Druckschrift 
Bd. 15 (1879) Radegast - Schießscharte
Entstehung
Seite
66
Einzelbild herunterladen
 

66

Rechbauer Rechemii>irumcilte.

gelegte Rechnung. Activ-u. Passiv-R. s. Nech-nun'gsproceß. R-bnch, Buch, worein Vierteljahr,lich die bei einer Zeche vorkomnienden Rechnungenüber Kosten, Vorräthe, Recesse n. Schulden einge-schrieben werden. R-schulden, die Schulden beieiner Zeche, über welche Rechnung gehalten wordenist. R-gelder, die verglichenen Gelder n. Leistun-gen, vorzugsweise beim Bergbau der Grubenzins,über welchen Landesherr und Grubencigenthüinerübereingckontiucn sind. R°h errs chaftcn, mediati-sirte Herrschaften, deren Verhältnis zum Staat durchbesondere Verträge sestgestcllt ist.

Ncchbauer,Karl, österr. Politiker, geb. inGraz6. Jan. 1815, stndirte hier Jura, trat in den Staats-dienst, wurde 1859 Hof- u. GerichtSadvocat in Grazund vertrat 1848 die Universität, 1861 die StadtGraz im steirischen Landtage. Seit 1861 ist er derVertreter von Graz im österreichischen Abgcordneten-hause n. seit 10. Nov. 1873 dessen Präsident. Frü-her der Führer der deutschen Autonomistenparteineben Kaiserscld (s. d.), ist er seit 1867 eine Haupt-person im FortschrittSclnb. Kleinschmidt.

Ncchbergu. Rothenlöwe»,schwäbisches,wahr-scheinlich den Hohenstaufen verwandtes Dynasten-geschlecht, erscheint bereits im 11. u. 12. Jahrh. inUrkunden. Als Stammvater wird Ulrich ange-nommen, 1163 Marschall des Herzogthums Schwa-ben; Hildebrand, dessen Sohn, folgte ihm 1194im Amte und dessen Brüder Ulrich u. Siegfriedwaren Bischöfe von Speyer u. Augsburg. Hilde-brands Söhne waren schon 1227 im Besitz von Ho-henstaufen. Im 13., 14. u. 15. Jahrh. hatten siegroße Besitzungen, einen bedeutenden Lehnhof inSchwaben und führten nebst den Truchsessen vonWaldbnrg das Hohenstanfische Wappen im Banner;29. Sept. 1609 wurden sie zu Neichsgrafen erhobenn. wegen Jlleraichheim u. Hohenrechberg 1613 indas Schwäbische Reichsgrafencollegium ausgenom-men. Seit dem 13. Jahrh. theilten sich die R. inzwei Linien, von welchen die Linie N. unter denBergen 1413 erlosch; von den vier Ästen der älterenLinie R. auf den Bergen besteht jetzt nur noch dieWeißensteinsche Linie; sie gehört zu den deut-schen Grasenfamilien, deren Chefs als Standesherrenseit 13. Febr. 1829 das Prädicat Erlaucht führen.Besitzthum: die Grafschaft Hohenrechberg im König-reich Württemberg, 2H UM., Rest eines im 15.Jahrh. gegründeten Fideicommisses, welches 1806mediatisirt ward u. die 1842 von den Fürsten Fuggererkaufte Herrschaft Mickhansen im Königreich Bayern,1- UM- Der Chef des Hauses ist vermöge dieser Be-sitzungen erblichesMitgliedderKammerderStandes-herren in Württemberg und erblicher Reichsrath inBayern. Residenz Donzdorf. Merkwürdig sind:1)GrafAloys, geb. 18.Sept. 1766; war 1799 kur-bayer. Gesandter beim Nastatter Friedenscongreß u.1802 bei der Reichsdeputation, Unterzeichnete 1806als bayer. Comitialgesandter in Regensburg dieLossagung Bayerns vom Neichsverbande, war1815bevollmächtigter Minister am Wiener Hose u. Con-gresse, leitete lnMünchcndie Territorialausgleichungmir Österreich, war 1819 beim Karlsbader Congreßals Abgeordneter Bayerns, wirkte an der MainzerUntersnchungscommission gegen Demagogen eifrigmit u. wurde nach Ludwigs Thronbesteigung 1825in den Ruhestand versetzt; er trat 28. Sept. 1842

