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Rußland (Googr.).
RohstoffeFabrikateGenußmittel .Verschiedenes .
Dazu kamen noch Edelmetalle
Einfuhr s Ausfuhr
156838
113426
118061
11670
114339
241262
111813
155)94
531056
381952
6441
28035
Unter den Ausfuhrartikeln nimmt die erste Stelledas Getreide mit 180,492,000 Rub. ein; es folgenSpinnstoffe mit 68,665,000, Sämereien und Obstmit 34,618,000, Holz mit 28,308,000, Vieh u. thie-rische Nahrungsmittel mit 12,240,000, Pelzwerk, Le-der, Häute rc. mit 11,788,000 Rubel rc. Die Haupt-vcrkehrsländer waren:
Deutsches Reick)GroßbritannienFrankreichOesterreich-UngarnTürkei .Niederlande .
Einfuhr s Ausfuhr
221442
109898
133704
130759
33281
40063
25819
16634
20167
12314
12300
18408
Die Handelsflotte zählte l.Jan. 1877 einschl-der Küstenfahrzeuge 3296 Schiffe mit 333,416 T.Gehalt, davon 248 Dampfer mit 70,056 T. Gehalt.Über das russ. Bankwesen s. Banken, S. 627.
Verkehrswesen. Schon oben wurde hervorgc-hoben, daß R. in Bezug auf schiffbare Wasserstraßenmit in erster Linie stehe. Dazu kommt ein zwar fürdie Ausdehnung des Reiches noch schwaches, aberin den Hauptlinien bereits ziemlich ausgebautesEisenbahnnetzvon(l877)23,015km,wovon2136kmnoch im Ban begriffen; im Jahre 1865 gab, es erst3828 km. über Anlagekosten, Transportmaterial,das Verhältniß zu den übrigen europäischen Staa-ten u.das Geschichtliches. Art.Eisenbahnen,S. 135,136 u. 133. Über das Postwesen s. d. Art. Post,S. 607 und 609—10. An Telegraphenlinienwaren 1875 vorhanden 65,373,4 km; die Zahl derDepeschen betrug 4,178,524.
Münzen, Maße u. Gewichte. Die Münzein-heit ist der Silberrubel (s. Rubel) s, 100 Kopeken —3 N 24„ ?. Der Papierrubel gilt nur etwas über 2Ll (ist Conrsschwanknngenunterworfen). Längenmaßesind: der Fuß ä 12 Zoll s. 10 Linien 6,^^ m;1 Saschen (Faden) n 7 Fuß od. 3 Arschin (Elle) L16 Werschock — 0„n2 m. 1 Werst — 3500 Fuß
— 1,oo«» km (vgl. d. Art. Meile). Flächenmaß istdie Deßjätina (o. 1E im)—2400 KZFaden, 1 KZFa-den — 9 HjArschin, 1 (ZArschin — 5,44 fDFuß.Getreidemaß: 1 Last — 16 Tschetwert (1 Tschetwert
— 209,g I) a 2 Osmina L 4 Tschetwerik ä 4 Tschet-werka ä 2 Garnitzi ä 30 Becher. Flüssigkeitsmaße:1 Wedro (Eimer, 12,2gg 1) ä 8 Stoof od. 10 Kruschkaä 10 Tscharka; 1 Faß — 400 Kruschka, 1 Pipe —360, 1 Oxthost— 180, 1 Anker — 30 Kruschka;Handelsgewicht: 1 Berkowitz ü 10 Pud (1 Pud —16,gg k§) L 40 Pfund (1 Pfund — 409,Sl2 §r) a96 Solotnik. 1 Last ä 2 Tonnen ä 600 Pud; 1 Tonne
— 12 Berkowitz (Schiffspsund) L 10 Puf n 40 Ps.
— 1965,g^ k§.
