Rußland (Gesch.).
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Dimitri zurück. Jndeßdnrch Begünstigung der Polen,deren Unterstützung er des. seine Erhebung dankte,durch Verletzung der volksthümlichen Sitten der Rus-sen n. Neformlust hatte er sowol die Großen u. dieKirche als das Volk bald gegen sich aufgebracht, wurdedurch eine vom Fürsten Wassilis Jwanowitsch Schniskigeführte Verschwörung 17. Mai 1606 gestürzt undermordet. Die meisten Polen in Moskau wurdennmgebracht, dann legten die Bojaren den Aufstandbei n. Wassilis Schuiski wurde, nachdem er gegen allenGebrauch eine ihn beschränkende Wahlcapitnlationunterzeichnet, von einerGrnppc Bojaren,Kauslentenund gemeinem Volke als Wassilis V. zum Zarenausgernfen, 19. Mai. Am I.Jnni war die Krönung.Aber er besaß nicht Kraft genug, um sein Ansehen zubehaupten u. die Parteiungen niederznhaltcn. So-fort schaffte er alle Neuerungen Dimitris ab und ent-fernte dessenAnhänger. Sein Versuch mitPolen Frie-Len zu schließen mißlang. Der Fürst Schachowskoibrachte ganz Süd-R.gegenihn ans dieBeine, flüchtigeBauern erhoben sich massenhaft. Der BauernknechtBolotnikow führte diese im Namen eines -zweitenDimitri, der aber noch nicht ausgestellt war. Bolot-nikow erfocht wiederholte Siege über Wassilijs Heere,verband sich mit RjäsanschenTrnppen unter Läpunow,doch ging Letzterer bald zu Wassilijüber. Nov. 1606erschien Bolotnikow vorMoskau, mußte aber 2.Dec.vor dem Fürsten Skopin-Schuiski fliehen. InKalnga wurde er bis Mai 1607 belagert, floh dannnach Tula, verband sich hier mit dem LandstreicherJleika, der sich für einen Sohn Feodors I. ansgab,wurde aber sammt ihm hier ausgehungert; 10. Oct.1607 fiel Tula und Bolotnikow wie Jleika wurdenhingerichtet. Ans Schachowskois Drängen stelltennun polnische Magnaten schamlos einen zweiten fal-schen Dimitri ins Feld: es war Iwan, ein Schul-meister aus Weiß-R. Viele polnischeGroßcn schlossensich ihm an, er brachte ein Heer zusammen, hetzte inAufrufen die russischen Bauern gegen ihre Herren,fand viel Anhang in R., schlug 14. April 1607 daszarische Heer bei Bolchow, lagerte sich Ende Juni inTuschino bei Moskau und blieb hier unter vielenScharmützeln mit den Moskauern bis 29. Dec. 1609,raubend und plündernd — daher heißt er der Diebvon Tuschino. Die schamlose Marina, des erstenPsendo-Dimitri Wittwe, erklärte ihn für Letzteren n.sein Anhang wuchs rasch. Vergebens aber suchte erLas reiche Troitzkische Kloster zu nehmen, es hieltdie Belagerung 16 Monate aus. Wassilis V erhieltim Vertrage von Wiborg, 28. Februar 1609, vonSchweden gegen Entsagung ans R-s Ansprüche anLivland und Abtretung von Kexholm ein Hilfsheervon 5000 Mann unter Jakob de la Gardic; mit die-sem verbunden unterwarf Skopin - Schuiski ihm baldganz Nord-R. wieder. Jetzt verheerten (1609) dieTataren Süd-N. u. Polen u. erklärten den Krieg;der tapfere Wojwode Schein aber hielt den Po-lenkönig vor Smolensk bis 1611 ans. Wassilijsschwache Regierung wurde täglich verhaßter, manwollte anstatt seiner Skopin-Schuiski zum Zaren.Der Polenkönig ließ den falschen Dimitri fallen,dieser floh 29. Dec. 1609 nach Kalnga u. führte vonhier einen Ränberkrieg gegen Wassilis wie gegen diePolen. Skopin-Schuiski n. de la Gardie rückten bisMoskau vor, wurden glänzend empfangen, aber Erste-rcr ans Wassilijs Befehl April 1610 vergiftet Was-
