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Bd. 15 (1879) Radegast - Schießscharte
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Ryburg -

Amtsgericht, Obersörsterei, Bierbrauerei; 1875:ZS36 Ew. In der Nähe Steiukohleugruben undEisenwerke. Hier 1433 Gefecht, in dem Herzog Ni-colaus von Jägerndors über den Herzog Boleslawvon Oppeln siegte.

Ryburg, s. u. Rheinfelden.

NifcMvol, Stadt, so v. w. Nitschenwalde.Nydberg, Abraham Victor, Schwedens her-vorragendster, begeisterter Dichter für Freiheit undFortschritt, geb. 18. Dec. 1829 in Jönköping vonarmen Eltern, wurde, während er das Gymnasiumin Wexiö besuchte, bei dem Dichter der Frithjofssage,dem Bischof Tegner, eingeführt. Schon früh beschäf-tigte er sich mit literarischen Versuchen, doch meistmit dem reichen Sagenschatz des Nordens, u. schriebbereits damals die mit Illustrationen versehene ra-dicale Zeitung Odins Radon. Durch den Tod seinerEltern(l848) sah er sich genöthigt, das Gymnasiumzu verlassen u. wurde zuerst angestellt bei dem llön-üöxinAdlaci, dann bei der OötsdorA Ranäoia-tiäniiiA, außerdem suchte er durch Unterrichtgebenund Novellenschreiben so viel zu erwerben, um dieUniversitätLnnd besuchen zu können, wo er seit 1851Jura studirte. Hier bildete er eine literarische Gesell-schaft, Das Siebengestirn scherzweise genannt. Ne-ben seinem Studium schrieb er hier Zeiiungscorre-spondenzen, Abhandlungen, Gedichte. Seine erstegroße Arbeit war die rom. Erzählung SiugoaUa,3. A. 1876. Als er Lund verließ, wurde er Haus-lehrer n. trieb nun mathematische u. astronomischeStudien. 1852 wurde er bei der OötodorZ Aan-dslstiäninA als Journalist angestellt u. seit der Zeitgehört N. unabgebrochen der Redaction dieser an-gesehensten Zeitung Schwedens an. 1856 schrieb erfür dieselbe die Bauernnovelle: Die wanderndenGymnasiasten, eine Arbeit, die gleichzeitig demokra-tischen und aristokratischen Geist verrieth, von demalle seine späteren Arbeiten durchhaucht sind. Esfolgten 1'rib/tisroir, Ösksrszösn (Der Freibeuteraus der Ostsee, 1857), Don sisb a Lcklrsnnrsn (DerI letzte Athenienser, 1859), R-s Hauptdichterwerk, 2.A. 1866, 3. A. 1876, deutsch von Emil Jonas,1875, auch ins Englische, 1869, u. Dänische, 1874,übersetzt. In dem Buche: Libslsns Rüra om Oirri-, atus, 1862 (Die Lehre der Bibel über Christus),das große Sensation erregte und ihm (1868) einen- Platz in der ersten schwedischen Kirchenversammlungeinbrachte, trat er gegen die unter dem Namen Nen-lutherianismus bekannt gewordene kirchlich-politische^ Reaction ans. Während der Jahre 187072 war! R. Reichstagsmitglied der Zweiten Kammer für Go-thenburg, wo er für die Gerechtsame der fremdenGlaubensgenossen u. für eine Resorm der Preßfrei-heit plaidirte. 1873 trat er eine längere Reise nachItalien u. Frankreich an, und die Früchte derselbenwurden nach seiner Heimkehr in den Arbeiten: Die

> melische Aphrodite, Peter und Panlssagen (deutsch

> von Jonas), Römische Reisen in Marmor rc. nie-t dergelegt. Endlich ist noch die geradezu meister-' haste Übertragung von Goethes Faust mit Illustra-tionen (1876) zu gedenken, denn hier vereinigt sich

' die Treue gegen das Original mit der Formschön-' heit der Sprache. Seit einigen Jahren hält R. wäh-j rend derWintermonateVorlesungen voreinem aus-^ gewähltenPnblicnm überDentschlandsKlassiker. Imi Jahre 1877 wurde R. zum Mitglied der Akademie

- Rydqvist.

der Wissenschaften ernannt u. von beiden Universi-.tälen Schwedens, Lund n. Upsala, zum Doctor derPhilosophie creirt. Jonas.

