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Bd. 15 (1879) Radegast - Schießscharte
Entstehung
Seite
510
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Rustem Rüstow.

Rkinisterinm, Präsident des königl. Cnratoriums fürdie Krankheitsangelegenheiten und später anch Leib-arzt des Kronprinzen u. st. 9. Oct. 1840 auf seinemLandgute Kleutsch in Schlesien. Bei wenig Gelehr-samkeit aber durchdringend klarem Verstände hat R.sich nm die Universität Berlin und um das ganzeneuere Medicinalwescn große Verdienste erworben.Er war kein bes. gewandter Operateur, suchte aberdurch einfaches, sicheres Verfahren sein Ziel zu er-reichen , wie auch die von ihm erfundenen oder ver-besserten Instrumente ihrer Zweckmäßigkeit n. Ein-fachheit wegen noch lange im Gebrauch sich erhaltenwerden. Äts klinischer Lehrer sammelte er durchscharfe, logische, überzeugende Darstellung, reiche Er-fahrung, klarem Blick einen großen Kreis tüchtigerSchüler um sich. Er schr.: Helkologie, Wien 1811,2 Bdc., 2. A. Berk. 1837; Beobachtungen über dieWunden der Luft- n. Speiseröhre, Wien 1815; Ar-throkakologie, Wien 1817; Die ägyptischeAngenent-zündnng, Berlin 1820; Die MedicinalverfassnngPreußens, ebd. 1838; n. gab heraus seit 1816 Ma-gazin für die ges. Heilkunde, n. unter Mitwirkungeines Vereins von Ärzten n. Wundärzten: Handbuchder Chirurgie, Berl. 183036,18 Bde. 2) Th-mrhap».

Nustem, der Nationalheld der alten Perser, dessenheroische Persönlichkeit u. Thaten Firdnsi (s. d.) inseinem Königsbuch schildert. Entsprossen der roman-tisch geschilderten Liebe des Zal n. Nudabe und answunderbare Weise zur Welt gekommen, schon alsJüngling durch ungewöhnlichen Much und Stärkeausgezeichnet, wird er Statthalter in Sedschestan n.erster Feldherr des Reichs, als welcher er große Hel-Lenchaten in denKLmpfen gegenAfrasiab von Turanvollfnhrt u. auf einem Zug gegen Masenderan 7 be-rühmte Abenteuer (vergleichbar dem griech. Herak-les) besteht. 500 Jahr alt verliert er auf der Jagddurch einen verrätherisch herbeigefnhrten Fall in einemit Schwertern angesüllte Jagdgrube sein Leben.

Nüster, so v. w. Ulme.

klustios (Rustiken, Oprw rrwtioum), so v. w.Bäuerisch Werk.

Nusticäl (v. Lat.), bäuerlich, ländlich (im Ge-gensatz von städtisch); Rust icität,bäuerischesWesen.

lkustws lingua romZns, s. Römische Sprache undLiteratur u. Romanische Sprachen.

Nnstige, Heinrich von, deutscher Historien-maler, gcb. zu Werl (Westfalen) 12. April 1810,ging 1828 an die Akademie zu Düsseldorf, lebte von183645 in Frankfurt a. M., von wo aus er grö-ßere Reisen nach Wien u. Ungarn, Norddentschland,Belgien u. Frankreich machte u. wurde 1845 Pro-fessor an der Stuttgarter Kunstschule und Jnspectorder dortigen Staats- u. der Privatgalerie des Kö-nigs. R. ist sehr productiv; er malte gegen 3000Historien- n. Genrebilder, Porträts u. Landschaftenvon sehr verschiedenem Äerthe. Er schr. auch: Lyri-sche Gedichte, Franks, a. M. 1845, u. die Dramen:Filippo Lippi, ebd. 1852; Attila, ebd. 1853; Kon-rad Wiederhold, 1856; Kaiser Ludwig der Bayer,1860, u. Eberhard im Bart, 1863; dann Reime u.Träume im Dunkelarrest, Stuttg. 1876. Regnet.

