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Rußland
um ihn nicht in Englands Arme zn treiben. Nach-dem der Zar eben die Beziehungen mit Österreichdnrch seinen Besuch in Wien im Juni befestigt hatte,kettete sich in Asien der Sieg an seine Fahnen. (S.Khiwa). England gegenüber war R. das Verspre-chen eingegangen, Khiwa nicht auf die Dauer zu be-setzen; jetzt verlangte fast die ganze russische Pressedie Einverleibung Khiwas. Doch stand der Zar hier-von ab. Der Khan beseitigte 23. Juli aus R-s Ver-langen die Sklaverei in Khiwa, erlaubte den Sklavendie Rückkehr in ihre Heimath u. schloß 24. Juli Frie-den mir dem Kaiser. Er erklärte sich für Lessen er-gebenen Diener resp. zn einem Vasallen R-s, tratdas ganze rechte Ufer des Amu-Darja an N. ab n.öffnete ganz Khiwa dem freien Handelsverkehr rus-sischer Kauflente. Am 27. Juli besiegte GeneralGo-lowatschewauchdieJomud-Tnrkmenenglänzend. Am10. Oct. war einHandelS- n. Frenndschaftsvsrtrag mitdem Emir von Bokhara abgeschlossen worden, derdadurch vonR. noch abhängigerwnrde. Am 13. Jan.
1874 Unterzeichnete der Kaiser das neue Statut überEinführung der allgemeinen Wehrpflicht u. erließeinManisest darüber au seinVolk. Auf russischen Vor-schlag trat im Juli der Brüsseler internationale Cou-greß zur genaueren Fixirnug mehrerer Punkte deSKriegsrechtes zusammen. Am 19. Aug. 1874 lehnteR. den deutschen Vorschlag, Serrauos Regierung inSpanien anzuerkenneu, ab. Hingegen befestigte sichvon Jahr zu Jahr das Dreikaiserbllnduiß nebst derFreundschaft zu Preußen mehr. Schon lange JahrewiihltedieGriechisch-orthodoxe Kirche gegeudie Grie-chisch-uniirte; im Generalgouvernement Wilna zählteletztere mehrere Millionen Anhänger; endlich bliebnur ein Rest in der Chelmer Diöcese übrig, aber derintolerante und streng orthodoxe UnterrichtsministerGraf Dimitri Tolstoi, der die russische Sprache inPolen zwangsweise eingesührt, ruhte nicht, bis dieletz-ten Uniirten mehr mit Gewalt als freiwillig im Jan.
1875 zur orthodoxen Kirche zurück gebracht waren.
Am 7. Mai 1875 trat Japan, mit dem gleich wie
mit China seit Nov. 1871 der telegraphische Verkehreingerichtet war, die Insel Sachalin an R. ab. ImAugust 1875 brach im Kokand der Aufstand gegenden R. freundlichen Khan Kudojar aus; er wurdevertrieben und unter seinem Nachfolger verließ dierussische Gesandtschaft Kokand; verfolgt, erreichte sienur mit Mühe Khodschend. Die Unterhandlungendes neuen Khan mit den Russen zerschlugen sich, ererklärte Len Heiligen Krieg gegen sie, große Haufenfielen in das russische Gebiet ein, Khodschend wurdebelagert. Jetzt aber sammelteGeneralGolowatschewdie Truppen, schlug 28.-29. Aug. 5000 Kokanderblutig aufs Haupt u. trieb sie über die Grenze zu-rück. Am 4. Sept. rückte Kaufmann in Kokand ein,Golowatschew erstürmte das sehr feste Mahram undbesiegte 30,000 Kokander. Kaufmann rückte derHauptstadt Kokand näher u. die russische Presse ver-langte die Annexion Kokands n. Kaschgars. Kauf-mann erhob den Sohn Kndojars, Nassyr eddin,zum Khan u. dieser stellte sich nebst seiner Hauptstadtder Gnade des Zaren 20. Sept anheim. Kaufmannzog in der Stadt Kokand ein u. besetzte den ganzen W.des Khanates. Der Theil desselben, welcher sich imW. von der Station Ab-i-Churik nach O.hinbiszumNarhn-Flusse erstreckte u. bisher schon ganz russ. En-!clavewar,wurdemitdemHauptorteNamanganfürR.I
) (Gesch.).
