwig Storch im Roman Der Jakobsstern bear-beitet. Das Geschichtliche über ihn s. bei Jost undGrätz. Die weitverbreitete Secte erhielt sich bis ins19. Jahrh. Eines der bedeutendsten Häupter der-selben war Mose Hajjim Luzzato ans Padua (1707bis 1747), der ihre Lehre in eine Art gnostisirenderUniversalreligion nmzngestalten suchte. Löffler.

Sabbathlirier, Name mehrerer christlicher Ser-ien, welche die Feier des siebenten Wochentages fürverbindlich halten: 1) Die Masbothäer (Sabbathfei-rer) in den ersten christlichen Jahrhunderten nebenden Ebioniten u. Nazarenern, die das ganze jüdischeGesetz für verbindlich hielten. 2) Eine Abzweigungder Davidisten in Siebenbürgen seit Ende des 16.Jahrh., welche die Anbetung Christi verwerfen, dieSabbathfeier n. alle mosaischen Gesetze für verbind-lich halten; sie erwarten noch einen anderen Messiasaußer Jesus. Die Gründer dieser Secte waren An-dreas Eössy u. sein Adoptivsohn Simon Pecsi, einGutsbesitzer, der 70 Ortschaften unter sich hatte. Viel-fach verfolgt, flüchteten sie zum Theil nach der Mol-dau u. den anderen türkischen Provinzen. Die Da-heimgebliebenen übten zum Schein die Ceremoniendes resormirten Bekenntnisses, aber ihren Gottes-dienst und ihre Ceremonien im Verborgenen. EinTheil derselben hat in neuester Zeit sich zum Juden-thnm bekannt. 3) Secte der Baptisten, 1650 vonFranz Bampfield gestiftet; sie wandelten 1668 nachNeu-Eugland u. bilden dort mehrere Gemeinden. 4)Secte, Ende des vorigen Jahrhunderts in Englandgestiftet von Johanna Sonthcote, welche die Verbind-lichkeit der mosaischen Gesetze erklärte. Fürst.

Sabbathflnß (Sabbatikos, Sabbation), mythi-scher Fluß, welcher nach dcrSage der Israeliten vomLibanon kommend u. ins Mittelmeer sich ergießend,6 Tage in der Woche floß, am 7 aber austrocknete.

Snbvathjahr(Brach-,Erlaßjahr),beidenJsrae.Uten jedes 7. Jahr, in welchem dem mosaischen Ge-setze gemäß das Feld nicht bestellt, Schulden nichtnur nicht eingetrieben werden durften, sondern selbsterlassen werden mußten, und der hebräische Sklaveseine volle Freiheit erhielt; daher auch Befreiungsjahr.

Sabbathschnur, s. Sabbath.

Sabbathweg, s. Sabbath.

Sabbatiancr, Secte im 5. Jahrh., Anhängerdes Sabbatius; dieser, ein jüdischer Convertit undPresbyter in Constantinopel, sprach sich für den Be-schluß der phrygischen Novatianer zu Paz, das Pa-scha mit den Juden zu feiern n. sich des ungesäuer-ten Brodes dabei zu bedienen, aus, sammelte einePartei und suchte Bischof zu werden. Er wurde je-doch von einer novatianischen Synode zuSangarningcnöthigt, die Differenz in der Abendmahlsfeier fürein Adiaphoron zu erklären und eidlich auf die Bi-schofswürde zu verzichten. Als er aber seine judai-stische Feier des Abendmahls dennoch fortsetzte undsich nach dem Tode des Sisinnins von einigen Land-bischöfen zum Bischof ordiniren ließ, wurde er nachRhodos verbannt, wo er starb. Sein Anhang ließseine Gebeine nach Constantinopel bringen und ver-verehrte ihn als Märtyrer, bis der Bischof Atticusseine Gebeine wieder entfernte u. der Sache der S.ein Ende machte. Löffler.»

babdatum (lat.), so v. w. Sabbath.

Sabbionctta, Gemeinde in der ital. ProvinzMantua; altes Schloß, Theater; 7058 Ew.

Säbel, Hiebwaffe, deren Klinge meist leicht ge-krümmt ist n. auch zum Stich verwendbar sein soll.Die Spitze ist meist auf beiden Seiten geschliffen.Das Gefäß ist entweder mit einem aus mehrerenSpangen bestehenden Korbe od. nur mit einer Spangeu. einer Parirstange versehen. Meist dient der S.als blanke Waffe für die Cavalerie u. reitende Ar-tillerie, sowie als Bewaffnung für die berittenenOffiziere. In einigen Armeen tragen auch die Of-fiziere der Infanterie S. Stark gekrümmte S. wa-ren bei den Orientalen im Gebrauch, daher die Be-zeichnung Türken-S. Die S. der Berittenen sind ge-wöhnlich etwa 1 inlang, haben meist metallene Schei-den, an deren Rücken zwei Ringe zum Befestigender Koppel angebracht sind. Kurze S. mit Leder-scheiden waren früher auch bei der Infanterie ge-bräuchlich, sind aber jetzt abgekommen n. durch Fa-schinenmesser, die zugleich das Bajonett ersetzen, ver-drängt. s>

Sabelli, 1) Gesammtname der durch Auswan-derungen aus dem Volksstamme der Sabiner (s. d.)entstandenen Völkerschaften, welche in Mittel- undUnteritalien zwischen Umbrien, Etrurien, Latium,dem Adriatischen Meere, Apulien u. Bruttium saßenu. zu denen zunächst die Marser, Vestiner, Peligneru. Marruciner, dann die Picentiner, Frentaner u.Hirpiner und bes. die Samniten gehörten; von denLetzteren gingen die Lukaner u. von diesen die Brut-tier aus, u. aus der Vermischung der Sabiner mitden Ostern bildete sich das Volk der Campaner; 2 )bei denNeneren fürden ganzen Stamm derSabiner.

Saüellianer , s. u. Sabellins. fEichhoff."

Snbellrcus, Marcus Antonius, einer derBegründer n. Wiederhersteller der class. Studien inItalien, geb. 1436 in Vicovaro im Sabinergebirge(daher S.: eigentlich hieß er Coccio); wurde 1475