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Rench —
geb. 14. Aug. 1820 zu Lausanne als der Sohn einesPfarrers, studirte in Bern, Heidelberg, Berlin undParis, habilitirtc sich 1842 in Bern, wurde 1845außerordentlicher Professor, ging 1848 als ordent-licher Professor nach Gießen und 1852 nach Heidel-berg, wo er 1866 zmn Geh. Hofrath, 1867 zumGeh. Rath ernannt u. im selben Jahre Ordinariusdes Spruchcollegiums der Juristenfacnltät wurde.Von seinen Schriften sind zu nennen: Beitrag zurTheorie der Reallasten, Stuttg. 1846; Beiträge zurStaats- u. Rechtsgeschichte der schweiz. Kantone,Pforzh. 1847; Lehrbuch des Deutschen Privatrechts,cbd. 1848; Im mnrb eivils su Francs, Par. 1843;Beiträge zum Schweizer.Strafrechte, Pforzh. 1848;Lehrbuch des GemeinendeutscheuWechselrechts, 1854,
з. A. Gießen 1868; Das Recht der Actiengesellschaf-
tcn, Leipz. 1864, 2. A. 1875; Lehrbuch des Gemei-nen deutschen Civilproceßrechts, mit Rücksicht auf dieneueren Civilproceßgesetzgebmigen (der ordentlicheProceß), Leipzig 1867, 2. A. 1872; sonst schrieb ernoch eine Reihe werthvoller Abhandlungen für Zeit-schriften. Lagai.*
Rench, rechter, 54 km langer Nebenfluß desRheins in Baden, entspringt bei Griesbach amKniebis im Schwarzwalde, ist reißend, aber flößbar
и. mündet bei Helmliugen. An dem R. das frucht-bare, 8km lange R-thal, in welchem oder in des-sen Nähe die R-th al° oder Kniebisbäder (s. n.Kniebis) liegen. Vgl. Hirz, Führer durchs R-thal,Ofsenburg 1876.
Renchen, Stadt im Bez.-Amt Achern des bad.Kreises Baden, an der Rench, Station der BadischenStaatsbahnen; Hanfbau; 1871: 2263 Ew. In R.starb 1676 Grimmelshausen (s. d.), der Verfasserdes Simplicissimus. Dabei der Paß R e n ch e rlo ch,berühmt durch den Feldzug von 1675 und durch dieSchlacht 28. Juni 1796, in welcher die Österreicherunter Sztarray von den Franzosen unter Desaixgeschlagen wurden.
Rencontre (franz.), Begegnung; eine plötzlichausbrechende Zwistigkeit zweier Personen; einDuell;Las zufällige und unvermuthete Begegnen zweierfeindlicher, aus dem Marsch begriffener Äbtheilnngenu. dasansdieser Begegnung sichentwickelnde Gefecht.
Rendant (v. Frz.), ein Kassenbeamter, welchermit Einnahme od. Auszahlung öffentlicher Gelder zuthun hat. R-ur, betreffende Behörde u. Bureau.
Nenäer-vous (franz.), Bestellung an einen Ort,sowie auch der Ört selbst, wo dies geschieht, auchdie Zusammenkunft selbst; Sammelplatz der Trup-pen auf dem Marsche od. in der Nähe des Schlacht-feldes , auch der Jäger bei Jagden.
Rendsburg, 1) Kreis in derpreuß. Prov.Schles-wig-Holstein, von der Altona-Kieler Bahn durch-schnitten, 1056,i Hskm (IS,ig sIM) mit (1875)42,013 Ew. 2) Kreisstadt darin, an der Eider, amSchleswig-Holsteinischen Kanal u. Station der Al-tona-Kieler Eisenbahn; bis 1852 Festung; der Stadt-theil Nenwerk liegt auf dem südlichen Ufer der Eider,die Altstadt aus einer Eiderinsel; 1287 erbaute goth.Marienkirche mit schönem Altarblatt, Rathhans, Ar-senalgcbände, Strafanstalt in einem neuen schloßar-rigcn Gebäude, Garnisonlazareth, Gymnasium mitRealschule 1. Ö. in einem neuen schönen Gebäude;Lornsendenkmal auf dem Paradeplatz, Schleswig-Holsteinschcs Landesdenkmal; mechanische Weberei,
Renfrew.
