Nuthvm —
sind edel empfunden ^ schön gezeichnet und fein ge-stimmt. Er ist seit 1867 Ehrenmitglied der BerlinerAkademie. Regnet.
NntlMrt, Dorf in der schott. Grafschaft Forfar;altes Schloß (Hunting Tower), in dem 1582 derjunge König Jakob VI. von den schottischen Adeligengefangen genommen wurde.
Nntil, Mineral,krystallisirtin tetragonalen Pris-men, oft nadel- od. haarförmig, die Flächen der Pris-men mit vertikaler Streifung; häufig sindZwillings-bildungen, welche sich oft wiederholen und dadurchnetzartige Gewebe von nadel- u. haarförmigen Kry-stallen erzeugen; auch derb, körnig, eingesprengt, alsAnflug in Körnern u. Geschieben; Bruch muscheligbis uneben; Härte 6—7, spec. Gew. 4, 2 —4, 2 , röth-lichbraun,hyacinthroth bis dnnkelblntroth,cochenille-roth, gelblichbrann, ockergelb und schwarz (Nigrin);metallisch diamantglänzend, durchscheinend bis un-durchsichtig, Strich braungelb. Besteht ans Titan-säure mit etwas Eisenoxyd. Vor dem Löthrohr un-veränderlich u. unschmelzbar, von Säuren wird ernicht angegriffen. Im Glimmerschiefer im Ziller-thal, Newnza in Ungarn, im Gneiß von Aschaffen-burg, am St. Gotthard, Sanalpe in Kärnten, imChloritschiefer von Großarl in Steiermark, BoaVista in Brasilien, Graves-Mount in Georgia; aufMagneteisen zu Arendal; lose, im aufgeschwemmtenLand bei Krummhennersdorf in Sachsen, bei Aschaf-fenburg, Unter-Wostrowetz in Böhmen u. in Bra-silien. Sagenit ist ein in den Schweizer u. TirolerAlpen vorkommender R. in eigenthümlichen gestrick-ten, netz- bis gitterförmigen Überzügen. Jlmeno-R. ist ein eisenschwarzer, eisenhaltiger N. aus demJlmengebirge. Man bereitet aus dem R. eine hell-gelbe Farbe für die Porzellanmalerei. Lehmann.»
Nutilnrs, 1)PubliusR. Lupus, röm.Rhetorunter Tiberius; Verfasser einer nach dem Griechi-schen des jüngeren Gorgias bearbeiteten Schrift8oiwmata loxsos st äianosas über die Redefiguren;ausgezeichnet durch die gute Übersetzung von Stellenaus griechischen, jetzt meist verlorenen Rednern. DieSchrift ist zum Theil noch erhalten u. herausgeg.in Rllvtorss iatini minoros sä. Halm, Leipz. 1863.2) Claudius R. Namatianus, s. Namatianns.
Rutland, 1) die kleinste Grafschaft in England,zwischen Lincoln, Leicester u. Northampton gelegen,
!, hat den Titel eines Herzogthums; 366 (6,„
s HW) mit (1871) 22,073 Ew. (auf 1 sljicm 57, inl ganz England 163). Die Grafschaft, ein Hügellandvon geringer Erhebung, wird vom Welland durch-! flössen u. hat sruchtbarenBodenu. gutesWeideland.
Viehzucht n. Ackerbau bilden die Hauptbeschäftigung1 der Bewohner, die Industrie ist unbedeutend. Pro-! dncte: Getreide, Flachs, Holz, Zuchtvieh, Käse (Stil-!> tonkäse). Viehstand 1875:3l57Pferde, l7,7l5Stücki Rindvieh, 105,697Schafen.3219 Schweine. Haupt-stadt ist Oakham. 2) Hauptort des gleichnamigen,26,508 Einw. zählenden County im Nordamerika!!.Unionsstaate Vermont, am Otter Creek, Eisenbahn-knotenpunkt; Marmorindustrie und Schieferbrüche;S834 Ew. 1 ) H. Berns.
