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Bd. 15 (1879) Radegast - Schießscharte
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Rußland (Gesch.).

SchwarzcMeerwar vorläufig für R. verloren. 1712sprach Oesterreich Peter wieder von einer TheilungPolens,1718 -19 verhandelte erdarüber mit Preu-ßen u. Schweden. 1712 verlegte er den dirigirendenSenat nach Petersburg. Decbr. 1714 stiftete er den>. St.Katharinen-Ordcn. 1714erließ PetereinKriegs ,Ä 1718 ein Secreglement; 1716 unternahm er miti-W Katharina eine Reise nach dem Haag, nach Frank-i R reich und durch Deutschland. In Kopenhagen ver-nahm er, daß daheim von der altrnssischen Partes.. unter Begünstigung seines Sohnes Alexei cineVer-Pschwörung gestiftet worden sei; er berief daher dens Prinzen zu sich nach Kopenhagen, dieser aber flohAim deutschen Kaiser. Der Zar versprach ihm Ver-zeihung seines Ungehorsams u. lockte ihn Febr. 1718- nach Moskau. Hier wurde Alexi von seinem Vater

i, ,, onrch UkaS vom 8. Febr. 1718 der Thronfolge ent-jerbt u. vor ein Gericht gestellt, welches ihn 26. Juni(Leinstimmiz znm Tode vernrtheilte; der Zar begna-Woigte ihn, die anderen Theilnehmer der Verschwör-Dung aber, darunter des Zaren erste Gemahlin En-Ddoxia n. seine Schwester Maria Alcxicwna wurden, Hhart bestraft, Biele hingerichtet. Bei der Rückkehrl^ivon seiner Reise hatte Peter große Unredlichkeiten; in der Verwaltung, zumal bei den höchsten Beamten,

und das Volk sehr mißvergnügt gefunden; gegen dieBetrüger setzte er ein besonderes Gericht nieder.16. Novbr. 1720 schloß Peter mit der Pforte einen«wigen Frieden, in dem er versprach, sich weder pol-nisches Gebiet anzueignen, noch sich in Polens innereAngelegenheiten zu mischen, aber er that Alles, umPolen schwach n. als ohnmächtiges Wahlreich zu er-halten und keine Erbmonarchie dort anfkommen znlassen; wie er handelten seine Nachfolger. Am20.Oct.1721 nahm Peter auf Antrag des dirigirenden Se-nates und des Heiligen Synod die Titel: Vater desf Vaterlandes, Kaiser aller Reußen und Der Große-s an, 11. Nov. ließ er die Titulatur Kaiserliche Ma-jestät bekannt machen n. 5. Febr. 1722 bestimmte erdurch die Thronsolgeordnnng, daß es dem jedesmal-igen Herrscher sreistehen sollte, seinen Nachfolger nachp Belieben zu ernennen. Den Frieden benutzte Peter

j. vorAllemzurHebung dcsSeehandels mildem Mittel-?! Punkt Petersburg, wohin er mehrere lausend Fami-f lien aus Moskau zog; den seehandelnden Nationenf räumte er große Vortheile ein, ließ bequeme Han-> delsuiederlagen errichten und organisirte das Post-j wesen. Da die Russische Kirche Peters Reformeni durchaus ungünstig war, wollte er keinen mächtigeni Patriarchen neben sich, besetzte den 1700 erledigten!- Thron gar nicht mehr, hob 1721 die Patriarchen-

würde aus, ließ durch Feofan Prokopowirsch dasi geistliche Reglement entwerfen u. setzte an des Pa-! lriarchen Stelle25.Jan. 1721 denHochheiligen Sy-i nod. Die Bibel ließ er ins Russische übersetzen undf wohlfeil an das Volk verkaufen. Auf die Nenorga-; nisation der russischen Regierung hatte Leibniz vieli Einfluß; Peter errichtete 9 Collegicn n. über ihneni den Senat, führte 1722 eine Rangordnung in 14i ' Klassen ein n. verordnte, daß der durch Liese Rang-, ordming erworbene Dienstadel vor dem Erbadel gel-! ten sollte, daß alle Offiziere beim Heere den persön-I lichcn, vom Major ans den erblichen Adel erhaltenj sollten, auch das Civil bei einer gewissen Rangstufe' des Adels theilhaftig werde; alle Soldaten sollten;; von der Leibeigenschaft frei sein. 1722 stiftete Peter