Plijs Thron war nun verloren. Ein Polenheer un-ter Zolkiewski drang gegen Moskau vor, die nichtausgelöhnten Truppen de la Gardies wankten,24.Jnlil6l0 bei Klnschino wurden sie n. die Russenbesiegt; de la Gardie zog ans Nowgorod ab, VieMoskauer empörten sich gegen Wassilis V. u. in einemvon Zachar Läpunow geführten Aufstande wurde er17. Juli abgesetzt n. ins Kloster geschickt. N. ging denWirren des Interregnums entgegen n. wurde völligzerrüttet. Die Polen verheerten R. Der Bojaren-rath regierte, in ihm bildeten sich aber 4 Parteien;die erste unter den Läpunow wollte eine Zarenwahldurch die allgemeine Landesversammlnng, die zweiteunter Mstislawski war für die Wahl des Kronprin-zen Wladislaw von Polen, die dritte ziemlich schwa cheunter Trnbetzkoi hielt am falschen Dimitri fest unddie vierte unter dem gefeierten Patriarchen Hermo«genes dachte, vom Volke nnteistützt, an den Ver-wandten Feodors I., Michail Feodorowitsch Roma-now. Die Polen unter Zolkiewski erschienen jetztvor Moskau, dies konnte an keinen Widerstand den-ken; 17. Ang. 1610 schlossen die Bojaren mit Zol-kiewski einen Vertrag, in dem Wladislaw unter ein-schränkenden Bedingungen als Zar anerkannt wurde;eine Gesandtschaft bot ihm in Smolensk den Thronan, Sept., und vertragswidrig besetzten die PolenMoskau. König Sigismund aber wollte selbst in R.herrschen, hielt Wladislaws Abreise nach R. stets hin,verlangte Smolensks Ncbergabs, die aber Schein(s. d.) trotz der Befehle des Reichsralhes verweigerte.Jetzt rief Hermogencs, da er die Griechische Kirchedurch Sigismunds JesnitismnS gefährdet sah, R.zum Kampfe für seinen Glauben n. seine Unabhän-gigkeit auf, in ganz R. begann es zu gähren. 17. Dec.1610 erschoß Fürst Urnssow den falschen Dimitri ansder Jagd; seine Anhänger unter Trnbetzkoi zogen nungegen die Polen; von Tula her kam der Kosakcnhet-inan Sarnzki nach Moskau zu n. von allen Seilenströmte Zuzug hierhin. Allgemein machten sich diePolen hier verhaßt n. die Städte in R. standen gegensie ans, von Hermogcnes und Läpunow angeseucrt.Die Erhebung Moskaus, 19. März 1611 , scheiterteaber n. die Polen unter Gonßiewski brannten fast ganzMoskau nieder. Das russische Heer vor Moskauwar uneinig, die drei Obcranführer Trnbetzkoi, Lä-punow u. Sarnzki bildeten Parteien. Sarnzki hetzteschließlich seine Kosaken gegen Läpunow ans, die ihnnmbrachten; nun war der letzte Zusammenhang derRevolution dahin. Trnbetzkoi u. Sarnzki huldigtenehrenlos einem neuen Dimitri (s. d. 13), dem ent-laufenen Diakon Isidor; Nowgorod erklärte sichfür den schwedischen Prinzen Karl Philipp, Kasanu. Wjätka für den Sohn der Marina u. des zweitenPsendo-Dimitri. Jetzt fiel Smolensk in Sigismundsvon Polen Hand, 3. Juli 1611 . Da erhob sichNishnei-Nowgorod unter dem patriotischen FleischerKosma Minin; er sammelte ein Heer, über welchesder glorreiche Fürst Dimitri Posharski den Befehlübernahm; rasch traten Nowgorod und Trnbetzkoi,ihre Partei wechselnd, zu K»sma Minin, es kam viel! Zuzug und endlich rückte man, August 1612, gegenf Moskau vor. In 4tägigem Kampfe wurden die Po-!len geschlagen, nach glänzender Vertheidignng 22.Oct. 1612 gezwungen, den Kreml zu überliefern;ganz Mittcl»R. mar nun frei, aber fast Wüste. DiePolen zogen nach" Smolensk zurück. Lange waren