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Bd. 15 (1879) Radegast - Schießscharte
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Ruthe -

graphen, in den hebräischen Bibelausgaben die 5.Stelle einniinmt, in der Septuaginta unter den Er-sten Propheten nach dem Richterbnchs steht, ebensoin Luthers Bibelübersetzung. Das Büchlein ist ab-gefaßt zu der Zeit, als durch Esra u. Nehcmia undGleichgesinnte gegen die Eheverbindnng mit Heiden,als der Reinhaltung des Heidenthums von götzen-dienerischem Einflüße gefährlich, geeifert ward, u. diebetreffenden Verbindnngen jüdischer Bornehmen u.Priester mit Moabitern n.Ammonitcrn zumeist, ver-urtheilt wurden. Gegen dieses rigoristische Verfah-ren führt das Buch R., eine poetische Erfindung,anknüpfeud an eine Erinnerung, daß David voneiner Moabitin abstammte, aus, daß es auch treff-liche Moabitinnen gäbe. S. Geiger, Urschrift undÜbersetzungen der Bibel, S. 49 ff.; Umbreit in denTheolog. Studien u. Kritiken, 1834, II., S. 308;Bertheau, Commentar znm Buch der Richter n. R.,1845; Keil, Commentar über Josna, Richter u. R.,4. A. Lpz. 1774. Sürst.

Ruthe, 1) Längenmaß: die Geometrische R.enthält 10' n. davon unterscheidet man die Land-R. (Bau-R.), 12', auch die Feld- und Wald-N.In Deutschland war vor Einführung des metrischenMaßes fast allenthalben die Rheinländische R.(12' rheinländ. 3oa m als Normalmaß für alleöffentlichen Arbeiten angenommen. 2) (Schacht-N),als Cubikmaß, bes. bei Baumaterialien, ist die R.12' lang, 12' breit, 1' hoch, also 144 Cubikfnß.Außerdem hat man noch dieStein-R., 1 R. langu.breit n. 34' hoch.

Rüthen, Stadt im Kreise Lippstadt des preuß.Rcgbez. Arnsberg, an der Mohne; Lehrerbildungs-anstalt, Amtsgericht, Papiersabrikation, Sandstein-brüche; 1875:1650 Ew. R. war im Mittelalterstark befestigt und Haufastadt.

Ruthcnen (Rußniaken, fälschlich Russinen), einSlavenstamm und Zweig der Kleinrnssen, bildet, 2^Will. Seelen stark, die Hanptbevölkernng des östl.Galizien u.nordöstl. Ungarn, dehnt sich inWGalizienweit über den San, die ursprüngliche Grenze aus u.kaun den Großrussen als nächstverwandt betrachtetwerden, während er sich durch Sprache, Körpcrbe-fchaffenheit und Lebensweise von den benachbartenPolen scharf scheidet. Die R-stämme der Stojki n.Huzulen in den Karpathen haben sich in Tracht undSitten noch am reinsten altslavisch erhalten; weiternach O. macht sich schon ein Übergang zu den Groß-rnssen bemerklich. Sie sind kräftig, wohlgesormt,abgehärtet n. strotzend von Gesundheit, eine lebhafteFreiheitsliebe gibt ihnen viel Selbstgefühl u. bedingtsocialistisch-demokratische Anschauungen, weshalb dieR. auch keinen Adel haben. Meist sind sie Köhler n.Holzschläger, auch Viehzüchter u. Hirten; alle übri-geu Stände sind im Besitz Anderer; der Adel be-steht aus Polen; Industrie und Handel sind in denHänden der Inden; mir die Geistlichen (die R. sindgriechisch-unirter Confession) sind echte R. u. leitendas Volk. In ziemlich primitiven Zuständen, z. B.mit ihrem Vieh in Lehmhütten znsammenhanseud,Übend, haben sie es trotz des Bodenreichthums ihresGebietes noch zu keinem Wohlstand gebracht n. erstin neuerer Zeit läßt sich ein erfreulicher Aufschwungauch auf geistigem Gebiete bemerken, welcher auchdie reichen Formen der wohllautenden Sprachemndderen schöne Volkspoesie zur Geltung zu bringen be-

- Ruths.

ginnt. In Lemberg besteht ein ruthcnisches Theater,der rnthenischen Sprache wird ans der dortigen Uni-versität Rechnung getragen, es erscheinen Zeitschrif-ten in ruthenischer Sprache !c. Vergl. Die Gram-matik der Rnthenischen Sprache von Lewicki, Per-gemysl 1833, u. H. I. Biedermann, Die ungarischenR., ihr Wohngebiet, Erwerb und ihre Geschichte,Jnnsbr. 1868, 2 Bve. Soyaux.

