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Rciudcn — Raum.
sächlich: Carbolsäure, Crevsot, Benzin, Theer, Pe-!trolenm, Schwefelleber, Kalilange, grüne Seife,Tabak, Arsenik, Sublimat n. Quecksilbersalbe. Manhat die Wahl auf solche Substanzen zu lenken, welchedie Gesundheit der Thiere u. bei Schafen auch denWerth des Vliesies nicht gefährden. Schmidt.
Nauden (Groß-R.), Landgemeinde im KreiseNybnik des streust. Regbez. Oppeln; Schloss u. Gutdes Herzogs von Ratibor mit ausgezeichneten Ga»ten- und Parkanlagen, Orangerie, Aprikosen- undAnanashänsern, vortrefflicher Schäferei rc.; 1920Ew. In der Nähe mehrere Eisenwerke. — R. warsonst ein Cistercienserkloster, das 1252 vom HerzogWladislaw von Natibor gegründet u. 1810 aufge-hoben wurde. Vgl. A. Potthast, Geschichte der ehe-maligen CistercienserabteiR., Leobschlltz1858; Wat-tenbach, Urkunden des Klosters R., Berl. 1859.
Naudnih (czech. Rondnice),„Stadt u. Hanptortin dem gleichnam. böhm. Bez. (Österreich), links ander Elbe, Station der Österr. (nördl.) Staatseiseu-bahn; imposantes Schloß des Fürsten Lobkowitz mitgroßer Bibliothek, Waffen- und Gemäldesammlung,Hospital, Synagoge, Kapuzinerkloster, Bierbrauerei,Rosoglio- u. Malzfabrikation, Dampfsagewerk, Ge-treide-u.Holzhandel; 1869:4511 Ew. (Gern.4937).Im Jahre 1350 saß hier im Schlosse der römischeVolkstribun Cola di Rienzi als Gefangener KaiserKarls IV. In der Nähe der Berg Nzip, wo dieCzechen bei ihrer Einwanderung sich zuerst nieder-gelassen haben.
Raubten , Stadt im Kreise Steinau des vreuß.Regbez. Breslau, am Herzogsgraben, Station derBreslan-Schweidnitz-Freiburger Eisenbahn;Brann-kohlenlager; 1875: 1315 Ew.
Rauenthal , Kirchdorf im Kreise Rheingau despreuß. Regbez. Wiesbaden, unweit des Schlaugen-bader Baches, 4 km nördl. von Eltville; vorzüglicherWeinbau; 1875: 1014„Ew. Dabei das ehemaligeKloster Ticfenthal mit Öl- u. Knochenmehlmllhle.
Raugraf (Oomso lrirsntns), im Mittelalter Titelgräflicher Geschlechter. Woher der Name kommt, istungewiß. Es gab R-en von Dassel, am Solin-ger Walde u. R-en am Rhein (Rhein- od. Wild-grafen), in der Gegend von Trier, Kreuznach undAlzey. Als diese Besitzungen durch Aussterben andie Pfalz fielen, erneuerte Kurfürst Karl Ludwig vonder Pfalz 1667 denTitel zu Gunsten seiner Gemahlinmorganatischer Ehe, Louise von Dcgenfeld.
Rauhe Alp, s. Schwäbische Alp.
Rauhe Mark, s. Mark.
Rauhen, die Bearbeitung des Tuches, durchwelche die durch das Walken gebildete Filzdecke auf-gelockert u. gleichmäßiger gemacht wird u. die Haarenach einer Richtung gestrichen werden. Das R. mitder Hand ist bei gröberen Tuchen jetzt meistentheilsdurch die Rauhmaschine verdrängt. DaS N. ge-schieht mittelst der Fruchtköpfe der Kardendistel(vixoLens knIIonnm) u. zwar werden dieselben beimHandumdrehen in Las Kardenkreuz eingesteckt;beimMaschinen-R.befindensiesichineinerTrommel.
RauherHals, rauescko.dasGefühldes Kratzcnsu. Drucks in der Rachenhöhle und im Kehlkopf ge-wöhnlichlich mit belegter Stimmeinfolge von Katarrhder Schleimhaut dieser Theile.
