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Bd. 15 (1879) Radegast - Schießscharte
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Reiherschnabel — Reim.

^räsa, cinerea v., gem. R-, Fischreiher. 1 mlaug.Obenaschgrau, untenweiß. Vorderhals mitschwärz-lichen Fleckenreihen. Alte Vögel haben am Hinter-kopf verlängerte, dünne, schwarze Federn. FischreicheGewässer aller Welttheile. Bruten in Colonien (R-stände) ans Bäumen. L. xurpursa V., Purpur-R.86 cm. Oben dunkelaschsarben mit braun gemischt.Hals u. Unterseite rostsarben, elfterer schwarzfleckig.SEuropa, auch in Holland, dann am Cap und inOstindien. Nest bodenständig in Sümpfen. Bäumtselten auf. Vsrockias cArstüa Lor's., Silber-R. 96 om,Gefieder rein weiß. Rucken im Alter mit langenhaarartigen Federn. Persien bis Ungarn u. a. 9)Rohrdommeln, s. d. 3) Nacht-R., Uxcticora-csasL«rrä.,L>chnabelkurz u. dick, etwas gekrümmt.Beine kurz, Schienen zum Theil nackt. Hals dichtgefiedert, Nackenfedern verlängert. Hierher H^cti-corax Arlssus <N., geineinerNacht - R. 58 cm lang.Hals u. Unterseite weiß. Rücken u. Scheitel grünlichschwarz. Flügel aschfarben. Europa und NLfrika.

Reiherschnabel, s. vrockium. iFarwi-k.

Ncihervögcl, viconias Lx., Ordg. der Vögel.Schnabel meist länger als derKopf, am Grunde meistso dick wie dieser, ohne Wachshaut, hart. Kopf mitnackten Stellen oder eigenthümlichen Federn. Halsu. Beine durchgehends sehr lang. Watbeine. Die3 Borderzehen mit Bindehaut, die Hinterzehe ver-längert, austretend. Alle Erdtheile, fossil vom Mio-cän bis Diluvium. Hieh er dieFam. LräsickasveacR.,Reiher, vicouiickas-8^., Störche, Ilsmi^lotbickssHalbzüngler (Sichler u. Löfsler). Farwick.

Neikiavik, Stadt, so v. w. Reykjavik.

Reil, Johann Christian, geb.20.Febr. 1758zu Randen in Ostfriesland, stndirle seit 1779 inGöttingen n. Halle Medicin, wurde 1787 Prof, derMedicin in Halle, 1789 Stadtphysikns u. Directordes Klinischen Instituts, 1810 Geheimer Oberberg-rath u. Professor in Berlin u. st. 22.Nov. 1813 alsDirector der königlich preußischen Lazarethe auf demlinkeuElbuser amLazarethfieberinHalle. Vorzüglichhat die Anatomie des Gehirns und der Nerven, diePhysiologie der Lebenserscheinungen, die Fieberlehreu. die psychische Medicin Lurch ihn bedeutenden Ge-winn erhalten. Er gab heraus: Archiv für Physio-logie, Halle 1795—1814, 12 Bde. (vom 7. Bde. anmit Autenrieth) u. schr.: Vs polxcimlia sie., Halle1783, 2 Thle.; ülsmorabilia slin. msck. practic.,1790—95, 4 Fast.; Vs structura nsrvorum, ebd.1796, Fol.; Erkenntlich u. die Heilung der Fieber,Halle1799—1815, 3.A. 1820—28,5Vde.; Rhap.sodien über die Anwendung der psychischen Kurme-thode ausGeisteszerrütlnngen, ebd. 1803,2. A. 1818;Entwurf einer allgemeinen Pathologie, ebd. 1815 s.,3 Thle.; Entwurf einer allgemeinen Heilkunde, ebd.1816; mit I. C. Hofsbauer, Beiträge zur Beförder-ung einer Kurmethode aus psychischem Wege, Halle1806—12, 2 Bde.; Kleine Schriften, Halle 1817.Er begründete die erste Zeitschrift für Psychiatrie,deren erstes Hest: Magazin für psychische Heilkundevon R. u. Kayßler, 1805 erschien. Thamhayn.

