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sophischer Section, Gewerbeschule, Realgymnasium,mehrere öffentliche Bibliotheken (königl. u. fürstlichtaxissche),Sternwarte,Sammlungvonphysikalischenund mathematischen Instrumenten, Wasserleitung,Botanische Gesellschaft (vom Professor Hoppe, Grafde Bray u. Duval 1790 gestiftet), Historischer Ver-ein für die Oberpfalz u.R. (s. u.Alterthnmsvereine),mineralogisch - zoolog. Verein, Theater; Spazier-gänge inden auf den geschleiften Festungswerken ent-standenen Anlagen mit Denkmal Keplers, der inR. starb, u. auf den Donaninseln obere und untereWörth. Die Industrie R-s erzeugt namentlichBranntwein, Maschinen, Leder, Stahl- und Mes«singwaaren, Papier, Bleistifte, Weingeist, Zucker,Meth rc.; Schifffahrt u. Handel mit Getreide, Holz,Salz rc. sind recht bedeutend; Freimaurerloge: Zuden drei Schlüsseln. Jenseits der Brücke, an derMündung des Regen, liegt Stadtamhof (s. d.); aufhohem Thalrande der Donau 2 Stunden unter-halb R. die Walhalla (s. d.); mit Garnison 31,504Einwohner (darunter 5775 Protestanten). DieRömer legten (14 v. Chr.) im nördlichsten Winkelder Donau ein Castell unter dem Namen Oaotrs.reAiua od. ksKinum an, mit starker Besatzung, dasrasch auch zu einer bedeutenden Handelsstadt n. rö-mischer Cultnrstätte wurde; von hier nahm der lämsstransäunubianna seinen Anfang, der sich bis zumRhein erstreckte. Im Jahre 185 ließ nach einer 1877gefundenen Inschrift der Kaiser Marc Aurel die Um-wallung der Stadt mit Thürmen Herstellen. AlsRadaspona kam R. nach dem Untergange des Rö-mischen Reiches zunächst an die Gothen, dann an dieBayern. 558 wurde R. die Residenz der Herzöge vonBayern. Nach dem Sturze des Herzogs Thassilo,788, durch Karl d. Gr., kam R. an die Karolinger(Arnulf residirte meist hier), doch zu Anfang des 10.Jahrh. wieder an die Herzöge von Bayern. Nachder Ächtung Heinrichs des Löwen, 1180, wurde R.wieder kaiserliche Stadt, doch behielten 1205 dieHer-zöge von Bayern das Recht, den Burggrafen zu er-nennen. 1245 wurde R. freie Reichsstadt. ZwischenBischof, Kaiser, Herzog und Bürgern war oft wegender verschiedenen Rechte Streit. Als sich 1486 dieStadt Schulden halber dem Herzog unterwarf, wur-den beide in die Acht erklärt, u.dcr entstandene Streitendigte 1492 damit, daß die Stadt ihre Freiheit wie-der bekam und ein kaiserlicher Reichshauptmann ein-gesetzt wurde, den 1514 eine Revolution beseitigte,worauf eine Verfassung eingeführt u. die Verwaltungeinem Rath und dem Ausschuß der Vierziger über-tragen wurde. Am 6. Juli 1524 wurde Las N-erBnndniß zwischen katholischen Prälaten u. Fürstenzur Ausrottung der protestantischen Ketzer durch Cam-pegius (Campeggi) abgeschlossen. 1541 wurde dortein Colloquium zwischen Protestanten (Melanchthon,Bncer,Pistorins)u. Katholiken (Joh.u. Jul.Pflugk)über Gegenstände der Dogmatik gehalten, dessenFolgen das R-er Interim (s. Interim) war; 1542nahm R. die Augsburger Coufession an. 1630 Fllr-stentag, auf welchem Wallenstein entlassen wurde.1632 nahm der Kurfürst Maximilian von Bayern,1633BernhardvonWeimardurchÜberfallfürSchwe-den, 28. Juli 1634 wieder die Kaiserlichen R. ein.1663 kam der Reichstag nach R. u. blieb bis 1806in dessen Mauern, nur 1713—14 war er wegen derPest nach Augsburg u. 1742—44, während derKur-
- Regenwurm.