Rauhes Haus, eigentlich Ruges Haus (nach demersten Besitzer), eine 1833 von Wichern gegründete
! Anstalt für Innere Mission in der Hamburger Vor-!stadt Horn. Es war zunächst eine Nettungsanstaltfür sittlich verwahrloste Kinder, doch wurde 1851auch ein Pensionat zur Erziehung anderer Kinder an-gelegt. 1845 war eine Bildnngsanstalt junger Leute,welche sich dem Dienste an andern ähnlichen Anstal-ten, Corrections- u. Strafhäusern widmen wollen,mit dem Rauhen Hause verbunden worden. Die letz-tere Anstalt hat F. v. Holtzendorf (Die Brüderschaftdes Rauhen Hauses, 4. A. Berlin 1861; Der Brü-derorden des Rauhen Hauses u. sein Wirken in denStrafanstalten, 2. A. Berl. 1862) als eitlen vollkom-men organisirten Orden nachgewiesen. Zu dem Rau-hen Hause gehört eine Druckerei, Buchbinderei undBuchhandlung,», hier erscheinen seit 1844 die Flie-genden Blätter aus dem Rauhen Hause. LiMr.»
Nauhgcmiiner, s. Hohofen.
Rauhkalk, so v. w. Ranchwacke.
Ranhschacht, s. Hohofen.
Ranhzeit, so v. w. Mauserzeit.
Rauke, die Pflanzengatt. Lisxmdrinm.
Raulpindi (Rawalpindi), 1) Division der indo-britischen Präsidentschaft Pendschab, umfassend dieDuabs zwischen Indus u. Dschilam n. zwischen Dschi-lam u. Tschinab, mit dem natürlichen Charakter desPendschab (fruchtbares Ackerland abwechselnd mitViehweiden u. unfruchtbaren Strecken). Sie wirddurchzogen vom Kalabagh-Gebirge mit seinen bedeu-tenden Salzlagern; 43,417 Usicm u. 2,197,387Ew.Sie zerfällt in die Districte R., Dschilam, Gndschratu. Schahpnr. 2 ) District darin, der nördl. Theil;16, lOOf^jkm u. 71 1 ,256 Ew. 3 ) Hauptstadt davon,an der Eisenbahn Lahore-Peschawar, mit bedeuten-dem Transithandel nach Afghanistan; 19,222 Ew.
Raum, für die natürliche Vorstellung das all-umfassendAnsgedehnte, in welchem dieDinge außern. neben einander sind. Aristoteles erklärte den N.für die ruhende Grenze des Himmelsgewölbes; derR. ist ihm die absolute Grenze dessen, was ist (abso-luter R.). Später verwickelte man sich in die Frage,ob der R. eine Substanz oder ein Attribut, ein Ac-cidenz sei, ob es einen unabhängig vou denKörperuexistirenden R., einen leeren R. zwischen den Kör-pern gebe rc. Einen klaren Gesichtspunkt für dieseFragen stellte, während Cartesins R. u. Materie fürgleichbedeutende Begriffe, Newton den R. für dasSensorium Gottes erklärt hatte, eigentlich erst Leib-niz auf, indem er den R. für die Ordnung der Ver-hältnisse des außer einander Existirenden erklärte,wodurch der R. u. alle räumlichen Verhältnisse aufeine lediglich relative Bedeutung beschränkt werden.Die Kantsche Ansicht vom R., daß er eine u prioriForm der reinen Anschauung sei, welche aber nurfür mögliche Erfahrung Bedeutung habe, drückt le-diglich das psychische Factum aus, daß alle unsereVorstellungen einer räumlichen Gestaltung unterlie-gen, ohne einen Aufschluß über das Wesen des R-szu geben. Die pantheistischcn Systeme erklären denR. entweder, wie Spinoza, für ein Attribut Gottesod. für eine der allgemeinen Gestaltungsformen desAbsoluten. Erst Herbart hat darauf hingewicsen,daß der R. und das Räumliche von zwei verschie-denen Seiten untersucht werden muß. Auf der einenSeite steht die Frage, auf welchen psychologischenGründen diejenige erscheinende Räumlichkeit beruht,welche wir ganz unwillkürlich den vorgestellten Din-