Gerberei, chemische Düngerfabrik, Bierbrauereien,Brennereien, Handel u. Schifffahrt; mit Garnison11,416 Ew. In der Nähe die Eisengießerei Karls-Hütte mit Schiffbauerei. R. war von 1238—1459Sitz einer Linie der Grafen von Holstein-R. Wäh-rend desDreißigjährigenKrieges wurde R. 1627vonden Kaiserlichen, 1643 von den Schweden eingenom-men, dagegen 1645 von den Schweden 22 Wochenlang vergeblich belagert. Hier 16. Dec. 1813 Waffen- istillstand zwischen Dänemark u. Schweden, 1837 u.1838 wurden die Festungswerke verbessert; die vonden Dänen besetzte Festung wurde 24. März 1848von den Schleswig-Holsteinern unter dem PrinzenFriedrich von Angustenburg überrumpelt u. genom-men, woraus hier die Provisorische Regierung vonSchleswig-Holstein ihren Sitz nahm u. 3. April 1848ein schleswig-holsteinscher Landtag gehalten wurde; s5. April 1848 wurde R. von den Preußen besetzt.
Am 8.Febr. 1851 wurdeR.vondenBnndestrnppen-u. 9. Febr. das Kronwerk von den Dänen besetzt.
Am 20. Febr. 1852 zogen die deutschen Bundes-truppen ab u. 15. Sept. 1852 begannen die Dänendie Schleifung derFestungswerke mit dem Kronwerk.Vgl. Warnstedt, N., eine holsteinsche Stadt u. Fest- ,ung, Kiel 1850. Schroot. !
Ncnd», Engöne,geb. 10.Jan. I824zuParis;verdient um das französische Volksschulwesen, das erals Ministerialbeamter in England u. Deutschlandstudirte u. darüber in mehreren Schriften berichtete(Os I'instruction xrimairs sn ^.nAlstorrs cians sssrapports nvso i'stat social, 1852, u. Os NonssiAns-msntpoxrüairs äans 1'^.IIsmaAns än bkorä, 1855).
Er ist auch Verfasser des Gesetzes vom 15. März1850 über die franz. Volksschulen und bekleidet seit1860 dieStelle des General-Jnspectors desPrimär-Unterrichts. Er veröffentlichte auch verschiedene, aufItalien u. das Papstthum bezügliche politisch-histo-rische Schriften. Schroot.
Rene (franz.), so v. w. Renatus.
Renegat (vom Lat.), der etwas ableugnet; ge-wöhnlich Religionsverleugner; befand, ein von derChristlichen Kirche zum Islam Übcrgetretener.
Renette (v.frz.Reiustto, Königinapfel; s.Apfel.
Rensorces, die schwersten Taffetbänder.
klsnlori (franz.), Verstärkung, Hilfe; daher Ren-sorciren, verstärken.
Renfrew, 1) Grafschaft an der südl. WestküsteSchottlands; grenzt im N. an Dumbarton (davondurch den Clyde getrennt), im W. an den Clydebu-sen, im S. an Ahr u. im O. an Lanark; 657,gd>km
LM) mit (1871) 216,947 Ew. (aus 1 Hskm ^330, in ganz Schottland 43). Die Oberfläche ist imN. und W. am Clyde eben, sonst gebirgig; höchsteSpitze: Mistylaw (377 m). Flüsse: Clyde mit Cart.Seen: Winnoch n. v. a. Das Klima ist feucht, abernicht ungesund, der Boden nur zum Theil fruchtbar.Über 50"/o der Gesammtoberfläche sind Acker- undetwa 30°/g Weideland. An Prodncten des Mineral-reiches werden Steinkohlen, Eisen u. Bausteine ge-wonnen. Viehstand 1875: 3094Pferde,25,797StückRindvieh, 36,860 Schafen. 1959Schweine. Haupt-beschäftigung der Bewohner: Ackerbau, Viehzucht,vorzüglich aber Baumwollenspinnerei u. -Weberei,Flachsspinnerei, Jute-, Wollen-, Worsted- u. Sei-denfabrikation, Maschinen- u. Schiffbau, Eisengie-ßerei, Zuckersiederei -c. Die Eisenbahn von Glas- >