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Rautenschlange — 9wvelm.
haken ist, spec. Gew. 0,E>. Durch trockene Destil-lation von gleichen Moleciilcn cssigsanren n. caprin-sauren Kalkes ist es künstlich darzustcllen. Es ist also einEssigsäure-Caprinsänre-Keton: Oilz—00—Oglckig.Daher zerfällt cs bei der Oxydation nach Gieseke inEssigsäure n. Pelargonsänre (OglI„—OOOl-I). Dasrohe R. ist g-lbgrünlich, von starkem Geruch n. bit-terem Geschmack; reciificirt ist es farblos und vonschwachem, angenehmem Geruch, n. erstarrt in nie-derer Temperatur zu krystallinischenBlättchcn. Wennman durch eine alkoholische Lösung von R. Ammo-niak-Gas leitet, so erhält man bei niederer Tempe-ratur eine weiß- krystatiinische Masse, eine Verbind-ung von Caprinaldehyd mit Ammoniak. Jm'gck.
fliautenschlange, lmokgsis, die stumme Klap.Perschlange, s. d.
Rantenspath, so v. w. Dolomit.
Rautcnstrauch, Johann, österr. Dichter undPublicist, geb. 16. Jan. 1746 in Erfurt, kam nochsehr jung nach Wien, stndirte hierdie Rechte u. wurdeLicentiat der Rechte n. Hofagent, war aber dabei sehr-eifrig literarisch thätig; gab Flug- u. Wochenschrif-ten heraus, schrieb das ihn rasch populär machendeLustspiel Jurist n. Bauer, 1773, dem 1771 die un-vorhergesehene Wette vorausgegangen war u. 1775die Vormundschaft folgte. Als Kaiser Joseph mit sei-nen Reformen begann, unterstützte er dieselben,namentlich die aus kirchlichem Gebiete durch Flug-und Streitschriften, deren eine höchst charakteristische,Die Wiener Stnbenmadel, die für die damalige Zeitseltene Erscheinung von 4 starten Auflagen erlebte,auch viele Gegenschriften hervorrief; auch seine Bio-graphie der Kaiserin Maria Theresia, Wien 1780,stieß auf manchen Widerspruch, während von seinenKriegsliedern für Josephs Heer, ebd. 1778 garMan-ches sich bis auf unsere Tage fortgepflanzt hat. R-,ein Original aus der Theresianisch - JosephinischenZeit, st. 8. Jan. 1801 in Wien.
Ravaillac, Franhvis, Mörder König Hein-richs IV. von Frankreich, geb. 1578 in AngoMme;war erst Schreiber bei Rechtsgelehrten, übte dannselbst juristische Praxis, kam aber Schulden halberins Gesängniß und wurde hier Schwärmer; spä-ter trat er in Paris in den Orden der Feuillans,ans welchem er wegen Ausschweifungen und seiner-schwärmerischen Ideen wieder ausgestoßen wurde,worauf er nach Augouleme zurückkehrte und sich mitSchulunterricht beschäftigte. Mit seinen drückenderwerdenden Umständen wuchs auch sein Trübsinn,welcher, durch die damaligen Religionshändel zumFanatismus gesteigert, ihn Heinrich IV. als Haupt-feind der Kirche betrachten und hassen ließ. Nachwiederholten vergeblichen Versuchen erstach er denKönig 14. Mai 1610 in Paris, als derselbe mit sei-nem Wagen in der engen Straße La Ferronnerie zuhalten geuöthigt war. Er wurde auf der That er-griffen und 27. Mai, nachdem er furchtbar gefoltertworden war, ausdemGröveplatzegeviertheik. SeinName wurde vertilgt, sein Geburtshaus de: Erdegleich gemacht und seine Eltern und Verwandten beiTodesstrafe aus Frankreich verwiesen. Wer R. zudem Morde getrieben hat, ist ungewiß, denn er ent-hielt sich jeder Andeutung über seine Mitschuldigen.Einige glaubten daher an die Schuld der Königin u.ihres Günstlings Concini, Andere hielten den Her-zog von Epernon u. die Marquise von Verneint für
die Urheber, die Meisten aber suchten die Fäden derVerschwörung am spanischen Hofe n. in den Händender Jesuiten. Denklich handelte N. einzig aus eige-nem Fanatismns. Vgl. Loiseleur, U. sb sss oom-xlioss, Paris 1873. Kl-inschmidt.