Rüstow, 1) Wilhelm, bedeutender Militär-schriftsteller, auch Taktiker, geb. 25. Mai 1821 imBrandenbnrgischen, trat 1838in prß.Militärdienste,wurde 1840 Lieutenant im Jngenieurcorps, standals solcher 1848 in Posen, wurde wegen der Bro-

chüre Der deutsche Militärstaat vor u. während derRevolution (2. A. Zür. 1851) zu Festungshaft ver-urtheilt, entkam aber Juni 1850 nach der Schweiz n.ließ sich in Zürich nieder. Dort beschäftigte er sich an-fangs ausschließlich militärisch literarisch, hielt darausauch militärwisscnschaftl. Vorlesungen an der Univer-sität Zürich, nahm seit 1853 als Jnstrnctor an dengrößeren Trnppenznsamnienziehnngen theil, wurde1856 Major im eidgenössischen Generalstab u. lebteseitdem vorzugsweise in der Gemeinde Ricsbach beiZürich, bis er im August 1860 als Obrist n. Geue-ralstabschefzuGaribatdinach Sicilienging,imSept.u. Oct. am Feldzug ans dem neapolitanischen Fest-land entscheidenden Anthcil nahm, aber nach demFall von Capna (Rov. 1860) nach der Schweiz zu-rückkchrte. Seitdem schriststellerle er unermüdlich inZürich, wo er sich 14./15. Äug. 1878 erschoß. Vonder Amnestie 1861 war er ausgeschlossen geblieben.Er schrieb: Die Geschichte des griechischen Kriegs-wesens , Aarau 1852 (mit Köchly), Supplem. dazu185455; Der Krieg von 1805 in Deutschland n.Italien,Fraueuf. 1854, 2.Ä. Zür. 1859; Heerwesenn. Kriegssührnng C. Julius Cäsars, Gotha 1855,Anhang hierzu: Einlcitnngzn Cäsars Commentarienüber den Gallischen Krieg (mit Köchly), ebd. 1857;Der Angriff auf die Krim n. der Kampf um Sewa-stopol, Franenfelü 1855; Der Krieg gegen Rußland(Krimfeldzug), Zür. 185556, 2 Bdc.; Der ital.Krieg von 184849, ebend. 1862; Der ital. Kriegvon 1859, ebd. 1859, 3. A. ebd. 1860; Geschichtedes Ungar. Jnsurrectionskrieges von 1848 u. 1849,ebd. 186061, 2 Bde.; Der ital. Krieg von 1869,ebd. 1861, 2 Bde.; Erinnerungen aus dem italien.Krieg von 1860, Lpz. 1861, 2 Bde.; Die Felüher-renkunst des 19. Jahrh., Zür. 1857, 3. A. 1877;Die Geschichte der Infanterie, Gotha 185758, 9Bde.; Militärische Biographien, Zürich 1858; DieLehre von dem neueren Festungskrieg, Lpz. 1860,2Bde.; H. v.BülowsMilitärischeu.vermijchteSchrif-ten, Lpz. 1853; MilitärischesHandwörtecbuch, Zur.1859 (Nachtrag bis 1867, ebd. 1868); Die Wahr-heit über den prenß. Militärgesetzentwurf, Nördlinz.1860; Annalen des Königreichs Italien 18616s,Zür. 1864; Der deutsch-dänische Krieg von 1861,ebo.1864;GeschichteJnlius Cäsars vonKaiser Napo-leon 11l. commentirt, Stuttg. 186667; Die erstenFeldzüge Bonapartcs in Italien u. Deutschland 179Sn. 1797. Zür. 1867; DerKrieg von 1866 in Deutsch-land n. Italien, 2. A. ebd. 1867; Die Grenzen derStaaten, eine militärisch-politischeUntersuchnng, ebd.1868; Der Krieg um die Rheingrenze 1870, eben).187071; Strategie und Taktik der neuesten Zeit,3 Bde., Stuttg. 187275; Kriegspolilik u. Kriegs-gebranch, Zürich 1876; Der Krieg in der Türkei1875 u. 1876, ebd. 1877; Der orientalische Kriegin seiner neuesten Phase, ebd. 1877 u. endlich »ocheine Reihe auf den praktischen Dienst ic. bezügliche»Schriften. 2 ) Alexander, Bruder des Vor., geb.13. Oct. 1824; trat 1842 in die prenß. Artillerie,ging 1849 in schleswiz-holsteinsche Dienste, wnrdedort Batteriechef, kehrte 1852 in die prenß. Armeezurück, machte den Feldzug von 1864 nach Däne-mark mit, gehörte dann der Artillerie - Prllsnngs-commission in Berlin an, wurde 1866 Major undCommandant einer Ärtillerie-Abtheilung in Witten-berg, focht mit Auszeichnung bei Gitschin u König-