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Rußland
DemllthignngR-s. Die Grenzregulirung in Beffara-Lieu machte ueueConfereuzcn in Paris vom 29. Dec.1856 anuöthig, die bisznni6. Jan. 1857 dauerten; ihrProtokoll wurde 19. Juni als Vertrag unterzeichnet:die neue russisch-türkische Grenze lief längs demTra-janswalle,der Moldau Bolgrad u. Tobak überlassend,bis zum Flusse Jalpnk, auf dessen rechtem Ufer R. dieStadtKomrat mit einem Gebiete von etwa 7 HfM be-hielt; das Donaudelta u. die Schlangeu-Jnsel wurdenderTürkeinnmittelbarzurückgegeben.NachRäumungder Donansürsteuthümer u. des Schwarzen Meeresvon Seiten Österreichs, resp. der engl. Flotte, 30.März 1857, gestattete die rnss. Negierung die imPariser Frieden stipulirte Einsetzung englischer Con-suln in den Städten am Schwarzen Meere.,, DieSpannung zwischen R. einer- und England, Öster-reich u. der Türkei andererseits blieb, dagegen fandeine völlige Aussöhnung mit Frankreich u. Sardi-nien statt. Im Äug. 1857 schickte die Türkei einenstehenden Gesandten nach Petersburg.
Durch eine mit Persien abgeschlossene Übereinkunftgehört das längs der Grenze von Türkisch-Armenienhinstreifende Gebiet zwischen Bajesid u. Nachitsche-wan seit Jan. 1857 zu R. Nach Beendigung des Krie-ges in der Krim wurden bedeutende Streitkräfte amKaukasus verwendet, um dieBergvölker zu unterwer-fen, was, nach der Gefangennahme Schamhls 1859,in der Hauptsache erreicht wurde. Während R. amKaspischen Meere, auf dem allein es Kriegsschiffehalten durfte und eine bedeutende Seemacht hielt,auch Baku zum Kriegshasen machte und nach Per-sien vordrang, rückte es in Turkestan gegen die Ge-birgsscheide des Indo - britischen Reiches noch er-folgreicher vor. Ein Gebiet von mindestens 22,000deutschenH>M kam so zwischen demKaspischeuMecren> China an Rußland, deshalb außerordentlich wich-tig, weil es den Schlüssel zu dem Flußgebiete desSir Darja (Jaxartes) und Amu (Oxus) bildet, inLessen Schoost Bokhara u. Kokand liegen. Sämmt-liche Ufer des Aral-Sees wurden bereits thatsächlichvon den Russen beherrscht. Die neue rnss. StadtKopal, östl. vom Balkasch-See auf vormaligem chi-nesischem Boden, bildete schon 1857 eine höchst wich-tige Waarenuiederlage. Am 28. Juli 1853 wardvon den Russen unterPerowski das FortAkmedsched,nachher Perowsk genannt, erstürmt, nachdem 1852zum Schutze der Mündungen des Sir n. der umlie-genden Inseln die Festung Koss-Aral und zur voll-ständigen Beherrschung der Karawanenstraße vomAral - See ins innere R. die Forts Jagysch undKara Bntak gebaut worden waren. Auch gründetendie Rüsten feit ungefähr 1815, ohne Widerstanddes Kaisers von China, in der östlichen Mandschu-rei im Stromgebiete des Amur auf weiten LanL-strecken Niederlassungen. Zugleich setzten sich dieRussen der Insel Sachalin gegenüber u. auf dieserInsel an den Ufern des Japauesischcn Meeres fest.Dort entstanden Alexandrowsk in der Castries-Baian der Tatarischen Meerenge, Cap Lasarew an der-selben Meerenge der Insel Sachalin gegenüber, FortNikolajewsk am rechten User des Amur nicht weit vonder Mündung, Fort Marinisk oder Kisi. Außerdemhatten die Russen längs der ganzen Küste Castellegebaut und Besatzung hiueingelcgt und 1857 wurdesüdl. von Ler Castrics-Bai an Port-Imperial an derTatarischen Meerenge ein See- Etablissement zur
(Gesch.).
