Raum« — Raumer.
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gen beilegen, d. h. welche Nothwendigkeit für die inder unräumlichen Seele sich begegnenden u.durchkrcu-zendenVorstellungen vorhanden ist, sich räumlich zugestalten; ans der anderen Seite steht die metaphy-sische Frage, ob und in wie fern Grund zu der An-nahme vorhanden ist, daß objectiv und außer demVorstellenden unter denDingen eine räumlicheOrd-nung des Außereinandcr stattfindet. Den Komplexdieser letzteren ränmlichenVerhältnisse nenntHcrbartden int clligib len R., im Gegensatz znm sinnlichenoder sinnlich vorgestellten. Daß die vorgestelltenRaumverhältnisse nicht nothwendig mitden wirklichenzusammenfallen, darauf machen schon die mannigfal-tigenTäuschungenaufmcrksam, denen wir inderAuf-fassung der letzteren ansgesetzt sind. Specht.»
Nanmä, Kreisstadt am Bottnischen Meerbusenim rnss. Gouv. Äbo-Björneborg (Finnland); Hafen,Werste, Handel mit Holz u. Holzwaaren, Spitzcn-klöppelei; 3033 Ew.
Raumer, 1) Friedrich Ludwig Georg v.,großer deutscherGeschichtschreiber, geb. 14.Mai 1781zu Wörlitz im Dessanischen; besuchte das Joachims-thaler Gymnasium in Berlin, stndirte in Halle undGöttingen Cameralia u. die Rechte, wurde 1801 Re-ferendar bei der knrmärkischen Kammer in Berlin,1802 Assessor, 1806 Domäncnrath zu Wusterhausenbei Berlin, 1809 Regierungsrath in Potsdam, ar-beitete 1810 im Bureau des Staatskanzlers Fürstenvon Hardenberg, u. wurde 1811 Professor der Ge-schichte u. Staatskunst in Breslau; 1815—17 reisteer in Italien u. der Schweiz n. wurde 1819 Pro-fessor der Staatswissenschaften u. Geschichte in Ber-lin; doch waren seiner geringen Rednergabe wegenseine Kollegien nie stark besucht. Ec war eine Zeitlang Mitglied des Censurcolleginms, trat aber 1831aus. Später unternahm er auch mehrere Reisen, so1830 nach Paris, 1835 nach London, 1839 nach Ita-lien, 1843 nach Amerika. Eine sehr freimüthigeRede R-s zu Ehren Friedrichs des Großen in derAkademie 1847 erregte in hohen Kreisen Mißstimm-ung u. R. verzichtete aus Secretariat u. Mitglied-schaft der Akademie. R. war 1848 u. 1849 Mitglieddes Deutschen Parlaments in Frankfurt, wo er zumrechten Centrnm gehörte. Von Frankfurt ging er alsGesandter nach Paris, wurde nachher Mitglied derErsten Kammer u. 1853 auf seinen Wunsch als Uni-versitäts-Professor emeritirt. Trotzdem las er nochunermüdetfleißig, bis kurz vor seinem 14. Juni 1873ersolgten Tode. R. brach der deutschen Geschicht-schreibung u. Forschung neue Bahnen n. sein Werküber die Hohenstaufen sichertihm Unsterblichkeit. Erschr. u. A.: Sechs Dialogen über Krieg u. Handel,1806; Das britischeBestenernngssystem, Berl.1809;Herbstreise nach Venedig, ebd. 1816, 2 Bde.; Vor-lesungen über die Alte Geschichte, Lpz. 1821, 2Bde.,3. A. 1861; Geschichte der Hohenstaufen und ihrerZeit, ebd. 1824—26, 6 Bde., 4. A. ebd. 1871—73;Ueber die geschichtliche Entwickelung der Begriffe vonRecht, Staat und Politik, ebd. 1826, 3. Ä. 1861;Historisches Taschenbuch, ebd. 1829 ff. (bis jetzt fort-gesetzt); Briefe aus Paris und Frankreich im Jahre
1830, ebd. 1831, 2 Bde.; Briefe ans Paris zur Er-läuterung der Geschichte des 16. u. 17. Jahrh., Lpz.