Reille,Ho»ore Charles Michel Joseph,Gras, franz. Marschäll, geb. in Antikes 1. Septbr.1775; zeichnete sich 1792 als Lieutenant unter Du-mouviez aus, war dann Adjutant Massenas, wurde1795 Capitän u. Escadronchef, ging 1800 mit demElitencorps nach Italien, wurde Cominandant von

Florenz u. Unterchef des GeueralstabS der Armeein Italien, 1803 Brigadegeneral u. führte 1805 imKriege gegen Österreich Las württembergische Con-tingent; 1806 befehligte er eine Brigade des fünf-ten Corps, focht bei Saalseld und Jena, wurde fürPnltnsk Divisionszeneral, bald darauf Chef des Ge-neralstabes bei Lannes u. befehligte bei Ostrolenka.Er machte als Adjutant Napoleons die Schlacht vonFrierland und dann die Belagerung von Stralsundmit, wurde hierauf Generalcommissär in Toscanau. begab sich nach Ausbruch der Spanischen Jnsur-rection nach Catalouien, wo er Figueras u. Rosasnahm. 1809 zur Großen Armee berufen, befehligteer eine Gardedivision bei Wagram, dann eines derdrei Corps, welche gegen Walchcren bestimmt warenn. war daun Gouverneur von 'Navarra, von wo erSuchet mit zwei Divisionen nach Valencia begleitete.Er befehligte hierauf in Aragonien bis 1812, dann,die Armee von Portugal, focht bei Nitoria n. schlugsich dort durch den Feind durch, befehligte darauf inden Pyrenäen den rechten Flügel gegen Wellingtonu. bestand mit diesem zahlreiche Treffen. Nach Na-poleons Fall wurde er Jnspector der Infanterie der14. u. 15. Division u. führte 1815 das zweite Ar-meecorps bei Ouatrebras u. Belle. Alliance. 1819wurde er zum Pair ernannt, 1820 Kammerherr Lud-wigs XVIII., 17. Sept. 1847 Marschall u. 1852Senator. Er st. 1. März 1860 in Paris. Er warseit 1812 vermählt mit einer Tochter Massenas undhinterließ drei Söhne, von denen der zweite, GrafRene Charles Franyois, als Oberst u. Adjutant desKaisers Napoleon III. 1. September 1870 bei Se-dan dem Könige von Preußen Napoleons Capitu-lation überbrachte; seit 1. Mai 1875 ist R. Divisi-onsgencral. Älcmschmidt.

Reim, altdeutsch Irrlm oder r!m, romanisch rima,rims, Bindung zweier od. mehrerer Verse od. Vers-theile durch den Gleichklang einzelner in denselbenstehender Laute, Silbentheile u. Silben. Wir unter-scheiden 3 Hauptartendes R-es: 1)DieAlliteration(s. d.), den Stab-R. od. An-R., 2) die Assonanz (s.d.), den anklingenden R. oder Stimm - R., 3) denEnd-R. oder Voll-R. oder eigentlichen R., die Cou-sonanz. Der End-R. ist männlich od. stumpf, wen»2 Verse auf lange Silben ausgehen, die von demVocale an gleich sind, z. B. Macht, Pracht; weiblichoder klingend, wenn 2 Verse je auf eine lange undeine kurze Silbe ausgehen, und diese beiden Silbenvon dem Vocale der ersten an in beiden Versen gleichsind, z. B. leben, geben; gleitend, wenn er aus 3 Sil-benruht,z.B. gießende,fließendere. „Einursprüng-lich jeder Sprache innewohnendes Moment" u. „daswesentliche Merkmal volksthümlicher Dichtung", ge-langt der R. allenthalben zu systematischer Ausbild-ung,wo inderSprachedas Accentuationsgesetz durch-dringt. Auf europäischem Boden trat dies wol zu-erst, u. zwar sehr frühe in der lateinischen Kirchen-u. Volkspoesie des Mittelalters ein, deren reiche Li-teratur der R. beherrschte. In der deutschen Poesie,wie auch inder nord. u. angelsächs., waltete ursprüng-lich der Stab-R. Otsrieds Evangelienharmonie istLas erste uns ausbewahrte deutsche Sprachdenkmal,worin unsdiesystematischeBerwenLungdcsEnd-R-esbegegnet. Otsried macht aber aus die Erfindung die-ser Form nicht den geringsten Anspruch; vielmehrtritt sie bei ihm schon als üblich und crsorderlich aus.