I Aufnahme einer großen Kriegsflotte gegründet. Nachj der Zerstörung von Petropawlowsk auf Kamschatkawurde diese Halbinsel vom 9. Dec. 1856 dem unterdem Namen Ostsibirischer Küstenbezirk aus den Kü-stengebieten des östl. Sibiriens gebildeten besonde-ren Bezirke einverleibt, dessen Hanptort Nikolajewskist. Ein Handels- und Grenzvertrag vom 7. Fe-bruar 1855 (ratificirt in Simoda 7. Dec. 1856)mit Japan bestimmte, daß die Grenze zwischen derjapanischenJuselJturup u. der russischen Urnp her-gehe, u. eröffuete den rnss. Schiffen die japanischenHäfen Simoda, Hakizdade u. Nagasaki, wo auch rnss.Consulu zugelassen wurden. Am 24. Oct. 1857wurde in Nagasaki von Admiral Putiatin der Han-delsvertrag mit Japan ergänzt; letzterer empfingeine weitere Ausführung durch den Handelsvertragvom 19. Ang. 1858 (ratificirt 1. März 1859). R.sandte jetzt einen diplomatischen Vertreter nach Jedo,der gleich seinem Generalconsul ganz Japan bereisendurfte. Von da an erhielt R. ferner Zutritt für seineSchiffe in Kanagawa und Hiogo, 1860 anstatt inSimoda in einem Hafen auf der Wseite der InselNippon. In Transbaikalien fand der ruff.-chinesischeHandel seinen reichen Stapelplatz. Am 28. Mai 1853jchloßGrafMurawiew-Amnrski mit China den Ver-trag von Aigun, worin das linke Amnr-llfer an R.fiel. Am 14. Rov. 1860 wurde ein Zusatzvertraggeschloffen (in Peking) und 1. Jan. 1861 ratificirt,worin die Amurgrenze geregelt u. die Ausdehnungder Handelsbeziehungen festgestellt wurde.
Die wesentlichste Veränderung im Ministeriumtrat dadurch ein, daß Graf Nesselrode April 1856das Ministerium des Äußeren an Fürst Gortscha-kow abtrat, während er Reichskanzler blieb; denVorsitz im Reichsrathe und Ministercomite erhieltGraf Alsxei Orlow (September 1856 Fürst). DerKaiser beschäftigte sich angelegentlich mit Maßre-geln zur Heilung der Wunden n. zu Reformen desReiches, nahm laut Mas vom 17. Mai 1856 denVolksnnterricht unter seine besondere Aufsicht, erließ27. Mai u. 3. Juli eine Amnestie, welche den pol».Flüchtlingen erlaubte, straffrei nach Polen zurückzu-kehren, dieselben in ihre bürgerlichen Rechte wiedereinsetzte u. ihnen sogar nach Verlaufvon3Jahren denEintritt in den Staatsdienst verhieß. Am 7. Sept.1856 fand zu Moskau die Krönung des kaiserl. Paaresstatt. Das Gnadeumanifest vom selben Tage enthielteine Reihe von Maßregeln zur Linderung der durchden Krieg herbeigeführien Uebelstäude, znr Belohn-ung geleisteter Dienste, Aufhebung oder Milderungvon Strafen u. znr Hebung anerkannter Beschwer-den, unter Andern« wurde allen Berurtheilten vomI. 1825 die Freiheit und ihren Kindern die Adels-tirel ihrer Eltern znrückgegeben, ganz R. wurde auf4 Jahre von derRecrutirung befreit, 24 Mill. Silber-rubel Steuerrückstände erlassen rc. Human sorgteAlexander für die Juden; er hob die Lasten, denen siespeciell hinsichtlich derRecrutirung unterworfen wa-ren, auf, stellte gelehrte Juden beiden Chefs derLandestheile an, wo eine zahlreiche jüdische Bevölker-ung vorhanden und gab 1857 den Juden das RechtLandgüter zu erwerben. 1857 wurde die Freilassungvon Leibeigenen ganzer Gütercomplexe angeorduel u.die Negierung verfolgteden Plan,die Leibeigenen nachu. nach in steuerpflichtige Kranbauern zu verwandeln.Die Wehrkraft des Reiches wurde wesentlich ver-
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