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Bd. 15 (1879) Radegast - Schießscharte
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Raumer Wind -

Karten u. Stammtafeln, 1837. 4) Karl Otto v.,preuß. Staatsmann, Sohn des GenerallientenantSKarl F. A. V.R., geb. 7. Sept. 1805 in Stargard;stndirte in Göttingen und Berlin Jurisprudenz undStaatswissenschaften, trat 1827 zu Stettin in denStaatsdienst, wurde 1840 Hilfsarbeiter im Finanz-ministerium , 1841 Vortragender Rath im Ministe-rium des Innern, 1843 Negierungs-Präsident inKönigsberg, 1845 in Köln und 1848 zu Frankfurta. d. O. 19. Dec. 1850 übernahm er an LadenbcrgsStelle das Portefeuille der geistlichen, Unterrichts-nnd Medicinal-Angelegenheiten, und behielt es, bisK.Nov. 1858 das gesammte Ministerium Mauteuffclzurücktrat; er war ein eifriger Förderer der Ortho-doxien. stießdcshalbvielfachaufMißtrauenu.Ungnnst

im preuß. Bolle, namentlich aber durch den Erlaßder Stiehlschen Regulative 1854. N.st.O.Aug. 1859in Berlin. Bgl. Der Staatsminister v. R., Berlin1860. 5) Rudolf von, verdienter Sprachforscher,Sohn von N. 2), geb. 14. April 1815 in Breslau;war seit 1846 Professor der deutschen Sprache undLiteratur in Erlangen und wurde in die 1876 nachBerlin im Aufträge der Bundesregierungen einge-setzte Commission zur Reform der deutschen Ortho-graphie berufen, nachdem er 1875 den Entwurf fürdieselbe verfaßt. Er war einer der Hauptvertreterder Ansicht von der ursprünglichen Wnrzeleinheitderindogermanischen u. semitischen Sprachen. Er starb30. Ang. 1876 in Erlangen. Von ihm, außer seinemHauptwerke: Geschichte der germanischen Philologie,Münch. 1870: Die Aspiration u. Lautverschiebung,Leipz. 1837; Die Einwirkung des Christenthnms aufdie althochdeutsche Sprache, Stuttgart 1845; Vomdeutschen Geiste, 2.A., Erlang. 1850; Deutsche Ver-suche, ebd. 1861; Gesammelte sprachwissenschaftlicheSchriften, Franks. 1863. In dem Werke seines Va-ters , der Geschichte der Pädagogik, bearbeitete er dieden Unterricht im Deutschen betreffende Abtheilung.

1) Kleinschmidt. 2) r. s) 4 ) s) Lag«.*

Raumer Wind, so v. w. Backstagswind, d. i.schräg von hinten kommend; der günstigste Wind fürein Segelschiff.

Raummeter, s. Holz.

Naumuadcl, 1) s. Bergbau, S. 202 ; 3) eiserneNadel zum Reinigen der Zündlöcher bei Vorderlad-ungsgewehren; für Geschütze so v. w. Cartouschnadel.

Raums , s. Raums.

Nan^ach, Ernst BenjaminSalomon, deut-scher Dramatiker, geb. 21. Mai 1784 in dem DorfeStranpitz bei Liegnitz, besuchte das Gymnasium zuLiegnitz, stndirte seit 1801 in Halle Theologie, ging1804 als Hauslehrer nach Petersburg, privatisirtedort eine Zeit lang, wurde 1816/17 Hofrath u. ordent-licher Universitätsprofessor der Geschichte u. deutschenLiteratur, aber in seinen politischen Gesinnungen nichtvoklgiltig befunden, mit einigen Collcgen in Unter-suchung gezogen, entfernte sich aus Rußland u. wurdespäter auf sein Nachsuchen entlassen, lebte an ver-schiedenen Orten Deutschlands, machte eine Reisenach Italien, wählte 1823 Berlin zum dauerndenAufenthalte und widmete sich hier ausschließlich derdramatischen Production. 1842 erhielt er den Cha-rakter als Geheimer Hofrath. Er st. in Berlin 18.März 1852. R. gehört zu unseren fruchtbarsten u.gewandtesten dramatischen Dichtern und beherrschteeine Reihe von Jahren hindurch das Theater Ber-

- Raupenfliegen.