1831, 2 Bde.; Geschichte Europas seit Ende des 15.Jahrh., Lpz. 1832—50, 8 Bde.; Polensuntergang,ebd 1832; England im Jahre 1835, ebd. 1836,2
PisrerL Universal-ConversationS-Lexikon. 6. Anfl. XV
Bde., 2. A. 1842, 3 Bde.; Die Königinnen Elisa-beth und Maria Stuart, ebd. 1836; Beiträge zurneueren Geschichte aus dem Britischen Mnseum undReichsarchiv, Lpz. 1836—39, 5 Bde.; König Fried-rich II. u. seine Zeit, Lpz. 1836; Europa am Endedes Siebenjährigen bis zum Ende des Amerikani-schen Krieges, Lpz. 1839, 3 Bde.; Italien, Beiträgezur Kenntniß dieses Landes, Lpz. 1840, 2 Bde.; DieVereinigten Staaten von Nord-Amerika, 1845, 2Bde.; Reden, die in Frankfurt nicht gehalten wordensind, 1848; Briefe ans Frankfurt und Paris, 1848bis 1849, Leipz. 1849, 2 Bde.; Briefe über gesellschaftliche Fragen der Gegenwart, 1850; Vermischt"Schriften, Lpz. 1852—54, 3 Bde.; Lebenserinner-ungen u. Briefwechsel, ebd. 1861, 2 Bde.; Litera-rischer Nachlaß, Berl. 1869, 2 Bde.; Historisch-po-litische Briefe über die geselligen Verhältnisse derMenschen, Lpz. 1860; Handbuch zur Geschichte derLiteratur, Lpz. 1864—66, 4 Bde. R. übersetzte dieReden des Aeschines n.Demosthenes über denKranz,Berl. 1811, und gab mit L. Tieck Solgers Schrif-ten und Briefwechsel, ebend. 1826, 2 Bände, alleinSparks Leben und Briefwechsel Washingtons, ebd.1839, 2 Bände, heraus. 8) Karl Georg von,Bruder des Vorigen, Geolog und Pädagog, geb. 8.April 1783 in Wörlitz; machte geognostische Reisenin Deutschland und Frankreich, wurde 1810 Ober-Bergrath in Berlin, 1811 Professor der Minera-logie in Breslan, machte 1813 als Adjutant Gneise-nans im Blücherschen Generalstabe den Befreiungs-krieg mit, wurde 1819 Professor in Halle, 1827 Pro-fessor der Naturgeschichte in Erlangen, wo er 2. Juli1865 starb. Er schrieb: Geognostische Fragmente,Nürnberg 1811; Der Granit des Riesengebirges,Berlin 1813; mit von Engelhardt: Geognost. Ver-suche, ebd, 1815, u. Geognost. Umrisse von Frank-reich und Großbritannien, ebd. 1816; Das GebirgeNiederschlesiens, der Grafschaft Glatz n. eines Theilsvon Böhmen u. der Oberlausitz geognostisch darge-stellt, ebd. 1819; Vermischte Schriften, ebd. 1819bis 1822, 2 Bde.; ABC-Buch der Krystallkunde,ebd. 1821, Nachtrag dazu, 1822; Lehrbuch der all-gemeinen Geographie, ebd. 1832, 3. A. Lpz. 1848;Palästina, ebend. 1835,4. A. 1860; Der Zug derIsraeliten aus Ägypten nach Kanaan, ebd. 1837;Kreuzzüge, Stuttg. 1840 — 64, 2 Bde.; Geschichteder Pädagogik, ebd. 1842 ff., 4 Bde., 3. A. ebd.1857—61; Erinnerungen aus den Jahren 1813 n.1814, Stnttg. 1850; Die Erziehung der Mädchen,Stuttg. 1853. 3) Georg Wilhelm v., Geschicht-forscher, geb. 19. Sept. 1800 in Berlin; Sohn desWirkt. Geh. Raths und Direktors im Hansministe-rium und der Archive in Berlin, Karl Georg v. R.;stndirte daselbst, in Heidelberg und Göttingen dieRechtswissenschaften, trat 1823 in den Staatsdienst,wurde 1827 Assessor beim Kammergericht in Berlin,1829 Hilfsarbeiter im Ministerium der Finanzen,1833 Rath bei dem prcuß. Hansministcrinm u. derArchivverwaltung, 1843— 51 auch Direktor allerprsnß. Archive u. 1844 Mitglied des Staatsrathes;er erschoß sich 11. März 1856. R. schr.: Über dieälteste Geschichte u. Verfassung der Kurmark, Berl.1830; Geschichte der Insel Wollin, ebd. 1853, undgab heraus: kstovns oockgxäix1om.8ranäsndllrASll-sis, ebd. 1831 —1833, 2 Bde.; Rs§osta HistoristBranäsndur§., ebd. 18«36, 1. Bd., dazu historisch.. Band. 4