469
Rußland (Gesch.).
Personal: 123 Admirale, 1307 Flottenoffiziere,SOS Piloten, 197 Osfiziere der Marine-Artillerie,134 Marine-Ingenieure, 532 Ingenieur-Mechani-ker, 50 Hafen-Ban-Jngenicnre, 299 Admiralitäts-beamte, 299 Aerzte, 498 Civilbeamte. Summe:3942 Offiziere. Die Bemannung beträgt 25,101Mann.
X. Wappen rc. u. Orden. Das russ. Reichs-Wappen besteht in einem goldenen, von der schwe-'benden Kaiserkrone mit 2 blauen, goldeingefaßtenBändern überragten Schilde, aus welchem ein schwar-zer, zweiköpfiger Adler, dreifach gekrönt, mit rothemSchnabel, rothcn Füßen u. ansgebreiteten Flügeln,in der rechten Kralle das goldene Scepter, in derlinken den goldenen Reichsapfel; auf der Brust ineinem Schilde St. Georg zu Pferde, den Lindwurmourchbohrend (das moskowitische Wappen); auf demrechten Flügel in 3 Schilden die Wappen vonAstra-)chan, Nowgorod und Kiew, auf dem linken die vonSibirien, Kasan u. Wladimir. Die L andesfarb enfind schwarz, orange, weiß, horizontal laufend; dieFlagge weiß, diagonal gethcilt durch ein blanesKreuz;Kauffahrteischiffe tragen die Flagge weiß, blau, roth,horizontal gestreift. Orden: 1) O.des hl. Andreas;2) O. der hl. Katharina (Franenorden); 3) O. desheil. Alexander Newsky; 4) O. des Weißen Adlers;5) O. der hl. Anna; 6) O. des hl. Stanislaus; 7)O. des hl. Georg; 8) O. des hl. Wladimir (s. d.).Großmeister sämmtlicher Orden ist der Kaiser.
XI. Literatur. Baer und Hclmersen, Beiträgezur Kennmiß des Nuss. Reiches, Petersb. 1839 ff.;Bnddeus, Volksgemälde u. Charakterköpfe des russ.Volkes, franz. u. deutsch, Fol., Lpz. 1820; Haxthau-sen, Studien über die inneren Zustände R-s, Hann.1847—52, 3 Bde.; Petzoldt, Beiträge zur innerenKenntniß von N., Lpz. 1851; Schnitzler, I/ompiroäos ll'sars an point cis vno cls la ooienes aotnello,Par. 1856—69, 4 Bde.; Pault), Dosoripbion obii-no^raxlüquo Los psnplss äs la Idusois, Petersb.1862, Prachtwerk mit Atlas; Nittich, Die Ethno-graphie N-s mit 2 Karten (Ergänzungsheft 54 zuPetermanns Geogr. Mittheil.); Eyre, Liestoiws okrnssian liks auä Onstoms, Lond. 1878; Stuckenberg,Hydrographie des Russ. Reiches, ebd. 1842—49, 6Bde.; Statist, n. a. wissenschaftl. Mittheil, aus R.,ebd. 1868 ff.; Russ. Revue, Hrsg, von Nötiger, ebd.1872 ff.; v. Tnnner, R-s Montau-Industrie, Lpz.1871; Timirjasew, Statist. Atlas, der vornehmstenFabrik- u. Industriezweige im Enrop. R., Petersb.1870, fortges.Lurch 12 Diagrammtafeln, ebd. 1876;Grnnwald, Artellwescn u. Hausindustrie in R., ebd.1877;Karatschuusky, Statistik derproductivenKräfteR-s, Bcrl. 1878; Brachelli, Die Staaten Europas,Brünn 1876; Kolb, Handb. der Statistik, 8. A. Lpz.1878; Hoffmeister, Das Enrop. R., Militär. Lan-des- n. Bolksstndie, Berl. 1876; v. Lankenan n. v.d. Olsnitz, Das heutige R-, Lpz. 1876—77, 2 Bde;Zichokkc, Rcisebilder ans Finnland und R., Wien1878; M. Wallace, Russin, deutsch Petersb. 1878bis 1879; Heyking, Reisebilder ans dem Enrop. R.,Lpz. 1878; Das Malerische R., Petersb. 1878 ff., 4Bde.; R-s Eisenbahnen n. Wasserstraßen in Peter-manns Geogr. Mitthcil. 1877, mit5iartc. Unter denKarten ist bes. hervorznhebcn: Specialkartc vomEuropäischen R., 1 : 3,000,000, 4 Bl., 2.A. Wenn.1878; Kiepert, Karte der neuen Grenzen ans der
Balkan-Halbinsel nach den Bestimmungen des Ver-trages von Berlin, 13. Juli 1878, 1 : 3,000,000,Bcrl. 1878. U- m. IV- v. vi. -0 Dronke. (ii. vi. d,XI.) Schroot. (VII.) Thielemann. (VIII. X.) Lagen. (IX. L) z.
