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Bd. 15 (1879) Radegast - Schießscharte
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Rvnaix -

teren Sinne) diejenige Periode des Wiederauflebensder Wissenschaften u.Kllnste, welche unmittelbar nachdem Schluß des Mittelalters beginnt u. theils durchdie Erfindung der Bnchdruckerkunst u. die EntdeckungAmerikas, des. aber durch die reformatorische Be-wegung ans dem religiösenÄebiete angebahnt wurde;es umfaßt sonach die R. die gestimmte culturgeschicht-liche Entwickelung in der zweiten Halste des 15. u.in der ersten Hälfte des 16. Jahrh. 2) (im engerenSinne) die im Zusammenhänge mit diesem allgemei-nen geistigen Aufschwünge stehende, durch die Be-kanntschaft mit den antiken Vorbildern geweckte Heb-ung der Architektur u. der bildenden Knuste, derenPrincip wesentlich in einer Befreiung des künstleri-schenAnschanens von demBann des kirchlichenDog-maS, d. h. in einer geschmackvollen Verweltlichungder Kunstidce nach dem Muster der Antike beruhte(s. die betr. Abschnitte in den Art. Bildhauerkunst n.Malerei). 8) Speciell versteht manunterR. den ansGrund dieser Geschmacksrichtung sich entwickelndenStil, sowol in der Architektur und in den bildendenKünsten wie namentlich auch in der höheren Kunst-industrie, dessen Charakter wesentlich in einer freienBenutzung vegetabilischer Formen zur Ornamentir-ung der Flächen in Verbindung mit antikisirenderProfilirung bestand. ManunterscheidetinderEnt-wickelung der R. mehrere Perioden, von denen dieJrührenaissance (bis zur Mitte des 16. Jahrh.) nocham meisten der Antike treu blieb. Von da ab erhältdie R. schon ein selbständigeres, mehr modernes Ge-präge, bis sie im letzten Viertel des 16. Jahrh. inschwülstige Gestaltungen anszuarten begann, die zumsog. Barock- n. Rococostil führten, welche im weiterenSinne noch in die Geschichte der R. mit hineingezo-gen zu werden pflegen. Die R. beginnt zuerst inItalien sich ansznbilden, namentlich dnrchBrunel-leschi u. Michelozzi, denen sich später Vignolau. Palladio anschlossen, bis mitMichel Angeladie Periode der modernen R. beginnt. NächstJtalienerhielt sie unter Franzi, eine hohe Ausbildung, amspätesten tritt sie in Deutschland auf. Literatur:Burckhardt, Gesch. der R. in Italien, 2. A. Smttg.1878; Lübke, Gesch. der franz. R., Stnttg. 1868, derdeutschenN. ebd. 187273; Ortwein, Deutsche R.,Sammlung von Gegenständender Architektur, Deco-ration u. der Kunstgewerbe, Leipz. 187273; G.Hirth, Formenschatz der R.,Münch. 1877. SchaZler.

Nenaix (fläm. Ronse), Stadt in der bclg. Prov.OFlandern, Station der Belg. Staatsbahu, Mittel-schule, Fabrikation von Zwirn, Spitzen, Wollzeug,Tuch, Tabaksbau; 13,824 Ew.

Renan, Jos. Ernest, berühmter franz. Ge-lehrter u. Schriftsteller, geb. 27.Febr. 1823 zu Tre-guier(Cötes-du-Nord); widmete sich zuerstdem geist-lichen Berufe, später aber dem der semit. Sprachen.1847 für seine Schrist: Listcirs ^snsraio et s^-otsms compars äss iangnss 8smit.ignss (Band 1,List. Asnsrais 1855 erschienen, 4. A. 1863) durchden Volncy-Preis ausgezeichnet, ward er 1856Membre de l'Jnstitnt,»., nachdem er im Austrage derRegierung eine Wissenschaft!. Reise nach Syrien ge-macht, 1862 Prosessor am OolisZs äs Rrancs, aufGrund seiner Antrittsrede aber bereits 1863 derletzteren Stelle wiederum enthoben, und erhielt erst1871 die Erlanbniß zurück, Vorlesungen am CollegeM halten. 1878 fand R. auch Ausnahme in die franz.

- Renalld.

