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Rußland (Gesch.).
und Weisheit den Staat zur Bliithe brachte. Erunterwarf 882 Smolensk, daun Ljubetsch u. zog dar-aus vor Kiew, lockte die Fürsten Askotd u. Dir gleiß-uerisch aus der Stadt, ließ sie umbriugsu, nahm Kiew,vereinigte bcideSlaveustaaten zu einem überwiegendslavischeu Reiche, dessen Residenz stiew war. Er über-wältigte die Chazaren, kämpfte siegreich mit den De-rewiern, Seweriern, Nadimitschen, Snlitschen undTiwerzen 883—85 n. 896 bei Kiew mit den Ma-gyaren u. unterwarf ganz SR. 903 vermählte erfeinen Neffen Igor mit der Warägerin Olga n. 907segelte er mit Flotte und Heer den Dnjepr hinab indas Schwarze Meer, plünderte die nmliegendenLand-schaftcn ans, zog vor Constantinopel, erzwang einensehr günstigen Friedensvcrtrag (8. Sept. 911) undkehrte, mit Beute beladen, in sein Reich zurück. Erlegte Slaven, Kriwitschen u. Mcren eine Steuer auf(die erste Finanzanordnnng inst!.), gründete meh-rere Städte, ließ keinen Edlen zu mächtig werden,knüpfte Handelsverbindungen an, gab dem ReicheGesetze n. st. 912. Nun übernahm Igor Nnriko-witsch die Regierung selbst n. überwand 913 dis ab-trünnigen Dercwier. Mit den ihn bekriegendenPetschencgcn schloß er 915 Frieden; sie zogen an dieDonau, streiften aber wiederholt bis zu den Wasser-fällen des Dnjepr hin. Nach einem unglücklichenZuge gegen Constantinopel, 941, erschien Igor 944wieder an der Mündung der Donau n. nun erkauf-ten die Griechen den Frieden, der 20. April 945 ab-geschlossen wurde. Schon unter Igor gab es in R.zahlreiche Christen, in Kiew Kirchen. 944 unter-nahmen die Russen einen Ranbzng am KaspischenMeere und zerstörten selbst Bardaah (bei Jelisawet-pol). 945 empörten sich die Derewier gegen den siegrausam pressenden Igor und erschlugen ihn. Fürseinen minderjährigen Sohn Swätoslaw Jgo-rewitsch übernahm seine Mutter Olga die Negier-ung; sie unterwarf die Derewier, theiire das Reich inKreise, regierte voll Weisheit, verordnete feste Ab-gaben n. gründete die Stadt Pskow. Mit ans politi-schen Rücksichten, um N. zu heben, reiste sie 955 nachConstantinopel, ließ sich dort 957 taufen und nahmden Namen Helena (s. d. 4) an. Swätoslaw bliebaber Heide, doch duldete er den weit verbreitetenchristlichen Glauben. Durchaus kriegerisch, zog er964 gleich nach Übernahme der Regierung gegen dieslavischen Wjätitschen, besiegte sie und 965 die Cha-zaren u. erweiterte sein Gebiet bis znm Kaukasus.Während er 967, vom Griechenkaiser bestochen, dieBulgaren bekriegte n. 968 überwand, belagerten diePctschenegen Kiew, wurden aber zurückgeschlagen.Darauf thcilte er 970 sein Reich provisorisch unterseine 3 Söhne; Jaropolk erhielt Kiew, Oleg dasLand der Derewier und Wladimir Nowgorod.Swätoslaw selbst ging nach Bulgarien zurück, er-oberte das ganze Land und wählte Perejaslawl znmWohnsitz. Die Griechen wollten ihn aber dort inihrer Nähe nicht dulden, Kaiser Johann Tfimiskesschlug ihn 970 n. 971 bei Silistria und zwang ihn,Bulgarien zn räumen; auf seiner Rückkehr durch daSGebiet der Petschenegen tödtcten ihn Liese 972. DurchSwätoslaws Günstling n. Feldherrn Swjensld anf-gereizt, entzweiten sich Swätoslaws Söhne mit ein-ander; Jaropolk, der an die Polen Galizien verlor,überzog Oleg mit Krieg, in welchem dieser 977 blieb.Wladimir entfloh zn den Warägern n. begleitete die-
