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Regengalle —
auf der anderen Ofenseile liegenden zweiten Kunstin 2 dort befindliche kältere Kammern so) und gebenan deren Sleine ihre überflüssige Wärme so weit ab,daß die ihnen noch bleibende Wärme eben genügt,im Schornstein den nöthigen Zug hervorzubringen.Sind nun die Steine dieser beiden letzten Kammernhinreichend heiß geworden, so werden an den Zu-leitungsröhren mittels der Heber (x u. g) die Klappenn u. in um etwa 96" gedreht und es tritt dann dieVerbrennungslust n. die Generatorgase durch je eineder frisch geheizten Kammern, während umgekehrtdie verbrannten Gase die von jenen nun nicht mehrdnrchstrichenen ersten beidenKammernheizend durch-ziehe». In Figur II. bezeichnet noch a, die Arbeits-thür, b die Abflußrinne sammt Stichloch für den fer-tigen Stahl. L ist ein auf Schienen sich bewegenderWagen, mit welchem die Formen (Coquillen) für denfertigen Stahl auf Schienen unter (k) gefahren wer-den. Außer zum Schmelzen, Glühen und Schweißendes Stahls u. Stabeisens werden R-en bes. in derPorzellan- und Glasindustrie vielfach angewandt.
Regengallc, s. Regenbogen. sJungck.
Regenmesser (Hycto-, Ombro-, Pluviometer),Vorrichtung zur Messung der Menge des herabfallen-den Regens. Die gewöhnlichen bestehen aus einemprismatischen od. cylindrischen Gefäße, dessen Ober-fläche man dem Regen frei aussctzt. Um Las Ver-dunsten zu verhüten, gibt man den Grundflächen dieGestalt von Trichtern, welche das gesammelte Wasserin ein sonst verschlossenes Gefäß führen. Der WienerMetcorologencöngreß von 1873 empfahl als diezweck-mäßigste Art R. solche mit rundem Ausfanggesäß.Ein unter demselben angebrachter Trichter leitet dasaufgesangene Regenwasser durch eine Röhre in dasSammelgefäß, wo es nicht verdunsten kann. Vonda aus kann es durch einenHahn in den Meßcylinderabgelassen u. gemessen werden. Man drückt die Re-genmenge dadurch aus, daß man bestimmt, wie hochdas Regenwasser eine horizontaleOberfläche bedeckenwürde, auf welche der Regen fiel. Specht*
Regenpfeifer, Okaraärüäao Leae/r., Vogel-fam. ans der Ordg. der Watvögel; Schnabel mittel-lang; Stirn hinter der Schnabelfirste kuppig anfge-trieben; Hals von der Dicke des Kopfes; Beine meistkräftig; Hiuterzehe fehlt oder ist kurz; Krallen seichtgefurcht, Miltelkralle hohl; offene Flächen, Seestrand,Haiden; ihr Lauf ist schußweise schnell mit wage-rechterKörperhaltung; bodenfarbig, wennnicht, daunsehr scheu; Nestflüchter; in zahlreichen Arten über dieganze Erde verbreitet; wandern gemeinschaftlich inZügen. Gatt. Okarnärius L., eigentlicher R.; Kopssehr hochstirnig;Schnabel kurz; Augen groß; Schwanzquer gebändert, mittellang; Hinterzehe fehlt; Flügelspitz; 4 birnförmige, gclbbräunliche Eier mit starkenFlecken. OK. pluviaka L., Goldregenpseifer;SO em lang; dunkelgrau mit gelbgrllnen od. goldiggelben, kleinen, zahlreichen Flecken; Tute der Jäger;Charaktervogel der nordischen Tundren; brütet schonauf den norddeutschen Haiden. OK. morinollna L.,Morinellregenpfeife r, drosselgroß,bewohnt dieGebirgsköpfe, u. a. das Riesengebirge. OK. minorAkez/er, lerchengroß, auf Sandbänken der Flüsse;oben lehmgrau, unten weiß mit schwarz gezeichneterBrust u. a. m. Hierher ferner VansUns, Kiebitz,Ooäicnsirmg, Triel, llasmatopus, Ansternfischer,s. d. Farwick.
