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Bd. 15 (1879) Radegast - Schießscharte
Entstehung
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Navcllo — Ravenna.

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R. vom Hauptwall, im Innern finden sich hin undwieder Reduits. Das R. deckt in Bastionär-Befe-stigungen die Thorc, in der Polygonal-Befestigungauch die großen Graben-Caponieren und wird dannmeist Contregarde genannt.

Ravello, Stadt in der ital. Prov. Salerno, amGolf von Salerno; 13 Kirchen, darunter Dom ansdem 11. Jahrh., zahlreiche Paläste, darunter PalastRnfo im saracenischen Stil; verschiedene Punkte mitherrlichen Aussichten; die einst bis 36,000 Ew. zäh-lende Stadt hat jetzt nur noch etwa 1800 Ew.

Ravenna, 1) früher Legation im Kirchenstaat,seit 1860 Provinz des Königreichs Italien, zwischendem Adriatischen Meer u. den Prov. Ferrara, Bo-logna, Forli u. Florenz; 1922 Hjkm (34,g, s^M)mit 221,115Ew. (115 auf IjUIrm, in ganzJtalien90,s); umfaßtdie3Bezirke R.(81,438Ew.), Faenza,Lugo n. 21 Gemeinden; mit Ausnahme Lersüdwestl.Ecke ebenes, an der Küste morastiges Land mit Salz-lagunen, im Ganzen fruchtbar, von den Flüssen Po LiPrimaro (mit den Nebenflüssen Santerno n.Scnio),Lamone,Savio,Montanen, a.bewässert; Klima: anden Küsten feucht u. nebelig, im Inneren gesünder;Products: Getreide, Mais, Hanf, Flachs, Wein, Öl,Safran, Seide, Salz aus den Küstensümpfen. DieIndustrie ist ansehnlich u. erstreckt sich auf Fayence,Papier, Seide, Leinweberei, Anfertigung von musi-kalischen Instrumenten rc. Die Prov. besitzt 80 kmEisenbahnen u. 60 lern Kanäle. 3) Hauptstadtdarin,etwa 7 km vom Adriat. Meer, mit dem es durcheinen für Küstenfahrer passirbaren Kanal (Naviglio)verbunden ist, Station der Italien. Südbahn; weit-läufig gebaut u. enthält in seiner Umfassung großeunangebante, meist als Gärten benutzte Strecken;Sitz der Provinzialbehörden und eines Erzbischofs.R. beansprucht sowol durch seine geschichtliche Ver-gangenheit, als durch seine Gebäude, welche derÜbergangsperiode von der altchristlichen zur mittel-alterlichen Baukunst angehören, besondereSJnteresse.Unter den Plätzen sind zu erwähnen Piazza VittorioEmmanuele u. Piazza del Dnomo. Aus Ersterem 2hohe, von den Venetianern 1483 errichtete Granit-säulen mit den Statuen des St. Apollinaris undSt. Vitalis, ferner die Statue Clemens' XII. undein Porticns von 8 Granitsänlen. Auf Letzterem dieKathedrale, 1734—49 von Grund aus restaurirt,mit Fresken von Guido Reni, daneben das achteckigeBaptisterium mit schönen Mosaiken aus dem 5.Jahrh. (seit 1877 restaurirt), ferner hier der erz-bischöfliche Palast mit einer unveränderten Kapelleaus dem 4. Jahrh. und einem Archiv von 25,000Pergamenturkunden. Unter den zahlreichen Kirchensind hervorzuheben: Sta. Agatha, eineBasilica mitdrei Schissen, vom Jahre 417, mit schönen antikenSäulen; S. Apollinare nnovo, von Theuderich zuAnfang des 6. Jahrh. erbaute Basilica mit dreiSchiffen u. großen Mosaiken; S. Giovanni Evan-gelista, von der Kaiserin Galla Placidia zufolge einesGelübdes während eines Seesturms ans der Über-fahrt von Constantinopel 414 erbaut; S.Nazario eCelso mit Grabmal der Kaiserin Galla Placidia, vondieser um 440 gegründet, mit Kuppel, Mosaiken aufdunkelblauem Grunde, dem kolossalenMarmocsarko-Phag der Kaiserin und den Sarkophagen ihres Ge-mahls Constans u.des Honorius; Sta.Maria in Cos-rnedin, einAchteck mit Mosaiken aus dem6. Jahrh.;