selben 2 Jahre ans ihrenZügen, kehrte aber mit vie-len Genossen 980 zurück, eroberte Polozk, das bis-her ein selbständiges normannisches Fürstenthnmgewesen, sowie Jaropolks Residenzen Nowgorod n.Kiew, lockte Jaropolk durch List zn sich und ließ ihntödten. SeineWittwe heiratheteer. Nun war Wla-dimir I. Swätoslawitsch, der Apostel gl ei che,Alleinherr von bi., ein rücksichtsloser, frevlerischerFürst n. gewaltiger Krieger. Er vertrieb die über-müthig werdenden Waräger, eroberte Galizienznrück,981 Noth-R. (Tscherwenisch Bolhynien), besiegte dieWjätitschen, eroberte 983 das litauische Land derJatwägen, unterwarf 984 die Nadimitschen wieder,schloß 985 einen Handelsvertrag mit den WeißenBulgaren an der Wolga n. Kama. Das Christen-thnm verfolgte er anfangs, neigte sich später aberdem griechischenChristenthnme zn. Als er 988 Cher- >son erobert hatte, schloß der byzantinische Kaiser Ba-silius einen Vertrag mit ihm und gab ihm seineSchwester Anna zur Gemahlin. Wladimir ließ sichnun zn Cherson, ans dessen Besitz er zn Gunsten desKaisers verzichtete, an seinem Bermählnngstage, 988,taufen n. führte das Christenthuni nach griechischemRitus in N. ein, nachdem er alle Götzenbilder hattezerstören lassen. Fast alle Einwohner vonKiew wuc-den im Dnjepr zugleich getauft; das Christenthnmwurde Staatsreligion, Heiden aber gab es noch Jahr-hunderte lang, bes. bei den Nichtslaven R-s. Wla-dimir trat in engen Verkehr mit dem hochcivilisirtengriechischen Reiche, rief Gelehrte n. Künstler in seinbleich, führte das Schulwesen ein, sandte seine Unter- .thanen zur Erlernung von Kenntnissen in das Ans- >land, stiftete kostbar ansgeschmückte Kirchen, gründete fStädte (u. a. Wladimir in Bolhynien) n. hielt aufstrenges Recht. 993 besiegte er die slavischen Chor- ^waten n. die ränberischeü Pctschenegen, letztere noch lwiederholt. Er setzte seine 12 Söhne bei seinen Leb-zeiten noch zn Verwaltern der Gebiete ein. 1015 )empörte sich einer derselben, Jaroslaw, Statthalter !!von Nowgorod, gegen ihn und rief dis Waräger zn l'Hilfe; doch st. Wladimir 15. Juli 1015, ehe es zurSchlacht kam. Boris, der Lieblingssohn Wladimirs, 'der mit einem Heere an der Alta gegen die Petsche-ncgen stand, ward von diesem znm Großfürsten anZ-gernfen, aberSwätopolkl. (Wladimirs Stiessohn), ^welcher sich schon der Schatzkammer und Kiews bs- vmächtigt hatte, ließ Boris nebst Gljeb, Fürsten zn )Mnrom, und Swätoslaw von Derewien ermorden, sGleiches war dem vierten Bruder, Jaroslaw, Für-sten von Nowgorod, zngedacht, melchereben einenAuf-stand seiner mißhandelten Unterthanen zn bekämpfenhatte. Er gewann sie durch Bewilligung einer LlngnaOnarta, ries große Schaaren Waräger herbei, zog ge-gen Swätopolk, schlug denselben 1016 bei Ljubetsch,zwang ihn, zu seinem Schwiegervater, dem KönigeBoleslaw I. von Polen, zn fliehen n. zog als Sieger-in Kiew ein. Jaroslaw schloß einen Bund mit demKaiser Heinrich II. gegen Boleslaw I. von Polen, die-ser aber besiegte Jaroslaw am Bug, eroberte Kiewn. setzte seinen Eidam wieder ein, welcher jedoch, umden Polen in Kiew keine Güter znm Lohne geben zumüssen, sie alle 1018 ermorden ließ. Boleslaw, selbstbedroht, verließ Kiew, nahm aber den Schatz n. vielevornehme Geiseln mit sich n. behieltdis tscherwcnischenStädte. JnR.währteder Kampf zwischen Jaroslaw».dem von Len Pctschenegen unterstützten Swätopolk