Rütli (Grütli), Bergwiese, mit Bäumen undeinigenHäuschen, am östlichen Abhangs des Seelis-berges und westlich 210 ra über dem oberen Vier-waldstätter- oder Urnersee im schweizer. Kanton Uri,l ^ wo nach der Sage Walther Fürst von Uri, Werner' ; PisrerL llnwersal-ColwersatlonS-Lexikon. 6. Aufl. xv,
Rllysbrocck. 513
Stauffacher von Schwyz und Arnold an der Halde»von Melchthal in Unterwalden in der Nacht vom 7zum 8. Nov.1307 einen Bund zur Befreiung ihrkLandsleute von der Gewalt der habsbnrgischen Vögtebeschworen. Das Benehmen des Vogts Wolfenschie-ßen, dem Weibe des Konrad Baumgarten (s. Baum-garten I) gegenüber soll mit Veranlassung zur Er-richtung der Eidgenossenschaft gewesen sein. Die dreiQuellen daselbst sind nach dem Volksglauben an derStelle entsprungen, wo die Stifter der Freiheit ge-standen haben. In der Nähe ragt ans dem See eine25 in Hohe Felspyramide, der Mythenstein, auf, wel-cher seit 1860 in kolossalen vergoldeten Lettern dieInschrift trägt: „Dem Sänger Teils Friedrich Schil-ler. Die Ur-Kantone 1859." H. Bernsl
Rntschberge, künstliche, ziemlich stark geneigteEisbahnen in Rußland, welche zu Volksbelustigungendienen; sie wurden auch in Frankreich und Deutsch-land als solche und auch als Rollbahnen (ohne Eis-überzug) nachgeahmt.
Nntscherrecht, das sonst in manchen Gegendenherkömmliche Recht, wonach der Grund- ober Zins-herr eine ihm schuldige, nicht zum festgesetzten Tageoder gar zur bestimmten Stunde entrichtete Abgabeverdoppelt einfordern konnte. DadieseZinsen (Rnt-scherzins) mit jedem Tage od. jeder stunde wachsen(rutschen), entstand die Benennung.
Rntschfliichen (Spiegel), wie polirt erscheinendeFlächen, die man bei größeren Verwerfungen mäch-tiger Gesteinsmassen auf den Spaltenwänden alsZeichen bedeutender Friction oft beobachtet.
Nutte, fo v. w. Aalranpe.
Rüttelweih, 1) so v. w. rother Milan, s. Mi-lane; 2) s. Bussard.
Nutnler, Volk des alten Latium mit der Hanpt-stadtArdea, dessen König Turnus als der erbittertsteFeind des landenden Äneas erscheint. Es gehört derSage an; in der römischen Geschichte wird es nichterwähnt.
Nttvo (das Rubi des Alterthums), Stadt in deritalien. Prov. Bari; Bischofsitz, Kathedrale; 15,083Ew. Bedeutender Fnnbort von Alterthümern, des.vorzüglicher bemalter Vasen, die dem Nationalmn-seum zu Neapel einverleibt sind.
Nuysbroeck, 1) Johann (gen. Dootor sosta-tüons), Mystiker, geb. 1293 in dem niederländischenDorfe Nuysbroeck, zwischen Brüssel n. Hall; er-hielt Unterricht in Brüssel bei einem Augnstinerchor-herrn, wurde crst Vicar an der Gudulakirche daselbstu. zog sich um 1353 in das Augustinerkloster Groen-dal in dem Walde von Soigny bei Brüssel zurück,wo er zum Prior gewählt wurde u. 1381 starb. Erist der Vater der niederdeutschen Mystik und schriebniederdeutsch: Dis tmsrllsib äsr Asistlielion bron-1oM, lat. herausgeg. Straßb. 1512, franz. Toul.1619; Van äsn biinicsnäsn stssn, Van vier bseo-rinAsn rc., welche Schriften lange bloß in der latei-nischen Paraphrase des Karthänsermönchs Turins,Köln 1552, 1609, bekannt waren, in der Original-sprache herausgeg. von A. v. ArnSwaldt, Hannov.1848; deutschvonG.Arnold, Offcnb.1701. Neuer-dings sind die Hauptschristen R-s: Dat boso vanäsn knvaell äoAÜsäsn, Dis opisAiigl äsr oivi^llörsalioiisit, und Van äsn Xorstenon giwiovs (Gent1860) nach den ursprünglichen Texten kritisch her-auSgegeben. Vgl. Moll, Lsrllxesolnsäenis van^ls-'. Band. 33