- Regcnsburg.
lksgsns (lat.), 1) herrschend, der Herrschende; 2) sov. w. katsr reZons, Aufseher, Leiter in katholischenStiftern, Seminaren rc.
Regensbnrg, ehemaliges fllrstbischöflichesHoch-stist in Deutschland, zu welchem gegen 11,060 Do-minialnnterthanen in mehreren Neichsherrschaften(Donaustauff, Wörth, Hohenburg) und Ortschaftenin Bayern n. der Oberpfalz gehörten. Der Bischofwar Reichsstand. Einkünfte: ca. 20,000 Thlr. Wap-pen: ein schräger silberner Rechtsbalken im rothenFelde. Das Bislhum wurde 739 gestiftet u. der ersteBischof war Garibald (Gaubald), welcher seinen Sitzim Kloster St. Emmeran nahm u. 752 starb. DieInsel aber erhielt erst der hl. Wolfgang 974, derauch Erzieher des nachmaligen Königs Heinrich desHeiligen ward u. 31. Oct. 994 starb. Seitdem warauch die Abtswürde von St. Emmeran von der Bi-schofswürde getrennt. 1803 wurde das Mainzer Erz-bisthum auf R. übertragen, Karl Theodor wn Dal-berg wurde 1804 Kurerzkanzler, Erzbischof von R.,R. sein Fllrstenthum, zu welchem nicht allein die freieReichsstadt N., sondern auch noch andere Ländereiengeschlagen wurden; unter ihm hatte R.(mit Äschafseu-burg) 28 H>M. n. 108,000 Ew. 1810 kam R. anBayern. Dem Erzbischof Dalberg (gest. 1817) folgtebis 1821 Niemand. Dann wurde das Bisthnm R.unter dem Erzbisthum München-Freistng neu ge-schaffen u. seitdem standen ihmvorJohannNepomukvon Wolfs bis 1829, Johann Michael von Sailerbis1832, Georg Michael Wittmann bis 1833, FranzTaver von Schwäbl bis 1841, Valentin von Riedelbis 1857. seit 1858 ist Bischof Ignaz von Sene-strei. Vgl. Geschichte der Fürstbischöfe von R., Re-gensb. 1795; Ried, Ooäsr ciipkomakious Uatioko-nonsis , 2 Bde., ebd. 1816. Klein,chmldl.
Negensburg, Hauptstadt des vormaligen bayer.Regenkreises, jetzt des Regbez. Oberpfalz u. Regens-burg, ehemals freie Reichsstadt u. Sitz des Reichs-tags mit Sitz n. Stimme auf der Schwäbischen Bankund beim Bayerischen Kreise; am rechten Ufer derDonau, über welche eine Steinbrücke mit 15 Bogenführt (erbaut 1135—46), wichtiger Knotenpunkt derBayer. Staatsbahnen; der Sitz der Regierung, einesBisthums n. Domcapitels, einer Handelskammer u.eines Hauptzoll-, Oberpost- und -Bahnamtes, Gar-nison. Unter den Kirchen sind erwähnenswerth der(katholische) Dom, 1275—1486 erbaut, 1838restau°rirt, mit 2 erst 1869 vollendeten Thürmen, den Grab-mälern mehrerer Bischöfe u. des Fürst-Primas vonDalberg; St. Emmeran, mit dem Grabe des KaisersLudwig des Kindes, des Herzogs Arnulf von Bayern,des Aventinus, der Grnftkapelle des Fürsten vonThurn u. Taxis, u. einem der schönsten KreuzgängeDeutschlands, die lutherische Dreieinigkeitskirche, dierein gothische Dominicanerkirche von 1274, dieStiftskirche Obermünster von 1010 rc., Armenhaus,zahlreicheKlöster,Lazareth,daSRathhaus,in welchemder Reichstag 1663—1806 seine Sitzungen hielt (derReichssaal noch im alten Zustande), mehrere Paläste(darunter die neue königl. Billa im Gothischen Stile,des Fürsten von Thurn und Taxis, die 652 vonTheodo von Bayern gestiftete Abtei St. Emmeran,mit Gemäldesammlung), das Thon-DithmerscheHaus, das Goldene Kreuz (ehem. Kaiserherberge),der Herzogs- und Bischofshof rc., HumanistischesGymnasium Lyceum mit theologischer und philo-