S. Vitale, ebenfalls Achteck, noch unter der Herr-schaft der Gothen an der Stelle des Martyrthumsdes heil. Vitale erbaut, unter Jnstinian musivischverziert (s. Tafel VIII. zuin Artikel Baukunst); S.Francesco, Basilica aus der Mitte des 5. Jahrh.,mit 22 Säulen ans farbigem Marmor rc. Ferner:Palast des Theoderich (jetzt dis Vorderseite desFran-ciscanerklosters bildend), Paläste Nasponi u. Sprotrmit Gemäldesammlungen, Theater, Grabmal Dantes(welcher hier starb), tcmpelllhnlich, mitder Büste desDichters, 1780 an der Stelle eines älteren 1482 er-richteten Denkmals; Hans Byrons, der hier zweiJahre wohnte und eine Anzahl seiner besten Dicht-ungen schuf; Akademie der Künste mit sehenswertherGemäldesammlung einheimischer Meister u. Samm-lung von Gipsabgüssen, Museum, Collegium, Se-minar, Stadlbibliothek mit 50,000 Bänden n. 700Manuskripten, vielen Jncnnabeln u. Münzensamm-lung. Man treibt Seidenspinnereiu. Seidenweberei,Fabrikation von Glas, Seife, Stärke und Weinbau;21,774 Ew. (Gem. 58,904). Ein halber km vor derStadt die Rotonda, das Grabdenkmal Theoderichsdes Großen, wahrscheinlich von seiner Tochter Ama-lasuintha uni 530, ans einem einzigen Felsblock ausIstrien in Form eines Zehnecks mit flacher Kuppel,errichtet. In 5 km Entfernung die Kirche S.Apol-linare in Classe, die imposanteste der Basiliken vonR., 534 von Julianus Argentarins an Stelle einesApollotempels erbaut, 1779 restaurirt, dreischifsig,24 Säulen, Porträts sämmtlicher Bischöfe n. Erz-bischöfe (129) von R. als Wandgemälde, außerdemvier marmorne Sarkophage von Erzbischöfen, Mo-saiken rc. Unweit davon beginnt der berühmte Fich-tenwald von R., der einst der venetianischen Flottedas Material lieferte. Etwa 4 km von der Stadt das1557 errichtete Denkmal des Sieges der Franzosenunter Gaston de Foix über die vereinigte Armee desPapstes Julius II. u. des Königs von Spanien.

R., auch im Alterthum so genannt, angeblich eineGründung thessalischer Griechen, kam in den Besitzder Umbrer, dann der keltischen Lingonen und vondiesen Ende des 3. Jahrh. in den der Römer, unterdenen cs jedoch während der Republik ohne Bedeut-ung blieb. Erst als es Augnstus zum StationsortderAdriatischenFlotte wählte, stark befestigte u. einehalbe Meile südlich davon einen geräumigen Hafen(Classis) mit Castell und Leuchtthurm anlegte, auchStadt und Hafenstadt Lurch einen Kanal tkaänsa,Vossa XnAusta) mit dem Po verband, wurde R., ob-gleich keine schönen, nur ans hölzernen Häusern be-stehende Stadt, ein bedeutender Stapel- u. Handels-platz; hier war auch eine berühmte Fechterschnle.Zwischen der Stadt n. dem Hafen wurde später nocheine neue Anlage gemacht (Cäsarea), welche durchMauern mit beidenzu einem Ganzen vereinigt wurde.Die durch die nmgebendenSümpfe u. Befestigungensichere Lage R-s ließ die weströmischen Kaiser es seit404 zur Residenz erwählen; ebenso herrschten hierOdoaker, der hier 491 Thron n. Leben verlor, dieostgothischenKönige, von denen es Belisar555durchList nahm u. die byzantinischen Exarchen. Frühzei-tig ein Bisthum, wurde es seit Ans. des 5. Jahrh.ein Erzbisthum, dessen mit der Metropolitanwürdebekleidete Erzbischöfe langjährige Streitigkeiten mitden Päpsten hatten n. erst 861 vollständig sich un-terwarfen. R. war seit 752 kurze Zeit im Besitz der