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Bd. 15 (1879) Radegast - Schießscharte
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Rußniakcn Rust.

der Presse u. Gesellschaft eine bemerkbare Reaktiongegen das in den höheren Stellungen befindlicheFremdenthnm zum Ausbruch gebracht u. sich damitdirect gegen die bestehenden oberen Regiernngskreiseund Regierungsformen gewendet (die einflußreichepanslavistische Partei). Alle diese Verhältnissehaben in den Kreisen des niederen Beamtenthnmsund den damit zusammenhängenden Personen eineWährung erzeugt, die, unklar über ihr Ziel, sichwiederholt in revolutionären Erregungen u. Mord-thatenLnft gemacht hat u. sich, entsprechend der Neig-ung der Russen, in verschiedenen geheimen Gesell-schasten weiter fortpflanzt. Zeuge davon sind einer-seits die wiederholten regelmäßigen resultatlosenStudenten- u. Literatenverschwörnngen in Peters-burg, Moskau, Kiew, Odessa n. a. größeren Städ-ten, anderseits die neuerdings zahlreichen Mordan-sälle auf hohe Beamte (Anfang 1878 auf den Po-lizeipräfecr von Petersburg, Trspow, durch dienoch dazu von den Gsschwornen freigesprochene VeraSassulitsch, im Apr. 18 78 Ermordung des Polizeichefsvon Kiew, im Aug. 1878 Erdolchnng des GeneralsMcsenzows, Chefs der 3. Abtheilnng der Geheimenkaiserl. Kanzlei, d.h. der gesammten Polizei, ans derStraße in Petersburg, ohne daß die Mörder ergriffenwären). Inwiefern Liese Vorfälle mit dem Geheim-bunde der Nihilistenin Zusammenhang stehen, wieweit dieser verbreitet u. orgauisirt ist u. welches seineZiele sind, ob politische od. sociale, od. beides zusam-men, darüber ist kein klares Bild zu gewinnen. Bisjetzt ist ihnen noch nicht gelungen, besonderen Ein-fluß n. Wirkung zu erzielen u. die große Masse desVolkes ist noch unberührt. Im Übrigen hat der letzteKrieg bei der weitgreifenden Bestechlichkeit des Vol-kes wieder eine Menge von Unterschleifen u. Schä-den in der Verwaltung hervortrcten lassen u. durchdas rapide Anwachsen der schwebenden Schuld eineschwierige finanzielle Lage hervorgernfen, welchesletztere den Rücktritt des langjährigen Finanzmi-nisters Reutern u. seine Ersetzung durch den Reichs-controleur Greigh im Juli 1878 zur Folge hatte.Daneben legt die durch die Resultate nicht befriedigtenationale Stimmung sowol die Erneuerung desselbenin nicht zu langer Zeit als das Verlangen nach wei-teren inneren Reformen in Aussicht, ebenso wie esanderseits das Verhältniß zu England verschlechtertund die Möglichkeit eines Zusammenstoßes beiderMächte in Asien wieder näher gebracht hat.

Vergl. außer den Werken russ. Geschichtschreiber,wie Nestor, Tatistschew, Stscherbatow, Lomonossow,Chilkow u. A., welche unter Russische Literatur ans-geführt sind: S. v. Herberstein, Rsrum Llosvoviti-varum ooinmsntarii (bis Iwan II.), Wien 1549,Bas. 1556 u. ö., Fol. (deutsch von H. Pantaleon,ebd. 1567); P. CH. Levesqne, Histoirs äs knssis,mit Zusätzen von Deppen u. Mallebrnn, Par. 1812,8 Bde.; A. L. v. Schlözer, Handbuch der Geschichtedes Kaiserthnms N. bis znm Tode Katharinens II.,Gott. 1802; I. P. G. Ewers, Geschichte der Russen,Dorpat 1816; N. M. Karamsin, Istorrja Rossijs-kaja, ebd. 1816, 11 Bde. (deutsch von Hauenschild,Riga u. Leipz. 182033, 11 Bde.); Polewoi, Ge-schichte des russ. Volks, Petersb. 182938. 8 Bde.;B. v. Wichmann, Chronologische Übersicht der russ.Geschichte von der Geburt Peters des Gr. bis auf dieneuestenZeiten,2 Bde.,Lpz. 182125; P.P.deSe-