VII. Bevölkerung u. Volksbildung. DieBevölkerung des Russ. Reiches besteht schon in Eu-ropa aus sehr verschiedenen Bestandtheilen; denHauptstock jedoch bilden die der slavischen Völ-kerfamilie angehörenden Russen (über 50 Mill.),sämmtlich der griechischen Religion folgend, ein kräf-tiger, mittelgroßer Menschenschlag von gutmllthigemu. willigem Charakter, in ihren Bedürfnissen mäßig,
fähig große Anstrengungen auszuhalten, von vielernatürlichen Verschlagenheit u. des. befähigt für Er-lernung fremder Sprachen n. Annahme fremder Er-findungen. Die Schattenseiten ihres Charakters bil-den eine durch alle Stände sich verbreitende Neigungzum Betrug, Bestechlichkeit, Hingabe an übermäßi-gen Genuß geistiger Getränke n. geringe Beständig-keit in selbständiger, konsequenter Arbeit. Sie zer-fallen in Großrussen (34 Will., am stärksten ver-treten in den nordöstl. u. den nördl. und östl. Gou-vernements bis zu den unteren Gebieten der Wolgan. des Don u. in dem Centrnm des Landes, Moskau,Tula, Twer,Kalnga) u. Kleinrnssen (14Mill., inder Ukraine, Bessarabien,Podolien,Bolhyuien), end-lich Weißrussen (3 Mill., in den Gouv. Grodno,Minsk, Mohilew, Smolensk, Wilna, Witebsk). Derruss. Stamm ist infolge der Schicksale des Landesvielfach mit mongolischen u. türkisch-tatarischen Ele-menten gemischt. Zn ihm ist wahrscheinlich auch derMischstamm der Kosaken (s. d.) zu rechnen. Daszweite slavische Element bilden die Polen (s. d.),gegen 5 Mill., hauptsächlich in den Gouvernementsdes ehemaligen Königreichs Polen wohnhaft. Eindrittes Bulgaren (in Bessarabien und Cherson,100,006), Serben u. Czechen in geringer Zahl.L. Die zweite Gruppe bilden die den Slaven ver-wandten Angehörigen der litauischen Familie, 1) dieLitauer (s. d., 1^ Mill., in Kowno, Wilna u. Sn-walki) u. 2) die Letten (s. d., 1 Mill., in Kurland).6. Von andern Völkern indogermanischer Abstamm-ung finden sich aus der germanischen FamilieDeutsche (1 Mill., in den Baltischen Provinzen),Schweden (^ Mill., in Finnland), aus der roma-nischen Rumänen (KMill., inBessarabien n. Tan-nen), ferner Griechen in Tannen (80,000), Ar-menier (35,000) u. Zigeuner (111,000, haupt-sächlich inBessarabien). Ü. Die semitische Bölker-familie repräsentiren allein die Juden (2H Mill.),bes. in den polnischen n. westlichen Gouvernementsansässig. Vollständig verschieden von diesen erwähn-ten sind die Stämme der turanischen (nralaltai-schen) Race, von der vertreten sindkü. die finnischeFamilie, darunter 1) die eigentlichen Finnen, dieEhsten. die Liven, Woten, Tschnden, Jngrier u.Lappen (zusammen gegen 2^ Mill., s. d. Nähere mit.Finnen 1) v); 2) von den übrigen Gruppen dieWogulen, Tscheremissen, Mordwinen, Syrjanen,Permier u. Wotjaken (zusammen über 1 Mill., s. d.Einzelne unter Finnen 1) ^.—6). 17. Die tnrko-tatarische Familie mit den Tataren (1-j-Mill.,an der unteren Wolga, in der Krim) und den No-gaiern (15,000, in Tannen), den Baschtiren(2 Mill., in Ufa, Orenburg, Perm), den Tschuwaschen(^ Mill., in Kasan, Simbirsk), den M e sch ts ch e rj a -ken (s. d.), den Kirgisen (150,000, in Astrachan),den Bessermjänen, Teptjären. 6. Die mongo-lische Familie, in Europa einzig repräsentirt durcheine Anzahl Kalmücken (100,000, im Gonv. Astra-chan). Ein Theil der finnischen u. tatarischen Stämmeist noch nicht seßhaft und lebt nomadisirend in denSteppen.
In Bezug auf Volksbildung nimmt R. (ohneFinnland) die niedrigste Stufe unter den enrop.Staaten ein, da hier (1873) ans 1000 Ew. nur 14Schüler kommen (im Deutschen Reiche 152). Esbestanden 23,183 Volksschulen mit 1,009,037 Dchn--