denSt.Alexander-Newski-Orden. DnrchdenLadoga-Kanal ließ Peter die Wolchow n. illewa verbinden;Münnich (s. d.j führte das große Werk 1723—32ans. Peters lebhafter Wunsch war die Unterwerfungder noch freien Nomadenvülker in Sibirien und dieCnltivirnng dieses weitläufigen Landes, doch konnteer durch die vielen Kriege n. die europäischen Ange-legenheiten abgehalten, nicht alle seine Pläne ansfüh-ren; den Fürsten Gagarin, Gouverneur von Sibirien,der Sibirien vonR. losreißen u. cS selbst beherrschenwollte, ließ er 1721 hängen. 1724 stiftete Peter mitgroßem Aufwands die Akademie der Wissenschaften;eine große Reihe höherer Schulen entstand. Umseinen Uutcrthancn den Handel ans dem KaspischenMeere zn sichern, unternahm er 1722 einen Erober-ungskrieg gegen Persien, gewann Derbem n. erbieltvon dem Schah, welcher durch die Empörung desMir-Mahmnd geschwächt war , 12. Sept. 1723 ineiner Übereinkunft die Provinzen Man, Masen-deran n. Asterabad, nebst den Städten n. BezirkenDerbemn. Baku, lieber diesen Läuderznwachs eifer-süchtig, grifsendie Türken 1723». 1724 znmSchwerre,ließen sich aber durch Frankreichs Vermittelung be-ruhigen. 7. Mai 1724 ließ Peter seine GemahlinKatharina als Kaiserin krönen, nui ihr die Thronfolgezn sichern. Der größte Herrscher R s n. dessen Re-formator starb in Petersburg 8. Febr. 1726.

Ob Peterd.Gr. Katharina wegcnihresEhcbrnches

mit Mons von der Thronfolge ausschließen und sieseiner Lieblingstochter Anna von Holstein-Gottorpübergeben wollte, ist ein Gehei,nniß geblieben. So-fort nach seinem Tode rangen zwei Parteien um disHerrschaft: die altrnssische unter den Galizyn, Dol-goruki, Lapuchin, Narischkin, Salthkow rc. wollte denSohn des Zarewitsch Alexei, Peter Alexejewitsch,zum Zaren erheben und die llominss novi, voranMcnschikow, vernichten, um die alte Bojarenwirth-schaft herznstellen; die andere Partei war für Ka-tharina u. stützte sich ans Menschikow, den MinisterJagnsinski u. den Holsteiner Bassewitz; an Iwans V.Töchter dachte man nicht. Katharina warb raschdurch Geschenke Anhänger, auch der Erzbischof vonNowgorod ließ sich bestechen u. huldigte ihr zuerst;ihr Anhang versicherte sich des Reichsschatzes n. derCitadelle, Menschikow ließ den Palast von Garden um-stellen u. zwang die Gegner zum Schweigen — ihmverdankte die schlaue u. entschlossene Katharina I.Alexicwna, die weder lesen noch schreiben'konnte, inerster Linie den Tyron, 9. Februar. Dafür ließ sieden Despoten Menschikow in ihrem Namen regierenund dieser ertrug mit genauer Roth den Hochmmhdes holsteinschenHofes inPetersbnrg. MitUnwillensah der alte Adel diese Zustände an. 22. Febr. 1726errichtete Katharina den höchsten geheimen Rath,der die oberste Leitung der Regierungsgcschäfte di-rect haben sollte; der Senat durfte sich von nun annur der hohe, nicht mehr der dirigirenbe nennen u.stand ebenfalls unter der neuen Behörde, in derenPräsidium Menschikow die Kaiserin, welche bald mil-dem Becher lebte, vertrat. Im Innern R-s drohteAlles ans den Fugen zn gehen, da Peters PersonderStützpnnktgcwescn. Den Widerstand der Dnjepr-Kosaken stillte Katharina, indem sie ihnen die vonPeter entzogenen Vorrechte größtentheils wiedergab.Unter ihr wurde das erste Silberbergwerk entdeckt;

; sie ließ die von Peter gestiftete Akademie der Wisscn-

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