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Rcformbill — Rcformirte Kirche.
tag zusammen, an mehren Orten auch als hohesKirchenfest 31. Oct.
Neformbill, in England überhaupt eine Bill,welche irgend eine Reform beabsichtigt; bes. aber dieeine Reformirung des Parlaments betreffenden von1830 n. 1867, s. u. Großbritannien (Gesch.).
Reformer, der Verbesserungen in Beziehungaus Staat u. Kirche nur auf streng gesetzlichem Wege(Reform) Anstrebende.
Ncformirte,Mitglieder der Reformirten Kirche.
Rcformirte Kirche, ein der Lutherischen Kirchegegenüberstehender Zweig der Reformation des 16.Jahrh. I. DieR. K. als Gesammtkirche. InderSchweiz erhob sich 1519 Huldreich Zwingli inZürich, welcher schon 1516 wider die Mißbräucheder Katholischen Kirche geeifert hatte, über die Ab-laßpredigteu des Franciscauers Beruh. Samson inder Schweiz entrüstet, gegen den Ablaß. Hierdurchund durch den Beifall des Bischofs von Konstanzermuthigt ging Zwingli bald zu anderen Reformenüber. Zwar traten ihm der Bischof, der päpstlicheNuntius und die Eidgenossen feindlich entgegen, in-dessen geschützt von dem Rath in Zürich u. unterstütztvon mehreren gleichgesinnten Freunden, bes. Joh.Ücolampadins, Konrad Bellicanus, Berthold Haller,Ambrosius Blaarer, Burganer u.A., schritt er vor-wärts. Er stellte mehrere Mißbräuche ab n. übergab1S23 dem Rath von Zürich 67 deutsche Lehrsätzegegen das Papstthum, in welchen Christus als dereinzige Weg zur Seligkeit u. die Schrift als die ein-zige Quelle der Heilswahrheiten bezeichnet wurde.Der Rath von Zürich machte dieselben öffentlich be-kannt u. lud auf den 29. Jan. 1523 zu einer allge-meinen Disputation ein, bei welcher Zwingli seineSache siegreich gegen den bischöflichen Generalvicarvertheidigte. Nun wurde Lilles, was nur im Ent-serntesten Len Anstrich des Papismus hatte, aus denGotteshäusern entsernt, namentlich Taufsteine, Al-täre, Bilder, Musik, Orgelspiel rc. Die Drohungender Eidgenossen auf dem Bundestage 1524, Zürichvon dem Bnndcsrathe auszuschließen, hatten nureine um so standhaftere Verthcidigung der Reforma-tion znr Folge. Während dies vorging, schloß sichnicht nnr Mülhausen den Züricher Neuerungen an,sondern es brach auch die Resormation in Basel, woerst Capito, dann Ocolampadius und Farel für siewirkten, in Schaffhausen 1523 durch Hofmeister undBern seit 1525 aus. Das Religionsgespräch 1526,in welchem Öcolampadius und Murner mit einerzahlreichen Versammlung papistischerTheologen, Eckan der Spitze, dispntirten, führte zu keinem weiterenResultat, als daß Zwingli, welcher nicht erschienenwar, verdammt wurde. Derselbe setzte inzwischen dieReformationen in seinem Kreise ungehindert fort, u.der Kanton Bern veranstaltete 1528, gegen die War-nungen der übrigen Kantone u. selbst des Kaisers,zur Ausgleichung der Religionsstreitigkciten ein neuesReligionsgespräch, welchem mehrere deutsche Refor-matoren beiwohnten. Jetzt nahm auch Bern an derresormatorischen Bewegung einen lebhajteren An-theil. Als daher die papistisch gesinnten KantoneSchwyz, Uri, Unterwalden, Zug, Freiburg u. Luzernernstlichst die Reformation zu unterdrücken suchten,schlosseusichdie übrigen Kantone umso entschiedener andie Reformation an. Bald aber entstanden bedenklicheDifferenzen zwischen den schweizerischen u. deutschen
