Sciba —
haus, Militärspital; Fabrikation von Rübenzucker,Nägeln, Leder, Papparbeitcn; Danipfmühle, Bier-brauerei, Destillerie, starkerHopfenban (etwa 800,000km jährlich); Mittelpunkt des böhm. Hopfenhandels;8869 Ew. SchwoU
Saba, 1) s. Sabäer. 2) eine den Holländern ge-hörigeKleineAntille, östl. vonPortorico,mit 2002Ew.; hat bedeutendeSchwefellager, die sichdurch große Reinheit auszeichnen.
Sabadell, blühendeFabrikstadt in der span. Prov.Barcelona (Catalouien), im Thale des Ripoll; schö-nes Theater, zahlreiche Wollen- und Baumwollen-spinnei eien n. Webereien; 13,945 Ew.
Sabadillsamen, s. 8elrosnooaniou.
Sabäer, 2 verschiedene im A. T. geuauute Völ-kerschaften:!) eigentlicher Name Sch eba, im Glück-lichen Arabien, reich anWeihrauch, Spezereien, Goldn. Edelsteinen. Als ihre.Hanptstadt wird baldsaba,bald Mareb erwähnt (3—4 Stunden vom heutigenSanaa, wo die alt-himjaritischen Inschriften mit demNamenSaba gefunden wurden). In LerVölkertaselder Genesis wird als Stammvater Kusch, ebenso Jok-tan, sonst Abraham mit Ketnra genannt. Aus ihnenwar jene Königin, welche Salomo besuchte. Auch beiPtolemäus und Plinins werden sie erwähnt. 2) S.mit dem eigentlichen Namen Sseba, ein gleichfallsnach der Völkcrtafel der Genesis von Kusch abstam-inendes Volk am oberen Nil, identisch mit Meroe,von Jesaias als hochgewachsener Menschenschlag ge-schildert. Die Ruinen der Hauptstadt dieses Volkesfinden sich noch unweit Dscheudi. Löffler.
Saüäismns, religionsgeschichtliche Bezeichnungfür den Gestirndienst (Sonnen- u. Sternedienst, He-lio- und Astrolatrie), entweder weil er bei den Sa-bäern (s. d.) und verwandten arabischen u. syrischenVölkerschaften verbreitet war, od. weil das hebräischeZaba Heer, himmlische Heerschaaren, die Gestirn-Welt bedeutet. Wol davon zu unterscheiden ist derSadismus, richtigerSsabismus; vgl. den Art. Jo-hannisjünger, Bd. X. S. 794. Löffler.
8sba> RRans., Pflanzengattung aus der Familieder kalmas-Lorz'pIiiims-Ladaliims. Arten: 8.Xäsnsoni mit fächerförmigen, gefalteten
Blattern, in Central-Amerika; das Mark des kurzenStammes wird gegessen. 8. kaimstto Lockci!., inMejico, besitzt einen hohen Stamm, der ausgezeich-netes Schifssbauholz liesert, während die Blätter zuHüten verarbeitet werden. Englcr.
Sabauilla, Stadt im Staats Bolivar der süd-amerikanischen Republik Colombien, an der Münd-ung desMagdalenenstromes; Eisenbahnverbindungstromaufwärts, bedeutende Ausfuhr von Landespro-dncten, namentlich Tabak. 1874 liefen 185 Schiffemit 202,885 Tonnen Gehalt ein.
Sabara (Villa Real do S.), Stadt in der brasil.Prov.MinasGeraes;kaiserl. Collegium, Goldwäsche;6000 Ew.
Sablltha (Sabattha, Sabbatha, Sabotha), alteHauptstadt der Adramiten im südlichen Arabien, mitzahlreichen Tempeln, der Hauptsitz des Weihrauch-handels; Ruinen wahrscheinlich bei demjetzigenSawaoder Samwa in Hadhramaut.
Sabazros, eine thrakisch-phrygische, in Griechen-land u. Rom eingeführte Gottheit Dionysos-S.,der Repräsentant des blühenden, mit dem Tode ver-fallenden u. dann wieder erwachenden Naturlebeus;
Sabbath. 521
die Feste (Sabazia) wurden vom niederen Volke lär-mend, wild n. ausschweifend gefeiert.