lins, ja NDentschlands überhaupt. Sein reger, viel-seitiger Fleiß, auch in geschichtlichen Vorstudien, isterstaunlich; aber es fehlte ihm der künstlerische Ernst,die geistige Tiefe. Den meisten Gehalt besitzen wolseine 1818 in Liegnitz erschienenen, 1821 neu auf-gelegten dramatischen Dichtungen: Die TragödienTimoleon, Lorenzo und Cäcilie; Die Fürsten Cha-wansky; sodann die Trauerspiele: Die Erdennacht,Lpz. 1820; Die Gefesselten, ebd. 1821; Die Köni-ginnen, ebd. 1822; Der Liebe Zauberkreis, ebend.1824. Doch fehlt diesen Werken die concrete Le-bendigkeit der Charakterzeichnung u. die genügendeWahrscheinlichkeit in der Entwickelung der Verhält-nisse. Einen wesentlichen Fortschritt zur künstlerischenRealität bezeichnet das Trauerspiel Isidor u. Olgaod. die Leibeigenen, Lpz. 1826, das in Berlin mitgroßem Beifall ausgenommen wurde. Es ist spanu-ungs- u. effectreich, nicht ohne den Ausdruck schönerLeidenschaft und bietet in Ossip eine treffliche Cha-rakterzeichnung. Freilich vermissen wir den Athem-zug künstlerischer Freiheit. Unter den Hohenstaufen-tragödien, die 1837 in 8 Bdu. zu Hamburg erschie-nen, sind Heinrich VI., König Enzio u. bes. Fried-rich (II.) u. sein Sohn hervorznhebeu. Heinrich VI.hat einzelne großartige Momente, König Enzio, wennauch im ganzen ein süßliches Product, viele gelungeneStellen; Friedrich u. sein Sohn erhebt sich zu poeti-schem Schwünge und verdient das Lob gründlicherAusführung u. tüchtiger Charakterzeichnung. Dochschweben die Hohenstanfentragödien im Allgemeinenauf der dramatischen Oberfläche, u. namentlich fehltihnen die Sprache des Herzens; in ihrer Jambeu-declamation geht die feinere u. tiefere Nüancirungunter. Anerkennenswerthe Charakterstücke sind: Diekluge Königin oder Llniior iaosab in oeolösla, (inGnbitz' Jahrbuch deutscher Bühnen) u. Cardinal u.Jesuit, auch Cromwell, eine Trilogie, Hamb. 1841bis 1844. R-s Lustspiele sind mit scharfem Verstaiidenach den Bedürfnissen des Publicums und mit ge-schickter Anwendung der Kunstmittel gearbeitet, zumTheil witzig, launig u. ergötzlich, von treffender Sa-tire, zum Theil aber auch ordinär. Zu den besserengehören: Kritik u. Antikritik; Die Schleichhändler;Denk' an Cäsar; Schelle im Monde; Die feindlichenBrüder, od. Homöopath u. Allopath; Der Nasenstü-ber; Laßt die Todten ruhen; Der Zeitgeist; Die Le-bensmüden; Dramatische Werke ernster Gattung,Hamb. 1830—44, 18 Bde.; Dramatische Werke ko-mischer Gattung, ebd. 1829—36, 4 Bde. G- Z.

Raupen, die Larven der Schmetterlinge, s. d.

Raupenfliegen, Daeüina, Gatt, der Farn, derFliegen. Körper stark sperrig beborstet. Augen ge-trennt; Fühlernickend, mitgegliederter.nackterBorste;Schwinge durch große Hautläppchen bedeckt. Die R.legen ihre Eier außen an Raupen, seltener an andereJnsecten und ihre Larven ab. Die ausschlüpfendenLarven beißen die Haut durch und wandern in dasInnere, verlieren die beißenden Mundwerkzeuge u.leben saugend von dem Nahrungssafte des Wirths-thieres, bis zu der Zeit, wo die Tachiuenlarven sichverpuppen wollen. Dann brechen sie durch die Hamhervor u. das Wohnthier stirbt. Die R. erweisen sichLurch Vertilgen von Raupen und anderen Jnsectensehr nützlich. M grosoa, L., große Ranpenfliege, 19mm, schwarz, Kopf u. Flügelbasis gelblich. GrößteArt: Europa. Farwick.