Ruthenium, Metall aus der Gruppe der Pla-tinmetalle (s. d.), welches in kleiner Menge (etwa5"/o) in dem in Königswasser unlöslichen Theiledes Platiuerzes enthalten ist und auch aus die-sem gewonnen wird. ES ist grauweiß, metallglän-zend, hart u. spröde und schmilzt nur in der höchstenTemperatur des Knallgasgebläses; sein spec. Gew.ist nach dem Schmelzen 11,4. Es löst sich in Kö-nigswasser nur äußerst wenig auf, oxydirt sich aberleicht beim Erhitzen mit Kalihydrat, namentlich beiZusatz von chlorsaurem Kali. Zeichen und Gewichtdes Atoms: 8u104. Es liefert mit Sauerstoff5 Verbindnngen: R-oxydul KuO, N-sesqui-oxyd 1kmOz, R-oxyd liuO^, R-säure H-llulch(in freiem Zustande nicht bekannt) n. Über-R-säureIIuO^; von Chlorverbindungen kennt man das R-chlorür IkuLIg, das R-sesquichlorid RuzOIg,u. das R-chlorid KuOI^. Das R. wurde 1843 vonClaus entdeckt. Hetzer.

Rutherford, 2 Counties in den Nordamerika»,Nuiousstaaten, 1) in Nord-Carolina, 35°n. Br., 82°w. L.; 13,121 Ew. Hauptort: Nutherfordton; 3)in Tennessee, 36° n. Br., 86° w. L.; 33,289 Ew.Hauptort: Murfreesboro.

Ruthergleen, Stadt in der schott. GrafschaftLanark, am Clyde, Eisenbahnstation; Handstuhl-weberei, Baumwollcnspinnerei; 1871: 9293 Ew.

Nuthin, Stadt in der Grafschaft Denbigh desengl. Fürstenthums Wales, am Clwyd, Eisenbahn-station; Markthalle, Freischnle, Sodawasserfabrika-tion; 1871: 3298 Ew.

Nnthner, Anton Edler von, österr. Juristu. geographischer Schriftsteller, geb. 21. Sept. 1817 "in Wien, absolvirte seine Studien in Kremsmünsteru. Wien, wurde 1839 in Wien anzestellt, 1849 Ad-vocat in Wien, 1874 in Steyer, 1875 in Salzburg,wo er im April 1878 zum k. k. Notar ernannt ward.

Er ist hauptsächlich für die Erforschung der österreich.

Alpen thätig gewesen, war mehrere Jahre lang Prä-sident des österr. Alpeuclubs u. veröffentlichte außervielen Abhandlungen in Fachzeitschriften: Aus denTauern, Berg« u. Gletscherreisen, Wien 1864, u. Aus 1Tirol, n. Folge, ebend. 1869. Sein Hauptwerk istjedoch das mehrbändige Werk: Das Kaiserth. Öster- >! ;

reich, Darmst. 187478, welches alle österreichischen 1 ;

Länder diesseit der Leitha historisch, topographisch u, !I ;volkswirthschaftlich in ausführlicher Schilderung u, ff ;Ungarn in einem kurzen Abriß behandelt. R. war ff §auch 3 Jahre lang Biceprästdent der k. k. geographi- jscheu Gesellschaft in Wien. Schroot. >

Nuths,JohannGeorgBalentin, namhafter k

deutscherLandschastsschastsmalerderGegenwart,geb. x

1825 in Hamburg, sollte Kaufmann werden, triebaber Lithographie, bildete sich 184648 in München, earbeitete dann zu Hause wieder als Lithograph, ging t

1850 nach Düsseldorf, wo er unter I. W Schirmer rsich der Malerei widmete, verweilte 1855 57 in nItalien u. lebt seitdem in Hamburg. Seine Bilder