fllrst von Bayern als Karl VII. Kaiser war, nachFrankfurt verlegt. Am 26. Aug. 1684 hier Waffen-stillstand zwischen Frankreich und den VerbündetenSpaniens. 1703 nahm der Kurfürst von BayernR. ein, mußte es aber nach der Schlacht bei Höch-städt 1704 wieder räumen. Die letzte Sitzung derRcichsdepntation 10. Mai 1803 wurde durch kaiser-lichen Beschluß aufgelöst. 1806 wurde mit dem Endedes Deutschen Reiches auch die Reichssreiheit N-saufgehoben, und die Stadt kam nun an den Fürst-Primas K. v. Dalberg, welcher hier seine Residenznahm, 1810 aber an Bayern. Bei den Schlachtenin der Nähe von R. im April 1809 wurde die Stadtam 19. von den Österreichern besetzt, aber schon am23. von den Franzosen unter Lannes erstürmt, wo-bei 150 Häuser in Flammen aufgingen. Merkwür-dig ist R., weil dort vor der Säkularisation von 1803außer dem Stadtrath der freien Reichsstadt, vierReichsstände ihren Sitz hatten, nämlich der Bischofvon R., der Benedictinerabt zu St. Emmeran unddie beiden Äbtissinnen von Ober- n. Niedermünster,letztere Stifter wurden 1803 sämmtlich säcularisirt.Seit 1877 wurden bei R. wichtige röm. u. german.Alterthümer ausgegraben. Vgl. Gemeiner, Reichs-stadt R-ische Chronik, Regensb. 1800—24, 4Bde.;H. Graf vonWalderdorfs, R.in seiner Vergangenheitu. Gegenwart, 3. A., ebd. 1877; Meiningers Führerdurch R., 4. A., ebend. 1877. Schroot. Dronke.
Negenstauf, Marktflecken im Bez.-Amt Stadt-amhof des bayer. Regbez. Oberpfalz und Regens-burg, am Regen, Station der Bayer. Staatsbah-nen; Institut der Armen Schnlfchwestern, Dampf-sägemühle; 1875: 2032 Ew. Dabei die BurgruineStaufs-Ehrensels.
Regent (v. Lat.), überhaupt derjenige, welchereinen Staat zu regieren befugt ist u. wirklich regiert;im engeren Sinne dann derjenige, welcher in einemmonarchischen Staate bei Verhinderung des eigent-lich zur Regierung berechtigten Fürsten die Regier-ungsgewalt auf so lange ausübt, die Regentschaftführt, bis diese Verhinderung des rechtmäßigenStaatsoberhauptes behoben ist. Solche Verhinder-ungsfälle sind Minderjährigkeit, Gefangenschaft od.sonstige längere Abwesenheit, Geisteskrankheit. Werin solchen Fällen zur Regentschaft berufen wird,ist zumeist durch die Verfassung geregelt.
Regenwalde, 1) Kreis im preuß. Regbez. Stet-tin, durchschnitten von der Berlin-Stcttiner Eisen-bahn; 1189,« Hjkrn (21,g IHM) Mit (1875) 47,369Ew. Kreisstadt ist Labes. 2) Stadt darin, an derRega; landwirthschastliche Versuchsstation, meteoro-logische Station, Fabrikation von landwirthschaftl.Maschinen und Ackergeräthen, Dampfwollspinnerei,Tabakfabrik, Stärkefabrik; 1875: 3393 Ew.
Regenwurm, Iminbrieus L., Gatt, der Bor-stenwürmer. Körper geringelt, drehrund, an beidenEnden zugespitzt. Haut derb, muskulös. Mund un-bewaffnet. Augen fehlen. Ein Fleischwulst, sogen.Gürtel, liegt im vorderen Körpervirtel, nahe demEnde desselben. Hackenborsten in vier Längsreihen,wenig vortretend. Eier klein, zu 2—6 in einer Kapsel.Ihre Nahrung besteht in faulenden Pflanzenstoffen,welche sie mit der anhaftenden Erde ausnehmen. Le-ben bei Tage verborgen in Erdlöchern, verlassen diesenur des Nachts u. bilden dabei die kleinen bekann-ten Erdhäufchen. Im Winter bohren sie sich tiefer