Russland (Gesch.) *). Die Ländermassen, welchejetzt R. heißen, waren den Griechen lange ganz un-
bekannt. trifft Herodot ncnm als Bewoyner der wald-losen Steppen des heutigen L>R. Lie Stytyen, ein mon-
goiisq es Liotk. Z wischen Donau u. Dnjestr machten
ihnen später die Gelen den Rang streitig, anderseitswurden die Sarmatcn ans ihre Kosten mächtig. DieHauptstämme der Sarmaten, ebenfalls mongolischerHerkunft, waren die Roxolanen n. Iazygen. In denKrimschen Gegenden wurde Mithridates (s. d.) Herr-
scher n. nach ihm Rom. Während d e r Völkerwan -derung war R. ein Lummeiplatz ber'Gothen, Ala-
nen, .hnnnen, Avaren ul'Vlugävest/ Ihren Spurenlotgten ow Staven. ließen sie sich am Wolckiow
u. Dnjepr, an der Weichsel n. a. Flüssen unter ver-
Micbenentkamen nied er n.bretteteii sich immer mehr''aus, die älteii"Vvl ker verdrängend. Im 9tO. n. O.siedelten sie sich unter den Finnen an, stritten mitihnen um die Herrschaft, aber keine Nationalitätkonnte der anderen Herrin werden. Bei den Slavenherrschte ein gewisser Wohlstand, aber keine staat-liche Ordnung. Um nach Constantinopel zu kommen,überfielen die Waräger (Wäringer), ein normanni-sches Volk vom Stamme der Russen (Rodsen) inSchweden die Küstenländer an der Ostsee 859 undmachten sich die Slaven am Jlmensee, die finnischenTschnden, Meren und Kriwitschen tribntbar. Dochdiese erhoben sich 861 gegen sie n. vertrieben sic überdas Meer. Bald lagen die befreiten Völker aber selbstin steter Fehde, bis schließlich die finnischen Tschndenu. Wesen, die Kriwitschen u. die Slaven um Now-gorod selbst wieder die Waräger-Rnsscn beriefen. In-folge dieser Gesandtschaft kam 862 Rurik mit seinenBrüdern Sinens u. Trnwor u. einem großen Ge-folge. Nach dem Stamme der Russen erhielt dasReich der Brüder den Namen R. Rurik setzte sichzuerst in Ladoga unter den Finnen, dann in Now-gorod unter den Slaven fest, Trnwor am BjeloOsero unter den Finnen n. Sinens in Jsborsk amPeipus-See. Als beide Brüder 864 starben, ver-einigte Rurik alle Gebiete u. begründete so die russi-sche Monarchie.
Ruriks Reich erstreckte sich im O. bis zu denheutigen Gouvernements Jaroslaw n. Nowgorod u.im S. bis zur Düna. Die russischen Waräger warender herrschende Stamm, nahmen aber von den ge-bildeteren, unterworfenen Slaven Sprache u. Sittean. In allen Landbezirken ernannte Rurik ans sei-nem normannischen Gefolge Statthalter, ließ festeBurgen bauen u. führte das Lehnwcsen in R. ein.Bei der Vcrtheilnng der Statthalterschaften über-gangen, zogen dieWafsengenossen Ruriks Askoldu.Dir mitGefolgesüdwärts,bemächtigten sich der StadtKiew, riesen viele Waräger aus Nowgorod hierhin,wurden hier unabhängige Herren und unterwarfensich 864—65 die umwohnenden Polänen; ihre Ex-pedition nach Constantinopel 866 scheiterte jedoch.Rurik (unterließ bei seinem Tode, 879, einen vier-jährigen Sohn Igor; darum folgte ihm dessen Vor-mund, sein Bruder Oleg, der durch seine Kriegskunst
") Die Daten sind nach dcm neuen Stile angegeben.