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Bd. 15 (1879) Radegast - Schießscharte
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Rußland

reichs einverstanden erklärte. Eine zu Zwecken derEisenbahnbanten gemachte Anleihe von 5^ Will.Pfd. St. bei Baring u. Comp, in London, mährendder Baarsond in den Gewölben der Peter-Panls-Festnng ans 94Z Mill. Rubel sank, zeigte von dersortwährendenAnstrengnngderFinanzen,welcheznmguten Theil die Erhaltung der großen Armee unterden Waffen forderte. Die Ausfuhr des Silbers inBarren und Münzen verbot ein Mas vom 10. Jan.1S51,umbeidcrvermehrtenNachfrageaufdeneurop.Geldmärkten das Silber dem Reiche zu erhalten.Schon seit dem 1 8.Jahrh. hatte R. sein Augenmerk aufden kleinen Slavenstaat Montenegro, als wohlgele-genenPunkt am Mittelmeere, gerichtet n. seinenEin-fluß dort immer ausgedehnt, indem der Vladikanicht nur eine jährliche Geldhilfe und andere Unter-stützungen, sondern auch seine Jnvestirnng in Pe«tersbnrg erhielt; 21. März 1852 erkannte Nikolausihn als weltlichen Fürsten an und bemühte sich dendrohenden Krieg zwischen Montenegro u. der Pfortebeiznlegen. Bei der Regelung der dänischen Ange-legenheiten hatte der Kaiser als das Haupt des Han-fes Holstein-Gottorp eine entscheidende Stimme ab-zugeben, denn erst durch den Verzicht seines Hausesans die dänischen Thronfolgerechte wurde der vonden Gesandten Dänemarks, R-s, Österreichs, Groß-britanniens, Frankreichs ».Schwedens 8.Mai 1852Unterzeichnete Vertrag möglich, der dem Prinzen Chri-stian von Glücksburg die KroneDänemark als Erbeversprach.

Die bevorstehende Restauration des Kaiserreichesin Frankreich veranlaßt den Kaiser zu einer Reisenach Deutschland, wo er sich in Wien (vom 8. bis11.Mai) mit dem Kaiser vonÖsterreich n. inPots-dam (16. bis 26. Mai) mit dem Könige von Preu-ßen besprach, ohne daß jedoch eine vollständige Ver-ständigung der 3 Höfe in Bezug auf das bei der An-erkennung des Kaisers Napoleon III. zu beobach-tende Verfahren zu Stande kam. Der Zar erkanntezwar Napoleon III. 5. Jan. 1853 an, wollte ihmaber nicht die Anrede Llousisur inou lrvrs gestatten.Mit England stand N. jetzt in gutem Einvernehmen,u. Nikolaus glaubte die Zeit gekommen, demkrankenManne" in Constantinopel den Garaus zu macheu.Daß Napoleon diesem helfen würde, fürchtete ernicht. Jndeß Napoleon belebte Frankreichs Schutz-recht über die Katholiken in Palästina, welches sichauf einen alten Vertrag von 1740 gründete, durchErneuerung dieses Vertrages wieder; hierüber er-bost, verlangte Nikolaus, indessen er Truppen an dertürk.Grenze concentrirte, wiederholt, daß durch einengroßherrlichcn Ferman erklärt würde, cs sollte dieLateinische Kirche der Griechischen in Bezug auf dieheiligen Stätten nicht vorgezogen werden. Die Pfortegewährte das Ansuchen nicht. Indessen 2 russischeCorps in Bessarabien einrllckten, erschien Fürst Men»schikow 28. Febr. 1853 als außerordentlicher Ge-sandter in Constantinopel. Menschikom trat in derbrutalsten Weise gegen den Divan auf und forderteden Abschluß einer dauernden Vereinbarung, wo-durch die griechisch-katholischen Unterthanen des Sul-tans in Zukunft gegen Unbilden sicher gestellt wür-den. R. wollte das Protektorat über die Griechen inderTürkei. Als der Sultan dies Verlangen bestimmtablehnte, verließ Mcnschikow unter Drohungen 21.Mai Constantinopel. Nikolaus stellte sich seinem VolkeVierers Universal-Tonversations-Lexikon. 6. Ausl.