Nyde, Marktstadr in der englischen GrafschaftSonthampton od. HantS, ans der NKüste der InselWight, von zahlreichen Landhäusern umgeben, hatreizende Spaziergänge, als welcher auch die 695 inlangeLandungsbrücke(pisr)dient; Markthalle, Thea-ter, Literar. Institut, Gesellschaftshaus des Victoria-Dachtclubs, beliebtes Seebad; 1871: 11,260 Ew.

Ryder (Ruiter), 1) holländische Rcichsmünze inGold, bis 1816 zu 14 Gulden holländisch Courant,Gewicht 9 ,22 Karat fein, Feingewicht 9,^Gramm 25 , 444 g deutsche Mark; halbe R. nachVerhältniß. 2) Fabrikations- od.Handelsmünze inSilber Ducaton, zu 315 Cents (bes. für den ost-indischen Handel), 82,^4 Gramm, mit Feingewichtvon 30,521» Gramm 5 , 4 ^ deutsche Goldmark.

Nydyvist, Johann Erik, schwedischer Sprach-forscher, geb. 20. Oct. 1800 in Gothenburg, lernte181519 in einem Handelsgeschäft. Aber von in-nerem Drang getrieben, durfte er sich den Studienwidmen. 182026 studirte ec in Upsala die Rechte,wurde 1827 Amannensis der kgl. Bibliothek u.1829bei der Akademie. 1858 Bibliothekar bei der königt.Bibliothek, nahm 1865 wegen Kränklichkeit seinenAbschied u. st. in Stockholm 19. Dec. 1877. In denJahren 181924 schrieb er Kritiken und metrischeÜbersetzungen der griechischen Dichter für Gothen-burger Zeitungen, Originalgedichte für AtterbomsPoetische Kalender, 1821 u. 22. Später richtete sichseine Aufmerksamkeit ans die englische und deutscheSchönliteratur u. er schr. 1825 Irlünäüica Nsloäiorooü ciilctor nk Uromas Noors ooir sn 8a§a nk No-valis (Hardenberg), um die Objektivität der Antikemit der modernen Snbjectivität zu verschmelzen.1827 folgte die Übersetzung von Washington Ir-vings Geschichte New-Dorks, 1828: Rramkaraa cka-§ors vitstra iärottor r zümkörslss msä samtnäsir(Preisschrist), eine kritische Übersicht der successivenAusbildung der Weltlitteratur von den ältesten Zei-ten bis auf unsere Tage, die ihm (1839) einen vonKarl Johann gestifteten Dichterpreis eintrug. VomMai 1828 bis Ende 1832 gab er die angeseheneWochenschrift Heimdall heraus, die sich vornehmlichmit der freien Knust beschäftigte u. Tegner, Atter-bom, Beskow,Franzen, Böttiger u.A. m. als Mit-arbeiter zählte. Von 1833 an war er fleißiger Mit-arbeiter der in Upsala erscheinenden Lronslca, lits-ratnrkörouinAönstiäninA,dieHeimdall ablöste. 1836erschien seine berühmte archäologische Abhandlung:kfloräsns üläsbs, sicacksspsl, die ihm den höchstenPreis der Akademie eintrug. 183637 machte R.mit Unterstützung des Staates u. der Akademie eineReise durch Dänemark, Deutschland, Belgien, Frank-reich u. Italien, als deren Frucht er eine Reisebe-schreibung begann, von der jedoch nur der l.Band:'Pz-siclanck (Deutschland) erschien. 1839 gab R. eineNimrstsolcnivA über den Erzbischof Wallin; 1840üsiäsns oro voll bräons Icrak (zwei Hefte); 1849 I)snIristorislca spraickorsicninAsn (1863 3. A.), einesprachwissenschaftliche Forschung, die ihm nach B.von Beskow Sitz in der Akademie einbrachte, her-aus; Orsll8lcnspra1csbs1aAg.r (DieGesetzeder schwe-dischen Sprache), von allen Philologen Europas,namentlich von Jak. Grimm freudig begrüßt, er-

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