47
Nauchwaarcn — Räude der Hausthiere.
Rauchbildung, eine Zuführung von mehr Sauerstoffvon Wirkung sein, eine beständig gleiche Zuführungvon Luft aber ist schädlich, da alle unnöthig zugeführteLuft Abkühlung mit sich bringt.
6) Feuerungen, bei welchen das Brennmaterialin einem besonderen Raume zuerst in brennbare Gaseverwandelt, mit Lust gemischt und dann verbranntwird, s. Generator n. Regenerativgasfcnernng.
v) Die Apparate, durch Waschender verbranntenGase mit Wasser, Sodalauge rc. den Rauch zu ent-fernen, sind wegen ihrer Coinplicirtheit, und weil siedie Verbrennungsproducte so stark abkühlen, daßder Zug meist durch einen saugenden Ventilatorhergestellt werden muß und endlich, weil sie die rie-chenden Dämpfe nicht genügend entfernen, mehrund mehr außer Gebrauch gekommen. Veral. Heiz-ung u. Ofen. Jungck.
Rauchlvaaren (Ranchwerk),so v.w.Pelzwaaren.
Rattchwacke (Rauhwacke, Ranhkalk), löcherigzerfressene Dolomitvarielät, findet sich z. B. am Al-tenstein u. Hohlenstein in Thüringen.
Rauchwerk, Pelzwerk; behaarte Raubthiere.
Raucourt (Naucoux), Marktflecken im Arr. Se-dan des franz. Dep. Ardennes; Station der Pont-Maugis - R. - Eisenbahn (Ostbahn); Steinbrüche,Eisenschmieden, Schnallen- und Sporenfabrikation;1877: 1506 Ew. — Hier 11. Oct. 1746 Niederlageder Österreicher durch die Franzosen unter dem Mar-schall von Sachsen.
Räude der Hausthiere, eine ansteckende Haut-krankheit, welche Lurch Ansiedelung von Räudemil-ben auf der Haut bedingt wird. Die Milben rufeneine bedeutende Reizung hervor, welche zu Entzün-dungen und Exsudationen führt. Nach der Lebens-weise u. dem Körperbau unterscheidet man drei ver-schiedene Gattungen von Rändemilben, nämlich: 1)Gatt. 8arcoxbss. Die nur unter dem Vergrößer-nngsglase erkennbaren Milben bohren sich in die Hautein, graben Gänge in dieselbe u. leben in diesen vonden Säften der Haut. Sie sind ausnahmslos ausden Menschen übertragbar u. können hier Krätze er-zeugen. DieWeibchen legen20—25 Eier, aus denensich in 6—7 Tagen die junge Milbe entwickelt, welchein etwa 14 Tagen Geschlechtsreife erlangt. Die Eier,sowie die Milben selbst erhalten sich in feuchter Luftlange lebensfähig. Arten: 8. scadici, MännchenWeibchen H mm lang, in der Haut des Pferdes,des neapolitanischen Schafes u. wahrscheinlich auchder Ziege. 8. sgrmmikerus, Männchen s, WeibchenH mm lang, beim Hunde und Schweine. 8. minor,Männchen Weibchen ^ mm lang, bei Katzen undKaninchen. 2) Gatt. OsrmabopiraAns. Die Milbenbleiben auf der Haut, setzen sich hier hinter den Epi-dermisschuppen fest und erzeugen die Räude durchEinstiche in die Haut der Wirlhe zum Zweck derNahrungsaufnahme. Auf der menschlichen Haut be-wirken sie höchstens einen unbedeutenden, von selbstabheilenden Hautansschlag. Die vom Körper ge-nommenen Milbenbleiben 4—8 Wochenlang lebens-fähig. Art: v. dovis, auf der Haut des Rindes u.des Pferdes, Länge des Männchens H, des Weib-chens A mm. 3) Gatt. Dsrmabocoptss. Die Mil-ben leben aus der Haut u. verschaffen sich ihre Nah-rung durch Zernagen der jungen Epidermiszellen.Nichtaufden Menschen übertragbar. NachGerlachbe-trägt LieZahl derNachkommen von einer einzigenbe-
