Rcallcxikon -
der N., Deffau 1869; Eck in Holtzendorfss Rechtstlexikon, 2. A. 1876. B-tzold.-
Ncnllexikon, Sachwörterbuch, s. u. Wörterbuchu. Encyklopädie.
Ncalmout, Stadt im Arr. Albi des stau. Dep.Tarn, am Blimat; protestantische Kirche, Silber- u.Steinkohlengruben, Steinbrüche, Wollspinnerei, Fa>brikation von Tuch, Tricots, Decken re., Färberei,Loh«u.Weißgerberei; 1877: 2337EW. (Gern. 2845).
Realrccht, Dingliches Recht.
NealscheExtraetpreffe.Apparatzum rascherenn. vollständigeren Extrahiren von Pflanzensubstan-zen. Sie beruht darauf, daß der Bodendruck einerFlüssigkeit in demselben Bcrhältniß wie ihre Höhewächst. Sie besteht aus einem Gesäß, welches überdem Boden noch einen zweiten festen, siebartig durch-löcherten Boden hat u. in dessen luftdicht schließendenDeckel eine sehr lange, oben mit einem Trichter endi-gende Glasröhre eingesetzt ist. Man bringt die zuextrahirende Substanz ans den festen Siebboden, legtein Sieb darauf, verschließt das Gesäß u. füllt es bisan das obere Ende der Röhre mit der Flüssigkeit, mitwelcher man die Substanz extrahiren will; durch denFlüssigkeitsdrnck wird die Flüssigkeit in die Porender Substanz gepreßt u. dadurch cinsehr rasches Aus-langen der letzteren möglich. Das Extract sammeltsich, als specifisch schwerer, zwischen dem unteren Bo-den u. dem Siebboden n. kann von Zeit zuZeit durcheinen Hahn abgelassen werden. Wimmen-mer Ll.
Realschule, höhere Bildungsanstalt, welche ingleichem Maße wie das Gymnasium, nur auf ande-rem Wege als dieses, ihren Schülern eine allgemeineBildung (keine Fachbildung) zu geben bestimmt ist.Die Erkenntniß, daß die einseitige Behandlung deralten Sprachen, wie sie in früheren Zeiten auf denGymnasien althergebrachte Regel war, die Schülerdem Leben entfremde, veranlaßte schon im 17., mehrnoch im 18. Jahrh. manche Rectoren, nach dem Bei-spiel des Amos Commenins (geb. 1592, gest. 1671)den sogen. Realien (Mathematik, Naturkunde, Ge-schichte, Geographie) eine größere vd.gcriugereStnn-denzahl aus demLehrplanihrerSchulen»ebenden al-ten Sprachen einzuräumeu. Auf dem Magdalencn-Gymuasium zu Breslau wurde z. B. nach einer Re-organisation i. 1.1766 in Prima u. A. auch bürger-liche u. Kriegsbaukunst, Ökonomie, Glasschleifen rc.gelehrt. Andrerseits machte sichdas Bedürfniß fühlbar,für diejenigen jungen Leute, welchezwar keine gelehrte,wol aber eine allgemeine Bildung für ihre späterenFachstudien und ihren künftigen Lebensberuf nöthighaben, höhere Schulenzu schassen, welche ihren Schü-lern Kenntnisse u. Fertigkeiten, die sich unmittelbarim Leben verwerthen lassen, z. B. neuere Sprachen,Zeichnen, beibringen. Von diesem Gedanken aus-gehend, gründete im I, 1706 der Diacouus M.Christoph Seniler in Halle eine mathematische undmechanische Realschule, u. obgleich diese nach dritt-halb Jahren wieder einging, eröfsnete er im Jahre1738 abermals eine von Königl. preuß. Negierungdes Herzogthums Magdeburg u. von der K. Socie-tät der Wissenschaften approbirte mathematische, me-chanische und ökonomische R., während gleichzeitigA. H. Francke in den von ihm gestifteten Schulenden Unterricht in der Geschichte, Geographie, Physik,Botanik, Anatomie, Mathematik, Astronomie, imZeichnen, im Gesang, im Deutschen u. Französischen
- Realschule. ft9