Akademie. Unter seinen zahlreichen Schriften, welcheebensowoldas Gebiet der oriental. Sprachen als auchdas der Theologien. Philosophie betreffen, heben wiraußer den angeführten hervor: ^.vsrrces st I'.lvsr-roisms, Par. 1852, auch in 2. A.; Limites ä'Iiistairsrsli^isnss, 1857 u. ö.; Vis äs äesns, Paris 1863 u.seither oft, auch deutsch; Los apötros. 1866; 8aintRani, 1869; L'^ntiobrist, 1871 (die letzteren 3Werke auch zusammen edirt unter dem Titel: List,äss cri^inss än cirrisbianisms, Par. 1863 fs.);Übersetzungen n. Erklärungen des Buches Hiob unddes Hohen Liebes u. mehrere kleinere Philosoph. Auf-sätze. Die Frucht einer wissenschaftlichen Expeditionnach Phönikien ist sein Werk: LIissisn äcRiwnicis,Par. 1864 ff. Neuerdings veröffentlichte R.: Lia-icZnss st kraAmsvts piriicscpitignss, 2. A., Par.1877, deutsch Lpz. 1878; LIsianFss ä'iristcirs st äsvozmFS. Par. 1878; Caliban,vramsplnicscxlrigns,3nits äs la Lsmpsts, ebd. 1873.

Renatus (lat., frz. Rene, d. i. der Wiedergebo-rsne), R. der Gute, Sohn Ludwigs II., Herzogsvon Anjou, Königs von Neapel, geb. 1408 in An-gers, erhielt bei seiner Geburt den Titel eines Gra-fen von Gnise u. wurde in Angers von seinem Groß-Oheim mütterlicher Seite, dem Cardinal von Bar,erzogen, welcher ihn auch öffentlich zu seinem Nach-folger als Herzog von Bar erklärte und durch dessenVermittelung er 1420 Jsabella, die Erbin des Her-zogthnms Lothringen, zur Gemahlin erhielt. 1431,nach seines Schwiegervaters Tode, wurde er vondessen Agnaten, Grasen Anton von Vandemont, be-kriegt u. bei Bnlgneville 2. Juli gefangen. KaiserSigismund lud Beide ans das Baseler Concil vor,entschied hier 1434 für R. n. belehnte ihn mit Loth-ringen. Philipp von Burgund, der für Anton war,lud nun N. vor, der nicht kam u. in contumaciamverurtheilt wurde. Doch stellte sich R. 1435 ans Phi-lipps Befehl wieder im Gefängnisse zu Dijon; gleichdaraus lud ihn eine Gesandtschaft ein, von Neapel u.Sicilien Besitz zu ergreifen, das ihm durch den TodJohannas II. zugefallen. Da ihn Philipp nicht los-ließ, ernannte R. seine Gemahlin zur Regentin vonAnjou, Provence, Neapel u. Sicilien u. sandte sienach Neapel, um dies Reich gegen Alphons vonAragon zu vertheidigen. 1437 kam R. gegen hohesLösegeld frei, landete 9. Mai 1438 in Neapel, mußtedas Land aber 1442 an Alphons preisgeben. Erkehrte in die Provence zurück, übergab Lothringen1453 seinem ältesten Sohne Johann, LitnlarherzogvonCalabrien, beförderte denF-riedenzwischenFrank-reich u. England, gab seine Tochter Margaretha anKönig Heinrich VI. von England, sorgte für denFlor des Landes durch den Anbau ausländ. Pflan-zen, belebte die altprovenxalische Poesie wieder, sam-melte die Dichtungen der Troubadours und dichteteselbst Schäferspiele u. erotische Lieder. Er war auchOel- und Miniaturmaler; Gemälde von ihm findensich noch in der Schloßkapelle zu Dijon und in derPariserBibliothekistseinTnrnierbuch mit 36 Minia-turen. Er vermachte die Provence Ludwig XI. undst. 10 . Juli 1480 in Aix; 1823 wurde ihm daselbsteinMonnmentgesetzt. SeineDichtungengab Quatre-barbes, Paris 18451846, in 4 Bdn. heraus alsOsuvrss än Lei Rene. Vergl. Lecoy de la Marche,Ls Roi Rens, Par. 1875, 2 Bde. Kl-inschmidt.

Nenand, Achilles, deutscher Rechtsgelehrter,