frnchtetetenMilbe nach 8 Monaten bereits 1,500,000.Art: 1). communis, auf der Haut des Pferdes,Rindes und Schafes, Männchen Weibchen K—^mm lang. Folgende Räudeformen sind die wichtig-sten: 1) Pferderäude: a) Sarcoptesrände: dieThiere bekunden ein heftiges Juckgefühl, bes. in war-men Stallungen. AufderHautbildensichkleineKnöt-chen, aufdenen die Haare ausfallen. Durch das Reibender Thiere koipmt es zu Exsudationen und Borken-bildnngen aus der Haut, die schließlich verdickt undfaltig wird. Die Räude, die durch das Vorhanden-sein der Milben (oft schwer) zu erweisen ist, führt beigroßer Ausdehnung zur Abmagerung u. selbst zumTode, d) Dermatocoptesräude: Es bilden sichkleine, mit zahlreichen Epidermisschnppen bedeckteKnötchen, später erscheinen leicht ablösbare haarigeBorken. Die Thiere reiben und jucken sich viel. DieMilben sammeln sich bes. an den vom Pntzzenge amwenigstenheimgesuchtenStellen;siesind schon miteinerguten Loupe leicht nachznweisen. c) Dermatophagus-Rände, Fnßkrätze. Sitz dieser Räude sind die Füße;bes. die Köthen. Hier kommt es zu reichlicher Epi-dermisabschilfernng und zum Ausfallen der Haare.Die Pferde reiben u. scheuern sich die Füße, stampfenu. schlagen heftig auf Len Boden. Die Milben sindsehr leicht nachzuweisen. 2) Räude des Schafes.Bedeutung hat nur die durch vsrmabocoxtos com-munis hervorgerufene Rande, welche meistens alsHeerdekrankheit anftritt. Es entstehen kleine gelbeKnötchen, später Pusteln, die sich mitBorken bedeckenunter denen die Milbe lebt. An vielen Stellen ist dieWolle mehr oder weniger abgerieben; die Haut iststark verdickt. Lieblingssitz der Milben ist der Rücken.Die Räude äußert sich ebenfalls durch heftiges Jnck-gesühl. Die Räude greift immer weiter um sich, be-wirkt Abmagerung u. kann schließlich selbst den ToddesThiereshcrbeiführen. AlsHeerdekrankheit machtdie Räude im Herbst und Winter, wo die Thiere inwarmen Ställen gehalten werden und mit langerWolle versehen sind, schnelle Fortschritte, während sienach der Schur u. beim Weidegangs langsam dahin-schleicht. Die gründliche Ausrottung der Schafräudein einer Heerde ist mühsam. Ungeachtet der bedeu-tenden Verluste an Wolle suchen daher viele Land-wirthe, bes. in Thüringen u. in Westfalen durch An-wendung geeigneter Mittel die Krankheit in erträg-lichen Grenzen zu halten. In solchen Schäfereien,den sog. Schmierschäfereien, ist die Räude fortwäh-rend zu Hause, und sie sind die Hanptherde für de-ren Verbreitung. 3) Die Räude des Hundeswird durch 8arcoxbss sguamiksrns hervorgernfen.Es erscheinen rothe Flecken, auf diesen Knötchen u.Bläschen, endlich Borken; die Haut verdickt sich undwird faltig, die Haare fallen aus, die Hunde äußernein starkes Juckgefühl. Die Räude beginnt in derRegel ani Kopfe oder an der Schwanzwurzel u. aufdem Rücken. Die Hundekrätze ist auf den Menschenübertragbar, jedoch heilt der Hautansschlag beimMenschen in 5—6 Wochen ohne jede Behandlung.Die Räude der übrigen Hausthiere hat weniger Be-deutung. Die Beurtheilung sämmtlicher Rände-formen ist günstig, da man bei Reinlichkeit u. guterBehandlung die Krankheit stets tilgen kann. DieBehandlung der Räude im Allgemeinen hat in derAnwendung solcher Mittel zu bestehen, welche dieMilben tödten. Derartige Substanzen sind Haupt-