Natmna, der zehnköpfige Herrscher der Rakscha-sa, König von Lanka, der von Rama besiegt wird s.u. Ramajana.
Navannsa, Flecken in der ital. Prov. Girgenti;Oliven- u. Südfrüchte; 7652 Ew.
Ralieaux, Franz, deutscher Politiker, geb. 1.April 1810 in Köln; trat als Freiwilliger bei denDragonernein, entwich aber, wegen eines Sub-ordinationsfehlers in Untersuchung gezogen, undmachte die Belgische Revolution mit, nach deren Be-endigung er 1834 nach Spanien ging, wo er indemHeere der Christinos Dienste nahm u. bis zumHanpt-mann aufstieg. 1837 ging er nach Deutschland zu-rück u. etablirte in Köln eine Cigarrensabrik. Auchredigirte er den Kölner Anzeiger n. war französischeru. spanischer Lehrer. Bei dem Tumult in Köln 3.u. 4. Aug. 1846 nahm R., zum Volkstribunen sehrbeanlagt,das Wort entschieden für dieBllrger, welcheihn dafür zum Stadtrath wählten. Als solcher ginger im März 1843 mit nach Berlin u. wirkte aus diefriedliche Beilegung des Straßenkampfes hin. Erwurde zweiter Commandant der Kölnischen Bürger-Wehr und Mitglied des Bor-Parlaments, dann desFünfziger-Ausschusses u. endlich der Deutschen Na-tionalversammlung, wo er anfangs zum linken Cen-trum gehörte und Mitglied der Gesandtschaft wurde,welche dem ErzherzogJohann seine Erwählung znmReichsverweserverkllndensollte; da er abererkrankte,blieb er in Wien. Im August wurde er Reichsge-sandter in der Schweiz, legte aber nach der Struve-schen Jnsurrection 17. Nov. seine ihm zu schwierigeMission nieder, nahm seinen Sitz im Parlamentwieder ein, und zwar jetzt auf der demokratischenLinken, war energisch gegen das Erbkaiserthum undzog im Juni 1849 mit nach Stuttgart. Dort wählteihn das Rumpfparlament 6. Juni mit zum Reichs-Regenten. Nachdem das Rumpfparlament 18.Juni1849 gesprengt worden war, flüchtete R. nach Ba-den, nahm an dem bewaffneten Aufstande theil, ent-kam nach der Bewältigung Badens in die Schweiz,ging dann im October nach Straßburg, von wo erim Juli 1850 nach Nancy und im Dec. nach Panvermiesen wurde u. fand endlich inLaeken bei Brüsseleine bescheidene Zufluchtsstätte; hier st. er 13. Sept.1851, nachdem er 2 Monate zuvor in Köln in con-tumaciam znm Tode vernrtyeilt worden war. Erschr. n.a.: Mittheilnngen über die Badische Revolu-tion , Frankfurt 1850. Klemschmidt.
Ravelin (franz., vom italien. Kavelino), 1) beialtenFestungen kleines, halbrundes (daher auch Hal-ber Mond, vsmiluns) nach vorn etwas zngespitztesWerk, vor der Cvnrtine, um den Eingang des Tho-res zu decken; mar es vollständig halbrund, so hießes Baille. 2) Im 16. Jahrh. ein Dreieck aus 2geraden Linien (Facen) zusammengesetzt, um eine Be-streichung der Bollwerkfacen zu erhalten. Anfangswar es klein, später wurde es größer, u. diente, dieFacen überreichend, zur Deckung der Flanken. Esmuß den bedeckten Weg und das Feld vor der Boll-werksspitze überhöhen, um ein kreuzendes Feuer aufdasselbe zu gewähren. Der Hanptgraben trennt das