gnr, Hisb.äs Rnssio st äs ?isrrs Is 6ranä, Par.1829,2 Bde.; Strahl n. Herrmann, Geschichtedes russ.Staats, Hamb. u. Gotha 1832 ff. (bis 1866,7 Bde.);F. Ustrjalow, Die Geschichte R-s, deutsch Stnttg. u.Tüb. 184043, 2 Bde.; lPrincede Ligue), Ua eonräs 1a Rnssis 11 /a osnt aus, 172583, Bert. 1858;Lamartine, Histoirs äs 1a Rnssis, 2 Bde., Paris1855; A. Herzen, Die russ. Verschwörung und derAufstand vom 14. Dec. 1825, Hamb. 1858; Crusen-stolpe, Der russische Hof von Peter I. bis ans Niko-laus I., fortgesetzt von Volckhansen, 9 Bde., Hamb.185560; von Bernhard!, Geschichte R-s und dereuropäischen Politik in den Jahren 181431, Lpz.1863 n. ff. (bis 1877, 3 Thle.); Kl-inschmidt, R-sGeschichte u. Politik, dargestellt in der Geschichte desruss. hohen Adels, Kass. 1877; A. Ramband, Ulst,äs 1a Rnssis äspnis Iss Origsinos jnsgn' a 1'anuss1877, Paris 1878; Bestnschcw-Rjnmin, GeschichteR-s, übersetzt von Th. Schiemann, Mitau 1877 ss.,1 Bd.; Iwan Possoschkow, Ideen und Zustände inR. zur Zeit Peters des Großen, deutsch von Brück-ner, Leipzig 1878. Besonders hat die Archäogra-phische Commission mehre Sammlungen russischerGeschichtsquellen veröffentlicht, und A. Erman gibtheraus: Archiv für wissenschaftliche Kunde von R.,Berl. 18401860, 20 Bde. Für die OrientalischeFrage sind am wichtigsten die Werke von Wurm,Diplomatische Geschichte der orientalischen Frage,Lpz. 1858; von Hagen, Geschichte der orientalischenFrage, Franks, a. M. 1877. Kkmschmidt.

Nnsiniaken, s. Rnthenen.

Nltßthan ist Ülsospora lisrbarmu.

N>lst(Rnszt),Freistadt im Ungar. Comitate Öden-burg, am Nensiedlersee; vorzügl. Weinbau (RüsterAusbruch),Seebad; 1869: 1324Ew. R. wurde1681 zur königl. Freistadt erhoben n. ist die kleinstederselben.

Rust, 1) Friedrich Wilhelm, bedeutenderClavier- u. Violinspieler u. vorzüglicher Componist,geb. zu Wörlitz bei Dessau 6. Juli 1739, stndirteerst die Rechte, wandte sich aber dann der Musik zu,stndirte bei Benda, wurde später Mnsikdirector derDessauischen Hofkapelle n. st. zu Dessau 28. Febr.1796. Besonders bekannt sind seine Composilionenfür die Violine. Auch sein Sohn Wilhelm Karl(geb. 29. April 1787, gest. 18. April 1855 zu Des-sau) componirte schätzenswerthe Orgel- u. Concert-stücke. 2) Johann Nepomuk, Ritter von, Me-diciner, geb. 5. April 1775 ans dem Schlosse Jo-hannisberg zu Jauernik in Österreich-Schlesien, stu-dirte seit1792erstJura, dann Medicin, wurde 1802Lehrer der Anatomie, Chirurgie n. Geburtshilfe amLyceum zu Olinütz, 1803 Professor der höhern Chi-rurgie an der Universität zu Krakau, erster Wundarztam allgemeinen Krankenhanse, sowie Augenarzt u.Geburtshelfer in Wien, 1815 Divisionsgeneralchi-rnrg bei der im Feld stehenden preuß. Armee, sodannGeneraldivisionsarzt im Generalkommando vonBrandenburg u. Pommern, Professor der Chirurgieu. Augenheilkunde an der Medic.-Chirurg. Akademieu. Director des Chirurg, u. Ophthalmolog. Klini-cums, sowie erster Arzt u. Wundarzt der Charite zuBerlin, 1818 Professor der Medicin an dasiger Uni-versität, 1821 Mitdirector sämmtlicher milirärärzt-licher klinischer Bildnngsanstalten, 1822 General-stabsarzt der Armee, auch Vortragender Arzt im