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Reichenau —
fabrikation; 850Ew. R.gehörtebis1866 znNassan.3) Marktflecken an der Gersprenz n. dem Fuße desReichenbergs, auf welchem die schöne SchloßrnineReichenberg steht, im Kreise Lindenfels der Hess.Prov. Starkenbnrg; Viehmärkte; 1530 Ew.; Ge-burtsort des Botanikers Rees von Esenbeck. Nord-westl. von R. über dem Dorfe Eberbach die Burg-ruine Rodenstein, nach der Volkssage Ausgangspunktdes Wilden Jägers bei bevorstehendem Kriege.
Reichenau, 1) Hauptstadt einer böhm. Bezirks-hauptmannschaft; Schloß mit großer Bücher- undBildersammlung, Communalgymnasium, Piaristen-collegium, Streichgarnspinnerei, Tuchweberei, Fa-brikation von Vaumwoll- u. Leinwandwaaren, Li-queurn.Branntwein; 1869: 4802 Ew. 2) Insel imUnter- od. Zellersee, dem westl.Theile desBovensees,zum badischen Kreise u. Amtsbez. Konstanz gehörig,ca. 5 km laug n. 2 km breit, ist südöstl. mit dem Fest-lande durch einen 1 km langen Dammweg verbun-den, durch Natnrschönheiten ausgezeichnet, hat er-giebigen Obst-, Getreide- u. Weinbau u. in 3 Dör-fern (Oberzell, Mittelzell od. Münster». Niederzell)etwa 1500 Ew. Die reiche, 724 von Pirminus zuMittelzell gestiftete Benedictinerabtei R., derenMönche sich im 9.—13. Jahrh. um die Wissenschaf-ten verdient gemacht haben, kam 1538 zum HochstifteKonstanz und 1803 an Baden, der größte Theil derGüter aber an den Schweizerkänton Thurgau, indessen Gebiet sie lagen. In der schönen Klosterkirchebefindet sich das Grab Karls des Dicken, so wie ne-ben mancherlei anderen Curiositäten ein Schwammmit dem Blute Christi; jährlich starke Processionen.Vgl. Schönhnth, Chronik des ehemaligen KlostersR., Freiburg 1836; Staiger, Die Insel R., Lindau1860. 3) Schloß im Bez. Im Boden des Schwci-zerkantons Graubünden, westlich bei Chur u. anderVereinigung des Hinter- u. Vorderrheins. Hier be-stand am Ende des vor. Jahrh. die vom Bürger-meister Tscharner von Chur errichtete Erziehungs-anstalt, an welcher Zfchokke u. auch der flüchtige Her-zog von Chartres (der nachmalige König Ludwig Phi-lipp von Frankreich), unter dem Namen Chabot 1793bis 1794 als Lehrer wirkten. Das Schloß ist vondenBischöfen von Chur erbaut u. gehört jetzt der FamilievonPlanta. 4) Kirchdorf in der kgl. sächs. Kreishaupt-mannschast Bautzen; starke Leinen- u. Kattunweberei,Spinnerei, Färberei, Appreturanstalten, Maschinen-fabrikation, Leimsiederei, Farbholzmllhle, Ziegel-brennerei, Braunkohlenbergbau; 1875: 5081 Ew.5) Marktflecken im böhm. Bez. Gablonz (Österreich),Station der Süd-Norddeutschen Verbindungsbahn;SchulesürFachzeichnen, Malereiu.Chromolithogra-phie, Verfertigung von Papiermachewaaren; 1869:3115 Ew. 6) Ort im Bezirk Neunkirchen des Erz-herzogthums Österreich unter der Enns, an derSchwarza n. am Ausgange des von diesem Flüßchendurchströmten, romantischen Höllenthals (zwischender Raxalpe u. dem Schneeberg); viele schöne Villen,Kaltwasserheilanstaltrc.; sehr beliebte Sommerfrischeder Wiener. H- Berns.