in Aufnahme brachte. Zwar ging mit Semlers Tods1740 seine Schule wieder ein, aber das einmal er-kannte Bedürfniß führte zu ähnlichen Versuchen ananderen Orten, und im Jahre 1747 gründete Joh.Jul. Hecker, Prediger an der Dreisaltigkeitskirche inBerlin, ein Schüler Franckes, eine ökonomisch-ma-thematische R., welcher der König Friedrich ll. denNamen Königliche R. zu führen gestattete. Die vonI. I. Rousseau, von Basedow u. den Philanthropi-nisten gegebenen Anregungen, der Umschwung, denPestalozzi auf dem Gebiete der Volksschule hervor-gebracht, sowie die allgemeinen durch die französischeRevolution erregten Zeitströmnugen begünstigten dieRichtung auf das fürs Leben Nützliche, welche dieseSchulen verfolgten. Nach u. nach, bes. als nach denFreiheitskriegen das Bürgerthum in Preußen zuneuem Leben erstarkte u. gleichzeitig die Naturwissen-schaften mit ihren großartigen Entdeckungen immergrößeren Einfluß auf das industrielle u. sociale Le-ben gewannen, entstanden an verschiedenen Ortentheils unter dem Namen höhere Bürgerschulen,theils unter dem Namen R-n ähnliche Anstalten u.auch in die Gymnasien fanden die Realien mehr u.mehr Eingang. Daß hierbei vielfach das Nützlich-keitsprincip in übertriebener u. ganz unpädagogi-scher Weise in den Vordergrund gestellt wurde, gehtschon aus dem oben angeführten Beispiel des Maria-Magdalenen-Gymnasiums hervor; daß die neuenSchulen, denen es an jeder Erfahrung noch fehlte, viel-fach nach demRichtigenherumtastelenu. in ihren Lehr-plänen die größten Verschiedenheiten unter einanderzeigten, ist um so natürlicher, als die Regierung,wenigstens in Preußen, ihnen zunächst vollen Spiel-raum zur freiesten Entwickelung ließ. Mehr u. mehrklärten sich jedoch die Ansichten, namentlich als imJahre 1822 die Königliche N. in Berlin durch ihrenDirector A. G. Spilleke eine neue Organisation er-hielt, welche von dein Grundgedanken ausging, daßauch die R-u neben den Gymnasien wissenschaftlicheInstitute sind, welche nicht nur technische, sonderneine allgemeine geistige Bildung des Menschenerstreben, welche den Gymnasien daher nicht unter-zuordnen, sondern ergänzend an die Seite zu stellensind. Diese Anschauungen über das Wesen der R.gewannen immer mehr Anerkennung, während manvon anderer Seite daraus hinarbeitete, durch Fach-schulen (z. B. durch die vom Handelsminister Beuth1817 gegründeten Provinzial-Gewerbeschulen) demrein praktischen Bedürfnisse zu genügen. Besondersaber trug die in Preußen unterm 8. März 1832 er-lassene „Vorläufige Instruction über die an den hö-heren Bürger- und Realschulen anzuordnenden Ent-lassungsprüfungen" dazu bei, die R-n zu höherenallgemeinen Bilduugsaustalten zu erheben. Da LenSchulen, welche das Recht zu Entlassungsprüfungenerlangt hatten, zugleich eine Reihe anderweitigerwichtiger Berechtigungen zugestanden wurde, so be-strebten sich.die meisten R-n u. höheren Bürgerschu-len auch die Ziele zu erreichen, welche in der betref-fenden Instruction angegeben waren. Mir dem Ge-deihen dieser Schulen wuchs aber nicht nur die Zahlderselben von Jahr zu Jahr, auch der Eiser, mitwelchem die Fragen nach der besten Einrichtung die-ser, wie der höheren Bildungsanstalten überhaupt,nach der Auswahl der Lehrfächer, z. B. ob das La-teinische im Lehrplan beizubchalten oder nicht, nach