Sab-Blli, so v. w. Assab-Bai (s. d.).
Sabbatarier, s. Sabbatharier.
Sabbath (hebe., Ruhetag), der siebente Wochen-tag, in der Heil. Schrift als Ruhetag für die Jsrae-liten eingesetzt, als Erinnerung an Gott, den Wel-tenschöpfer (1. Buch Mose 2, 1—3; 2. Buch Mose20, 8—11) n. an dessen liebende Vorsehung, wie siesich in der Befreiung der Israeliten aus der ägypt.Sklaverei bekundet (5. Buch Mose, 5, 15). Dahersollten Alle, auch die Sklaven, von der Arbeit amS. ruhen, wie auch die Hausthicre nicht zur Arbeitam S. augchaltcn werden dürfen. So ist der Sab-bath eine ungemein humanitäre Einrichtung, einsprechendes Zcugniß, daß man in Israel auch in denSklaven die Menschenwürde ehrte, die ebenso wie dieFreien Kinder Gottes sind, deren Recht man nichtwegen der Übermacht mißachten dürfe (Hiob 31, 13bis 15); daher die häufige Mahnung in der Schristan die Israeliten, sich zu erinnern, daß sie selbst Skla-ven gewesen. Der S., der, wie alle Feste der Israe-liten, mit dem Vorabend beginnt, wird durch vor-heriges Anzünden von Lichtern gefeiert, eine Sitte,die gegenüber der rigorosen Ansicht der Samarita-ner u. später der Karäer, daß man am S. kein Lichtbrennen lassen dürfe, um so mehr an Heiligkeit ge-wann; dann durch feierliche Festmahle, nach vor-heriger Weihe n. Benediction über Wein oder Brod(Xiäänsoli); in den Synagogen durch feierl. Gottes-dienst, mit Vorlesen eines Abschnittes der 5 BücherMoseS, die im Laufe eines Jahres-Cyclus der Reihenach gelesen werden, durch Verlesen eines Abschnit-tes aus den Propheten n. durch die Predigt u. Be-lehrung (s. i?Iii1o cko ssptennario, S. 1178). Schonin den frühesten Zeiten suchte man am S. den Pro-pheten auf, um sich zu erbauen und zu belehren (2.Könige 4, 23). Währenddes Tempelbestandes wardim Namen des Volkes noch ein besonderes S-Opferdargebracht. DieMischnazählt39Hanptarbeitenanf,die am Sabbath verboten. Nach 2. B. Mose 16, 29soll man am S. sich nicht von seinem Orte entfernen,was die Samaritaner n. Karäer buchstäblich beob-achten u. außer in die Synagoge nirgends hingehen,die Pharisäer ans das Weichbild des Wohnortes u.2000 Ellen von da nach jeder Seite (Sabbathweg)ausdehnen; das Verbot, am S. nichts von einemGehöfte zum anderenzu tragen in einer offenen Stadt,ist auf 2. Buch Mose, 16, 29 gegründet; die Phari-säer, um zu ihren gemeinschaftlichen Mahlen am S.kommen u. das Nöthige mitbringen zu können, ver-banden durch eine Schnur die einzelnen Häuser desWohnortes zu einem Gebiete (S-Schnur, Lrub-Verbindung), und durch Bezeichnung eines Platzesaußerhalb des Wohnortes als gewählten Aufenthaltmittels Hinlegung der Speise vor dem S. suchte mandie Befugniß zu gewinnen, weiter als 2000 Ellenam S. zu gehen behufs Belehrung und Erbauung,wofür man auf dis Entfernung nach den anderenSeiten verzichtete (Verbindung der Räume, Lrnbtsolmwin). Jedoch ist dies zumeist aus dem Lebengeschwunden. Die Christen feiern den S. am Sonn-tag , die Mohammedaner am Freitag; doch gab esu. gibt es noch Secten unter den Christen, die Uni-!tarier, Sabbatharier, welche den S. mit den'Juden seiern. Fürst-