Reichenbach, 1) Kreis im preuß. Regbcz. Bres-lau, durchschnitten von der Linie Frankenstein-Raud-len der Breslau-Schweidnitz-Freiburger Eisenbahn,mitden größten Dörfern des Staates (Langenbielau,Peilan u. Peterswaldau (s. die betr. Art.); 362,2km(6,„(DM.) mil(1875)67,687Ew. 2)Kreis-
Reicheilbcich.
stadt darin, an der Peilan u. am Enlengebirge undan der genannten Eisenbahn; Realschule l. Ö., hö-here Töchterschule, neues Rathhaus, Waisen- undWohlthätigkeits-Jnstitut, Armen - n. Krankenhaus,viel Industrie; Banmwollenmanufactur, Wagenbau,Brauerei, Branntweinbrennerei, Garnhandel; Frei-maurerloge:AuroraznrgoldenenKette; 7268E. ImFebr. 1633 wurde R.durch dieKaiserlichen gestürmt,geplündert».geschleift; hier 16. Ang. 1762 Sieg derPreußen unter Friedrich dem Großen über die Öster-reicher unter Daun; hier 27. Juli 1790 Congreßu. Convention zwischen Preußen, Polen, England,Holland n. Österreich, wodurch das fernere Bestehendes Türkischen Reiches gesichert wurde; Verhandlun-gen im Juni bis August 1813 zwischen England,Rußland und Preußen; auch Allianztractat zwischenden Verbündeten u. Österreich, 27. Juli 1813 zu Pragratificirt. 3) Stadt im Landkreise Görlitz des preuß.Regbez. Liegnitz, unweit der Schwarzen Schöps u.an der sächs. Grenze, Station der Sächs. Staats-eisenbahnen(Dresden-Görlitz); Schullehrerseminar,Waisenhaus, Rettungsanstalt für verwahrloste Mäd-chen, Hospital, Fabrikation von Maschinen ».Chemi-kalien, 1875: 1708 Ew. Bei dem Rückzüge der Ver-bündeten nach der Schlacht bei Bantzen hier 22. Mai1813 ein Gefecht, in demderfranz.GeneralBrnyeresfiel. Unweit von R. Markersdorf, wo an demselbenTage ein Gefecht stattfand, in dem Duroc tödtlichverwundet wurde. 4) Bach im Bez. Oberhasle desschweizer. Kanton Bern, entspringt auf der Großenod. Hasle-Scheideck, bildet 7 Wasserfälle, von denender oberste ca. 90 na hoch ist, u. mündet Meiringengegenüber links in die Aare; die R-Fälle gehören zuden schönsten Wasserfällen des Berner Oberlandes.5) (R. im Voigtlande), Fabrikstadt in der königl.sächsischen Kreishauptmannschaft Zwickau, an derSächsisch-Bayerischen Eisenbahn, welche 3 km west-lich von R. auf einem großartigen Viadnct dasGöltzschthal überschreitet; Waisenhaus, Realschule 2.Ordnung mit Progymnasium, Streich- u. Kamm-garnspinnereien, Eisengießerei und Maschinenfabrik,Weberei in wollenen u. halbwollenen Modewaaren,Flanellen, Lamas, Decken rc., bedeutende Färbereien;14,620 Einw. R. ist uralt u. kommt bereits 1140als (böhmische) Stadt vor; seit 1270 gehörte es denReußen von Plauen u. zwar als böhmisches, späterals Reichslehn, bis es 1357 Kaiser Karl IV. kaufte.Eine Comthurei des Deutschen Ritterordens bestandbis zur Einführung der Reformation. Seit 1422 istes sächsisch, mit Ausnahme der Zeit von 1547—69,wo eswiederden Reußen zngctheiltwar. 1525 wurdedie Reformation eingeführt. Zahlreiche Feuers-brünste, zuletzt 1833. Vgl. Winkler, R-s Chronik,Reichend. 1855; Olischer, Chronica von R., ebd.172 g, 1) S) 4) H. Berns. 2)ö)Schroot.
Reichenbach, 1) Georg von, berühmter Me-chaniker u. Optiker, geb. 24. August 1772 in Dur-lach, stand von 1790 an eine Zeit lang als Artillerie-offizier in bad. Diensten, errichtete dann, durch eineReise nach England vorbereitet, 1805 mit Utzschnei-der und Fraunhofer in Benedictbeuern eine mecha-nisch-optische Anstalt, aus welcher die trefflichstenmathematischen Instrumente hervorgingen, so die12zölligen Repetitionskreise, diedreifllßigenMeridian-kreise, die Theodoliten, Äquitoriale, der Heliometer.Er wurde 1807 bayer. Salinenrath, baute für die