Reformatoren, namentlich in Betreff der Lehre vomAbendmahl, indem Luther die Einsetzungsworte des-selben wörtlich verstand (das ist mein Leib rc.), wäh-rend die Schweizer sie sinnbildlich (das bedeutet rc.)anslegten. Obgleich die dringendsten politischen In-teressen Eintracht geboten, so erhitzte man sich dochin den veranstalteten Religionsgesprächen so sehr,daß hauptsächlich durch Luthers entschiedene Verthei-digung seiner Abendmahlstheorie eine völlige Tren-nung der beiden Kirchen eintrat und nun jede ihreneigenen Weg ging. Dessenunangeachtet breitete sichdie Reformation auch in der Schweiz immer weiteraus, wogegen die katholischen Kantone ein Bündnißschlossen n. bald darauf förmlich die Offensive gegendie evangelischen ergriffen. Die Züricher, von denübrigen Kantonen verlassen, verloren 11. Oct. 1531bei Kappel eine Schlacht, in welcher Zwingli selbstfiel. Nach dem darauf folgenden Frieden durften dieresormirten Kantone zwar bei ihrem Glauben blei-ben, doch wurde an vielen Orten der katholische Cul-tus wieder hergestellt.
Einen neuen Aufschwung erhielt die Reformationin Genf. Hier trat schon 1536 Johann Calvinans. Zwar wurde er bald nachher, weil er sich denBeschlüssen der Berner Kirche auf der Synode inLausanne nicht unterwerfen wollte, exilirt, jedoch1541 wieder zurückgernfen. Er errichtete nun einConsistorium von Geistlichen, welches strenge Sitten-zucht übte u. wodurch er seine Gegner niederdrückte.Im Kampfe des strengen Calvinismus mit demunbestimmteren Zwinglianismus, welcher sich nunin der Schweiz erhob, siegte ersterer vollständig, na-mentlich durch Aufstellung zweier Bekenntnißschriften,des Lonssnsus tiAnrinns, welcher die Abendmahls-lehre, und 1554 des 6on8sn8U8 paatornm, welcherdie Prädestinationslehre Calvins zur kirchlichen Gel-tung brachte. Von Genf aus ging die Lehre u. derGeist Calvins, gegen welchen nun Zwinglis Wirkenin denHintergrundtrat, in diereformirtenGemeindennicht nnr der Schweiz, sondern auch Italiens,Schottlands,derNiederlaube u.Frankreichsüber, während sein Einfluß auf Deutschland, trotzseiner Verbindung mit Melanchthon, nur gering war.Durch seine Institutionen (1555) u. seine sonstigenSchriften hat er den reformirten Lehrbegriff dauerndfixirt. Ebenso erhielt die R. K. von Calvin auchihre cigenthümlichen Verfassnngs- u. Cnltusformen.In ersterer Beziehung rief er überall, wohin seinEinfluß reichte (während Zwingli die Kirchengewaltin die Hand der weltlichen Obrigkeit gelegt u. die Kir-chenzncht nnr als obrigkeitliche Polizei aufgefaßthatte), Presbyterien u. L>ynoden ins Leben, durchwelchedieKirche —aristokratisch u. vom Staate unab-hängig —sich selbst regierte. Den Cultus betreffend,verfuhr Calvin ganz radical, indem er Altäre, Ge-mälde, Orgeln, Lichter bei der Commuuion, priester-liche Kleidung, Hostien, Liturgie, Privatbeichte rc.aus den Kirchen ganz verbannte u. den Gottesdienstso einrichtete, daß die Predigt im Mittelpunkte stand,um den sich Gebet, Psalmengesang u. biblische Lec«tion gruppirte. Dem Geiste Calvins entsprechendhat die R. K. jederzeit die Union mit der LutherischenKirche angestrebt, wogegen sie sich des Rationalis-mus weit länger erwehrt hat als diese. Auch inpraktisch-kirchlicher Bethätigung (Armen- u. Kran-kenpflege, Kirchenzucht rc.) war die R. K. durch die