annectirt. Um die kriegerischsten Stämme, die Kip-tschaken n. die Kara-Kirgisen, zu züchtigen, erstürm-ten die Russen 2. Oct. die Hauptstadt der Kiptschaken,Undidschan. Am 21. Oct. brach in Kokand ein aber-maliger Aufstand ans, Nassyr eddin floh nach Khod-schend zu den Russen, ein Fanatiker riß die Regier-ung an sich u. predigte denHeiligen Krieg. WährendKokand in seiner Hand lag, kehrte Kaufmann 3.Nov. nach Khodschend zurück, von wo er im Nov.nach Petersburg berufen wurde. Am 12. Nov. brachteGeneral Skobelew den Kokander» eine auflösendeNiederlage bei Balyktschi bei. Vergeblich aber wa-ren alle Versuche Nassyr eddin, der nach Mahramgegangen, sich des Khanates wieder zu versichern.Zur Rückkehr in die Hauptstadt eingeladen, erschiener in ihrer Nähe zn Naimantsche 4. Febr. 1876,wurde hier 8. Febr. von den Kiptschaken u. Kirgisenüberfallen, geschlagen u. entfloh nach Mahram. DieKokander schlugen nun Kiptschaken u. Kirgisen, ver-aulaßten deuKhan abermals, vonMahram zu ihnenzu kommen, aber um sein Land war es geschehen.Die Russen hatten unterdessen Andidschau erobert,die Rebellen bei Assaka geschlagen und überall demWunsche Uurerstützung geliehen, Kokand möge rus-sisch werden. Der Usurpator unterwarf sich dem Ge-neral Skobelew und wurde nach Orenburg trans-portirt, ein anderer Dschigitensührer warf sich in dieAltai-Berge, wurde aber vom Obersten Möller-Za-komelski in einer Bergschlncht 20. Febr. aufgerieben.Nassyr eddin, der letzte Khan, wurde nach Taschkeudüberführt und 2. Marz 1870 das Khanat Kokand(ca. 1100 HsM) durch Ukas ins Russische Reich alsFerghana - Gebiet cinverleibt. Kaufmann blieb Ge-neralgouvernenr des so erweiterten Turkestau.
Mit dem Aufstand in der Herzegowina trat in deräußeren Politik Rußlands von 'Neuem das Bestrebenhervor nach Wiedergewinnung des Einflusses in derTürkei u. Regelung von deren iuuerenVerhältnissen,einBestrebeu, in welchemzwischenderRegieruugu. al-len Parteien vollstäudigeUebereinstimmung herrschteund welches den lange genährten nationalen Wün-schen entsprach. R, verband sich, den Dreikaiserbundbekräftigend, mit Österreich u. Deutschland 1. Aug.1875 dahin, man wolle dieJusurrection in derHerze-gowina und Bosnien nicht znm Wiedererwccken derOrieutalischeuFrage anwachsen lassen, sondern durchgemeinsame Schritte bei der Pforte, den Insurgen-ten, Montenegro und Serbien localisiren, Österreichsolle die leitende Rolle übernehmen. Schon 22.Sept.aber erwiesen sich die Vermittlungsversuche der Kai-sermächte zwischen der Pforte und den Insurgentenals gescheitert. Da alle von der Pforte versprochenenReformen gar nicht, od. nur sehr mangelhaft ans-gsführt wurden u. der Reformferman vom 12. Dec.1875 die Kaisermächtc nicht befriedigte, so einigtensich letztere Uber eine von Andrassy entworfene Notean die Pforte vom 30. Dec. 1875. Dieselbe for-mulirte specielle Forderungen wegen Herzegowina u.Bosnien n. wurde auch Großbritannien, Frankreichu. Italien mitgetheilt, um diese Forderungen Lurchihre Gesandten am Divan unterstützen zn lassen. Derösterreichische Jnternuntius Gras Zichy überreichtediese Note, welche die Pforte anfänglich anzuuehmensich geweigert, dem Großvezier 31. Jan. 1876. R.i uud Deutschland überreichten dieselbe Note und dieI Pforte beschloß, den Aufständischen die in der Note