feine sämmtlichen Güter seinem Sohne Albert (s.N. 4) ab u. st. 10. März 1849 in Donzdorf. 2) GrafJoseph, Bruder des Bor., General der Infanterie,geb. 3. Mai 1769, machte als Commandant einesbayerischen Corps die Feldzüge 181315 gegenFrankreich mit, war nun bis 1826 bayerischer Ge-sandter in Berlin u. st. 27. März 1833. 3) Karl,Bruder des Bor., geb.2. Febr. 1775; war GeheimerRath, seit 1825 bayerischer Oberkammerherr undOberhofmeister u. st. 6. Jan. 1847; erschr.: VozmZspibtorsogno en Rusoio, 4 Bde., Fol., Par. 1832;I>S8 pouploo äs 1a L,n88ie, Par. I8l113, 2 Bde.Jetziger Chef: 4) Graf Albert, Sohn von R 1),geb. 7. Dec. 1803, folgte seinem Vater, durch dessenCession, 28. Sept. 1842 in den Familienglltern,ist erbliches Mitglied und Präsident der Kammer derStandesherren in Württemberg u. erblicher NcichS-rath in Bayern; der Erbgraf Otto ist geb. 1833.5) Graf Johann Bernhard, Bruder des Bor.,wirklicher Geheimrath, geb. 17. Juli 1806, zeichnetesich wiederholt bei diplomatischen Missionen ans,ging Juli 1848 als österreichischer Bevollmächtigterander Centralgewalt nach Frankfurt, begleitete 1850die bayer. Executionstruppen als Bnndescivilcom-missär nach Kurhessen, ging im Juni 1851 als öster-reichischer Jnternuntius nach Constantinopel, ebnetehier inderungarischen Flüchtlingsfrage die von Wienaus verfahrenen Wege, wurde 1853 abberufcn undzur Verwaltung der Civilangelegcnhcitcn im Lom-bardisch-Venctianischen Königreich dem Feldmar-schall Radetzky 15. Juli d. I. beigegeben. l2.Oct.1855 wurde er zum bevollmächtigten Minister Öster-reichs beim Deutschen Bunde und Bundespräsidial-gesandten ernannt, 17. Mai 1859 zum Minister-präsidentenn. zugleich Minister des kaiserlichenHan-ses und des Äußern. Schüler Metternichs, versuchteer 1863 den alten Einfluß aus Deutschland durchseine Bundesreform herzustcllen, dann agirte eraber gemeinsam mit Bismarck gegen Dänemarck,trat jedoch noch vor Abschluß des Wiener Friedens27.Öct. I864zurück. Seit 18. April 1861 ist er erb-liches Mitglied des österr. Herrenhauses. Kleinschmidt.

Rechcuinstruinente.mechanischeVorrichtungen,vermittels deren sich Rechnungen aussühren lassen.Dahin gehören das Rechenbrett (Rechenknecht),der ibbaerw der Alten; dann das bei den Chinesen,Türken und in Elementarschulen noch jetzt gebräuch-liche Rechenbrett, mit auf parallel ausgespanntenDrahtsaiten verschiebbaren Kügelchen; die Repper-schen Stäbchen (s. Bacillen 1); ferner gehörthierher der von Michael Scheffelt erfundene undin einer zu Ulm 1699 erschienenen Schrift gleichenTitels beschriebene i?s8 msellaniona arbiüolalla,acht Maßstäbe, für die Längen unmittelbar, für ihreQuadrate, Würfel, Kreisflächen, für die trigono-metrischen Functionen der Winkel u. für die Loga-rithmen. Man braucht außerdem bloß noch einengewöhnlichen Handcirkel. Sehr gebräuchlich, na-mentlich in Frankreich und England, sind die sogen.Rechenschieber. Haupttheile derselben sind zweian einander verschiebbare logarithmisch getheilteMaßstäbe, d. h. bei denselben entsprechen die Längennicht den beigeschriebenen Zahlen, sondern derenLogarithmen, so daß eine Addition zweier Längennicht die «summe, sondern das Product der betreffen-den Zahlen liefert und in entsprechender Weise die