(Gcsch.).

! gegenüber als den treuen Verfechter seiner Kirchedar u. sein Kriegsmanifefl vom 26. Juni sprach indiesem Sinne. Am 2. Juli überschritten 2 Armee-corps von je 40,000 M. unter Lllders u. Dannen-berg unter dem Oberkommando des Fürsten Gort-schakow den Prnth u. besetzten dieDonanfllrstenthü-mer. Dabei hieß es,R. behalte letztere nur als Pfandbis zur Befriedigung seiner gerechtenAnsprüche durchdie Pforte, denke aber gar nicht anEroberung. Trotz-dem nahmen die Russen die Landeskasscn u. die öffent-lichen Magazine in Beschlag, erhoben neue Stenernu. stellten die Landesmiliz in ihre Reihen; beideHo-spodare flohen und ein russ. Verwaltungsrath leitetedie Fürstenthümer. Inzwischen hatten sich Frankreich».England geeinigt, gemeinschaftlich gegenN.vorzu-schreiten u. 14. Juni legten sich die vereinigten Flot-ten in der Besika-Bai vor Anker. Vergebens suchteNikolaus England von Frankreich zu trennen u. diebeiden deutschen Großmächtezu sich zu ziehen; beideversprachen indeß nur neutral zu bleiben, falls dieRussen die Donau nichtüberschritten. Da die Bevöl-kernnginConstantinopcl nach Krieg mitR. schrie, batder Divan 10. Sept. die Gesandten der Westmächte,einige Kriegsschiffe zum Schutze der Stadt im Bos-porus stationireu zu lassen, was 14. Sept. bewilligtwurde. Derruss.GesandteBaronBrunuowprotestirtehiergegen in London 25. Sept. Am 4. Oct. erschiendie Kriegserklärung derPforte auR. mitder Drohungsofortigen Losschlagens, wenn R. nicht in 14 Tagendie Douausürsienthümer räume. Am 1. Nov.erschiendas geschraubte, mit der Religion coqnetirende russ.Kriegsmanifcst. Nochmals machte Napoleon III.Vorstellungen im Jan. 1854 bei dem Zaren, aberumsonst. Am 4. Febr. 1854 brachen Brunnow undKisselew ihre Beziehungen in London ».Paris ab u.21. Febr. verkündete ein kaiserl. Manifest R., daßder Krieg Frankreichs und Englands gegen R. be-gonnen habe. Österreich ließ sich durch die Send-ung des Grafen Örlow (Jan. bis Febr.) nicht zubewaffneter Neutralität bestimmen, stellte aber au derserbischen Grenze ein Beobachtungsheer von 50,000Mann auf. Preußen wies den gleichen vom Gesand-ten Baron Budberg gestellten Antrag bewaffneterNeutralität oder einer Allianz ab u. R. blieb isolirt.Gegenüber der englisch-französischen Aufforderung,R. solle bis 30. April die Donanfürstenthllmer räu-men , rechtfertigte die russische Regierung ihr Ver-fahren in einer Denkschrift vom 3. März. DurchEmissäre hetzte sie die Griechen in Epirns gegen diePforte auf n. versprach ihnen Hilfe. Am 27. u. 28.März erfolgte die förmliche Kriegserklärung vonSeiten Frankreichs u. Englands u. die Russen rück-ten in die Dobrndscha vor. So begann der Krim-krieg (s. d.). Am 9. April verbanden sich in WienEngland, Frankreich, Österreich und Preußen, dieSelbständigkeit u. Untheilbarkeit derTürkei aufrechtzu halten u. die Räumung derDonaufürstenthümerals eine wesentliche Bedingung zu betrachten, sowiedie kirchlichen und bllrgerlichenRechte der christlichenUnterthanen der Pforte nach der Absicht des Sultanszu befestigen n. weder mit R. noch sonst ein Abkom-men zu treffen, was diesen Punkten widerspräche.Am 20. April schlossen Preußen und Österreich einSchutz- und Trntzbllndniß, namentlich auch um dieRechte n. Interessen Deutschlands zu schützen, welchedurch eine ans unbestimmte Zeit fortgesetzte Besetz-. Baud. 32